E3 2018: Bis zur PS5 bleibt Sony unbesiegbar – und dann?

Die exklusiven Games für die PS4 sind bisher unschlagbar.
Die exklusiven Games für die PS4 sind bisher unschlagbar. (©TURN ON 2016)
Meru Klee Bezeichnet Games als 'durchgespielt' sobald er die Kampagne durch hat – auch "Black Ops 4".

Als PS4-Fan bin ich von dem, was Sony auf der E3 2018 bei der PlayStation-Pressekonferenz gezeigt hat, begeistert. Games, an deren Qualität sich die direkte Konkurrenz auch dieses und nächstes Jahr die Zähne ausbeißen wird, machen den Kauf einer PS4 noch immer lohnenswert. Dennoch mache ich mir Sorgen um die Zukunft.

Ich habe alle PlayStation-Konsolen seit der ersten Generation besessen, bin mit den atemberaubenden Spielen von Sony aufgewachsen und ein großer Fan von dem, was die Worldwide Studios, vor allem in den letzten Jahren, aufgebaut haben. Aber so sehr man als PS4-Spieler derzeit mit außergewöhnlichen Games verwöhnt wird – ich mache mir Sorgen, ob Sony den Sprung in die nächste Generation erfolgreich meistern wird. Aber vielleicht sollte ich von ganz vorne beginnen...

Sony auf der E3 2018: Eye-Candy, so weit das Auge reicht

Die diesjährige E3-Pressekonferenz von Sony war, trotz dramaturgischer Schwächen, gelungen. Der PS4-Hersteller lieferte das ab, was er versprochen hatte: Einen genaueren Blick auf die kommenden Highlights und Exklusivspiele, an denen wir uns in den nächsten Monaten ergötzen dürfen. Und diese Titel waren allesamt herrlich! Niemand, weder die anderen großen Publisher, noch der große Konkurrent Microsoft, kommt qualitativ an die Einzelspieler-Erlebnisse heran, die Sony über seine First-Party-Studios präsentiert.

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"Ghost of Tsushima", "The Last of Us Part 2" und "Death Stranding" zählen zu den E3-Highlights.

Jedes der gezeigten Exclusives sieht wahnsinnig gut aus – ich könnte allein stundenlang darüber ausschweifen, wie brillant die Vegetation in "The Last of Us Part 2" aussieht oder die lebendige Spielwelt im Gameplay-Trailer zu "Ghost of Tsushima". Und auch in Sachen Gameplay weiß ich, dass auf die Entwickler Verlass sein wird: Von "Spider-Man", das mein Herz als Comic-Fan höher schlagen lässt, bis zum wunderbar wahnwitzigen "Death Stranding", in dem nun auch noch die "Sieben Millionen Dollar Frau" Lindsay Wagner mitspielt, werde ich jedes einzelne dieser Games bis zum Umfallen spielen –  kein Zweifel.

Das Event: Keine großen Überraschungen, aber schön

Klar, Sonys PlayStation-Event hätte neben der Ankündigung von "Nioh 2" noch eine größere Überraschung vertragen – aber wie gesagt, der PS4-Hersteller hat genau das geliefert, was er versprochen hat und holt zum Ende des aktuellen Lebenszyklus seiner Konsole noch mal alles aus der PS4 heraus. Lediglich genaue Release-Termine bleibt das japanische Unternehmen schuldig, diese können aber auch noch auf Events wie der Gamescom oder der eigenen Hausmesse PSX im Dezember verkündet werden.

