Epic Games macht Steam Konkurrenz – mit einem "faireren" Store

Die "Fortnite"-Macher bauen einen eigenen Shop für Games auf.
Die "Fortnite"-Macher bauen einen eigenen Shop für Games auf. (©Epic Games 2018)
David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

"Fortnite"-Entwickler Epic Games eröffnet demnächst einen eigenen Spiele-Store in direkter Konkurrenz zu Steam. Das Besondere: Studios, die ihre Games über die Plattform anbieten, bekommen einen höheren Anteil vom Kaufpreis. Wie genau der Shop funktionieren soll, will Epic bei den Game Awards verraten.

Für viele PC-Spieler ist Steam die zentrale Anlaufstelle für alle ihre Games, doch nun betritt ein möglicher Konkurrent den Ring: Epic Games, vor allem bekannt als das Studio hinter "Fortnite", will laut The Verge einen eigenen Shop eröffnen, über den auch Spiele von Drittanbietern gekauft werden können – im Unterschied zu Angeboten wie Ubisofts Uplay oder EA Origin, wo ausschließlich Titel eines Publishers zur Verfügung stehen.

Mehr vom Kuchen für Spieleentwickler

Mögliche Vorteile hat das Angebot vor allem für Entwickler von Videospielen: Statt der 20 bis 30 Prozent, die Steam derzeit vom Kaufpreis eines Spiels einbehält, sollen im Epic-Games-Store nur 12 Prozent der Einnahmen an den Plattformbetreiber gehen – die Spieleentwickler bekommen also verhältnismäßig großzügige 88 Prozent. Der Dienst soll auf PC und Mac starten, später aber möglicherweise auch Mobile-Spiele anbieten.

Epic will Details bei den Game Awards verraten

Details zum Start und genauen Umfang will Epic Games am 7. Dezember bei den Game Awards bekanntgeben. Ein bisschen ist aber jetzt schon bekannt: So soll es keinen Store-weiten DRM-Kopierschutz für Spiele geben, außerdem plant Epic keine Foren oder ähnliche soziale Features, wie sie Steam hat. Ein eigener Chat, Matchmaking-Hilfen, Cloud-Speicher und ein 14-tägiges Rückgaberecht sollen aber an Bord sein.

Nur ein weiterer Launcher?

Was bedeutet der neue Shop nun für Gamer? Es ist anzunehmen, dass Titel von Epic Games selbst in Zukunft exklusiv über den neuen Store erscheinen werden. Abzuwarten bleibt, wie es mit Spielen aussieht, die die beliebte Unreal Engine 4 – eine Eigenentwicklung von Epic – verwenden. Bislang hat das Studio nur bekanntgegeben, dass UE4-Games im neuen Store von den Lizenzgebühren für die Engine befreit sind – ein möglicher Grund für Entwickler, ihre Spiele dort anzubieten.

Ob Codes für Spiele bei dem neuen Dienst auch im Einzelhandel angeboten werden, wie es bei Steam-Games oft der Fall ist, ist ebenfalls noch unklar.

David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.
Das sagt David:
Ich bin zwiegespalten: Einerseits ist es immer gut, wenn ein Quasi-Monopolist wie Steam ernsthafte Konkurrenz bekommt – erst recht, wenn die Entwickler dadurch mehr Geld sehen. Andererseits ist der Epic-Store noch ein weiterer Launcher, mit dem die immer unübersichtlichere Spielesammlung verwaltet werden muss. Mal sehen, was daraus wird ...
Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Beliebteste Artikel bei Play

  • Letzte 7 Tage
  • Letzte 30 Tage
  • Alle
close
Bitte Suchbegriff eingeben