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Darum hat uns Virtual Reality auf der Gamescom doch noch überrascht

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gamescom-2018-htc-vive-virtual-reality (©Gamescom 2018)

Gibt es noch echte Neuigkeiten zum Thema Virtual Reality? Zwar werden immer wieder technische Verbesserungen für die bekannten VR-Systeme vorgestellt, richtige Gaming-Innovationen sieht man aber eher selten. Auf der Gamescom 2018 haben uns einige VR-Präsentationen aber dennoch überrascht.

Noch vor kurzem wurde den Kunden Virtual Reality als das nächste große Ding in Sachen Gaming angepriesen. Mit Systemen für unterschiedlich große Geldbeutel von der Oculus Go über PlayStation VR bis hin zu Rift oder HTC Vive ist Virtual Reality mittlerweile massentauglich.

Wirklich innovative Spielkonzepte gibt es bisher aber nur in überschaubarer Menge. Dennoch gab es auf der diesjährigen Gamescom einige Präsentationen, die uns nicht nur überrascht haben, sondern auch zeigen, dass hier noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Darunter auch diese beiden Produkte:

"Firewall Zero Hour": Anspruchsvolle Multiplayer-Taktik geht also auch in VR

Michael Brandt

"Firewall Zero Hour" für PSVR war für mich eine der größten Überraschungen und demonstrierte, wie auch Shooter im Stile von „Rainbow Six“ in VR funktionieren können.

Das erste, was mir bei "Firewall Zero Hour" auffiel, war die instinktive und präzise Steuerung mit dem PlayStation Aim Controller: Bewegen, umsehen, zielen und schießen – alles wurde gut auf den Controller angepasst, der die Form einer Waffe hat und bereits im Test von "Farpoint" überzeugen konnte.

Interaktionen mit der Umwelt oder das Werfen von Granaten liegen auf den Aktionstasten und benötigen ein wenig Übung, lassen sich aber schnell erlernen. Während der Demo flog meinen Kameraden daher zwar gelegentlich eine Granate vor die Füße, zum Glück gab es aber keinen Schaden durch Friendly Fire.

Bei "Firewall Zero Hour" ist Taktik gefragt. (© 2018 Sony Computer Entertainment Europe)

Die insgesamt acht Anspielstationen waren alle miteinander verbunden und ermöglichten 4-vs-4-Partien. Bei "Firewall Zero Hour" steht ganz klar Multiplayer-Taktik im Vordergrund und gewinnen ist nur durch gute Kommunikation mit dem Team möglich. Dies funktionierte über die Headsets auch wirklich gut.

„Firewall Zero Hour“ zeigt meiner Meinung nach, dass auch anspruchsvolle Multiplayer-Games in VR möglich sind. Die 4-gegen-4-Matches machten viel Spaß, liefen über die lokale Verbindung flüssig und die instinktive, präzise Steuerung ist schnell erlernt. Spieler, die einen guten VR-Multiplayer-Shooter suchen, können sich auf den am 28. August erscheinenden, exklusiven PlayStation-VR-Titel freuen.

Cybershoes: Immersion ohne Bauchschmerzen?

Meru Klee

Auch ich war positiv davon überrascht, wie sich selbst die Präzision der relativ günstigen PSVR verbessert zu haben scheint. Auch wenn mir in Virtual-Reality-Spielen meist ein Gameplay-Ansatz fehlt, der mehr Innovation bietet als eine andere Perspektive.

Noch dazu habe ich durchwachsene Erfahrungen mit Übelkeit gemacht, egal welches der VR-Systeme ich bisher ausprobiert habe. Helfen könnten dabei Ideen wie Cybershoes, ein Produkt, das ich auf der Gamescom ebenfalls ausprobiert habe. Kurz erklärt schnallt man sich hier einfach Rollen unter die Füße, mit deren Hilfe man sich in der virtuellen Realität im Sitzen "gehend" fortbewegen kann.

VR-Sohlen mit Rollen: Die Cybershoes haben mich auf der Gamescom überrascht.

Wie Snowboard-Boots werden die Fußteile angeschnallt, sie sind kabellos und kompatibel zur HTC Vive und über Steam VR ebenso zu Oculus Rift und Windows Mixed Reality. Während ich also zu Fuß und ballernd durch ein Level von "Doom VR" unterwegs war, hatte ich endlich ein Gefühl der Fortbewegung innerhalb der Virtual Reality, das meinem Gehirn auch logisch vorkam.

Das Ganze funktioniert sowohl vorwärts und rückwärts, während man auf einem drehbaren Hocker sitzt, und klappt überraschend gut. Die Cybershoes werden in Österreich entwickelt und sollen in Kürze per Kickstarter-Kampagne finanziert werden können.

VR nach dem Hype: Jetzt kann es richtig losgehen

Projekte wie diese zeigen, dass die Technologie noch Luft nach oben hat. Ob präzisere Spiele mit anspruchsvollerem Gameplay oder Hardware, die noch mehr Immersion aus der virtuellen Realität herauskitzeln soll – das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Virtual Reality könnte es also bald schaffen, seinen Ruf als kurioses Gadget abzulegen und seinen Platz im Gaming zu festigen.

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