Wieso also mein Missmut? Ganz einfach: Ich mache mir Sorgen um die PS5, beziehungsweise um das, was aus der Spiele-Plattform PlayStation nach dem Ende dieser Generation wird. Das Ende kommt schließlich mit gefühlten Riesenschritten immer näher. Man verstehe mich nicht falsch, ich habe vollstes Vertrauen auf das, was Hardware-Architekt Mark Cerny und sein Team hinter verschlossenen Türen entwickeln. Was ich vermisse, sind jedoch Anzeichen dafür, dass Sony seine Strategie schrittweise neu ausrichtet, sodass sie dem, was aus Gaming in den nächsten Jahren werden wird, standhalten kann

Über Spiele Konsolen verkaufen: Die Zeiten ändern sich

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Cloud-Gaming: Schon bald könnte es unwichtig werden, wie rechenstark Gaming-Hardware ist.

Wie schon bei Film- und Fernsehindustrie und auch im Musikgeschäft verschiebt sich das Konsumverhalten im Gaming ins Netz. Dieser Trend lässt sich schon seit längerem in der Branche beobachten. Bei einem Besuch in Paris konnte ich mich zudem gerade erst von den Fortschritten in Sachen Cloud-Computing überzeugen. Nicht erst seit EA und Microsoft auf dieser E3 ihre Ausrichtung in Sachen Abodienste und Cloud-Gaming untermauert haben und Ubisoft seinen Blick auf die Zukunft klar machte, bin ich mir sicher: Das herkömmliche Geschäftsmodell von Sony PlayStation muss sich in den nächsten Jahren ändern.

Sonys Exklusiv-Games: Jedes einzelne ein System-Seller

Noch produzieren die Sony Worldwide Studios sagenhafte Exklusivspiele, die so gut sind, dass sich der Kauf einer PS4 für jedes einzelne von ihnen lohnt. Durch diese Exklusivität sichert Sony die Existenz der Konsole, was wohl der Hauptgrund dafür ist, dass der hauseigene Cloud-Gaming-Dienst PS Now nie aktuelle PS4-Spiele im Angebot hat und in Sachen Service generell zu wünschen übrig lässt. Könnte man beispielsweise "The Last of Us 2" zum Release per Streaming auch auf einem PC spielen, würden die Konsolenverkäufe mit Sicherheit nachlassen.

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Bei PS Now gibt es keine aktuellen Exklusivspiele.

Dass diese Strategie bisher aufgeht, musste auch Microsoft einsehen, die bisher nur etwa halb so viele Xbox-One-Konsolen verkaufen konnten wie der japanische Konkurrent die PS4. Und selbst Nintendo sichert durch Exklusivität seiner Marken "Super Mario" oder "The Legend of Zelda" das Konsolengeschäft mit der Nintendo Switch – innerhalb eines Jahres wurden davon mehr Geräte abgesetzt als insgesamt von der Xbox One. Aber was, wenn dieses Modell zukünftig einfach nicht mehr zu halten sein wird?

Mehr Service: Umbau der Plattform erst mit der PS5?

Die Konkurrenz hat die Jahre der PS4-Dominanz nämlich sinnvoll genutzt und seine Service-Angebote stark verbessert. Allein der Xbox Game Pass, ein Spiele-Abo, mit dem sämtliche Exklusivspiele der Plattform sofort bei Release spielbar sind, lässt die monatlich bei PS Plus enthaltenen Games mehr als blass aussehen. Nun hat auch Electronic Arts mit Origin Access Premiere einen ganz ähnlichen Service angekündigt – und Sony?

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"Death Stranding" ist schön, aber rätselhaft – wohin führt es Sony in den nächsten Jahren?

Ich war als Fan davon ausgegangen, dass das PlayStation-Team auf der E3 2018 ein Signal setzt. Unterstreicht, warum es sich den Thron auch in den kommenden Jahren nicht streitig machen lassen wird. Zumindest Schritte andeutet, die zeigen, dass Sony auch über den Hardware-Tellerrand hinaus denkt – denn um nackte Specs wird es, das hat mir der Launch der Xbox One X gezeigt, bei der nächsten Konsolen-Generation nicht gehen.

Vielleicht ja im nächsten Jahr.

Alles weitere zur E3 2018 findest Du in unserer Info-Zentrale zur wichtigsten Spielemesse der Welt.

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