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Die Xbox Series S ist Microsofts wahres Next-Gen-Highlight

Außen kompakt, innen eine gute Idee: die Xbox Series S.
Außen kompakt, innen eine gute Idee: die Xbox Series S. Bild: © Xbox Press 2020

Seit der Ankündigung der Xbox Series X wirbt Microsoft mit brachialen Leistungsdaten für die Next-Gen-Konsole. Nun ist bekannt: Mit der Xbox Series S kommt noch eine abgespeckte Variante des schwarzen Quaders auf den Markt. Die ist kein halbgares Downgrade, sondern verdient den Hype viel mehr.

Massig Teraflops und FPS, Raytracing, pfeilschnelle Ladezeiten, Gaming in 8K-Auflösung: Wer auf große Zahlen abfährt, dürfte mit dem bisherigen Diskurs um die Next-Gen-Konsolen recht zufrieden sein. Seit Monaten wetteifern Xbox-Hersteller Microsoft und PlayStation-Produzent Sony, wer seine Konsole mit der heißesten Technik versehen hat. Im quartettmäßigen Spec-Vergleich geht nur eines gern unter: Braucht es das alles überhaupt?

Next-Gen zum Kampfpreis

Microsoft hat mit der Xbox Series S nun eine Alternative für alle im Angebot, die diese Frage entschieden mit "Nein" beantworten, aber trotzdem für die nächsten Jahre gesicherten Zugriff auf fast alle großen Spiele-Neuerscheinungen haben wollen. Die Xbox Series S ist nicht nur in ihren Maßen kleiner als die Xbox Series X (und alle anderen Xbox-Konsolen), sie bietet auch weniger Leistung und Speicher, dafür aber den Kampfpreis von 299 Euro auf dem Preisschild.

Kurz nach der unfreiwillig etwas verfrühten Präsentation der Konsole hat Microsoft ein Erklärvideo veröffentlicht, das deutlich macht, an wen sich die Konsole richtet: an alle, die nicht unbedingt in 4K spielen wollen. Und wenn man dem Video glauben darf, ist das auch schon die einzige Einschränkung.

Alles gleich – bis auf die Auflösung

Die Komponenten im Inneren der Konsole sind einer bei Xbox Wire veröffentlichten Tabelle zufolge leistungsschwächer: Der Prozessor taktet etwas niedriger, die Grafikkarte ist schwächer, der Arbeitsspeicher kleiner. Der Clou ist aber: Die Kompromisse beim Innenleben scheinen bewusst so gewählt, dass die Spiele-Performance von der Auflösung abgesehen gleich bleibt. Next-Gen-Features wie Raytracing und schnelle Ladezeiten durch die verbaute SSD soll die Konsole trotzdem bieten und der Xbox Series X auch im Detailgrad in nichts nachstehen. Als Leistungsziel gibt Microsoft 1440p-Auflösung bei 60 FPS an, theoretisch sind bis zu 120 FPS möglich.

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Schwarz auf weiß: Xbox Series X und Xbox Series S im Vergleich. Bild: © Xbox Wire 2020

Wer braucht schon natives 4K?

Wenn das alles wirklich wie von Microsoft angepriesen funktioniert, dürfte die Xbox Series S für sehr viele Spiele-Fans völlig ausreichend sein. Selbst, wer unbedingt in 4K zocken muss, kann mit der Konsole glücklich werden: Sie beherrscht Upscaling der Texturen, rechnet also niedrigere Auflösungen hoch, wenn sie an ein 4K-Gerät angeschlossen wird.

Auch das reicht für die meisten Zwecke aus: Es wird sich immer jemand finden, der behauptet, den Unterschied zwischen echtem 4K und hochskalierten Bildern zu erkennen. Faktisch ist Upscaling aber mit den besten Methoden wie Nvidias DLSS 2.0 so gut, dass die Unterschiede quasi zu vernachlässigen sind. Klar, wie das bei der Xbox Series S funktioniert, wird sich zeigen müssen. Das Herumreiten auf "nativem 4K" war trotzdem schon bei der Xbox One X ein ermüdender Marketing-Schlachtruf – gut, dass Microsoft davon endlich weg ist.

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In der Xbox Series S stecken schwächere Varianten der Xbox-Series-X-Komponenten. Bild: © Xbox Press 2020

Game-Pass-Maschine mit möglichem Speicherproblem

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der XBox Series S erscheint auf den ersten Blick so gut, dass sich fast die Frage stellt, was überhaupt noch Kaufgründe für die 200 Euro teurere Power-Konsole Xbox Series X sind. Es sind wenige, aber es gibt sie. Die Xbox Series S verzichtet auf ein Disc-Laufwerk, taugt also nicht als Media Player für Blu-rays und Ultra HD Blu-rays.

Vor allem aber fällt ihr interner SSD-Speicher mit 512 GB sehr klein aus – die dürften schnell voll sein und regelmäßig nervige Daten-Schieberei oder Neu-Downloads erfordern. Zwar bietet die Xbox Series S die gleiche Möglichkeit zur Speichererweiterung mittels spezieller SSD-Steckkarten wie die Xbox Series X. Ob sich das preislich lohnt, muss sich aber erst noch zeigen.

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Der Speicher der neuen Xboxen lässt sich erweitern. Was die SSD-Karten kosten, ist aber noch unklar. Bild: © Digital Foundry / Microsoft 2020

Neue Nische als Zweitkonsole?

Definitiv lohnend ist die Konsole in Kombination mit dem Xbox Game Pass, der schon jetzt der beste Deal im Gaming ist und auf absehbare Zeit nur noch besser wird. Microsoft forciert das Spiele-Abo schon seit einer Weile als großes Alleinstellungsmerkmal des Xbox-Kosmos. Wo die PlayStation erfolgreich auf Exklusiv-Titel setzt, bietet Microsoft puren "value for money". Nicht zuletzt, da Microsoft nun EA Play zum Game Pass ergänzt – dadurch kommen mehr als 60 Spiele von Electronic Arts hinzu.

Die Xbox Series S könnte ihren Weg selbst zu eingefleischten Sony-Fans finden –  als Zweitkonsole, auf der alles gezockt wird, was im Game Pass ist, während die PS5 für Exklusivspiele genutzt wird. Klar, 299 Euro Kaufpreis plus Game-Pass-Abo sind immer noch ein Batzen Geld. Wer viel spielt und sich alle Games sonst einzeln für die PlayStation holt, wird das jetzt aber ernsthaft durchrechnen.

Das ist doch mal ein Zahlenvergleich, den wir bei den Next-Gen-Konsolen nicht erwartet hätten.

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