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Epic: "Wenn Steam besser zahlt, hören wir auf mit den Exklusiv-Deals."

"Fortnite"-Macher Epic Games macht der Konkurrenz ein Angebot.
"Fortnite"-Macher Epic Games macht der Konkurrenz ein Angebot.

Der Epic-Games-Store sichert sich derzeit zahlreiche Top-Titel als Exklusivspiele, was viele Fans von Platzhirsch Steam verärgert. Epic-Chef Tim Sweeney machte nun auf Twitter ein interessantes Angebot an den Konkurrenten. Ist das ernst gemeint oder doch nur Marketing?

Es gibt gute Gründe dafür, warum derzeit so viele Entwickler und Publisher ihre neuen PC-Spiele exklusiv im Epic Store veröffentlichen. Einer davon: Epic zahlt deutlich besser als der größte Konkurrent Steam: Die Macher eines Spiels bekommen hier 88 Prozent des Verkaufspreises, während es bei Steam nur 70 bis 80 Prozent sind. Tim Sweeney hat nun bei Twitter verkündet: Wenn Steam mitzieht, ändern wir unsere Strategie!

Tim Sweeney spielt den Ball zu Steam

Und er ging sogar noch weiter: Nicht nur, dass Epic von  Exklusiv-Deals Abstand nehmen würde, wenn Steam ebenfalls 88 Prozent zahlt. "Wir würden darüber nachdenken, unsere eigenen Games bei Steam anzubieten", so Sweeney – und dazu zählt immerhin der Gigant "Fortnite". Laut dem Epic-CEO wäre das "ein glorreicher Moment in der Geschichte des PC-Gamings und würde mitreißenden Einfluss auf andere Plattformen für kommende Generationen haben".

Meint der Epic-Boss das ernst ...

Klingt alles zunächst nach einer guten Sache und ziemlich selbstlos. Allerdings fällt es schwer, nicht ein bisschen kritisch auf die Äußerungen von Sweeney zu blicken. Epic Games steht wegen seiner Exklusivdeals bei vielen Spielern aus unterschiedlichen Gründen (manche sinnvoll, manche weniger sinnvoll) in der Kritik. Die Tweets sind daher als geschickter Versuch lesbar, den Druck auf Steam abzuwälzen und die Konkurrenz zum Handeln zu zwingen.

... oder will er nur ablenken?

Außerdem hat Epic gerade auch abseits von Exklusivität mit schlechter Presse zu kämpfen: Ein Report von Polygon dokumentierte kürzlich die harten Überstunden-Schichten und ein generell toxisches Arbeitsklima bei dem Studio, das durch die dauernde Weiterentwicklung von "Fortnite" unter großem Druck steht.

Ob sich Steam zu Sweeneys Vorschlägen äußert und ob den Worten irgendwann Taten folgen, bleibt abzuwarten.

Das sagt David:
Epic Games als digitaler Robin Hood, der mit mehr oder weniger sanftem Druck für Gerechtigkeit eintritt? Es fällt mir zugegebenermaßen schwer, an dieses Bild zu glauben. Aber wer weiß: Vielleicht ist der Zynismus ja völlig unangebracht und aus Sweeneys Tweets folgen wirklich gute Entwicklungen ...
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