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eSports bei Olympia: "Gewaltspiele" haben laut IOC keine Chance

eSports begeistern Millionen – bald auch bei Olmpia?
eSports begeistern Millionen – bald auch bei Olmpia? (©Paul Zinken/dpa 2017)

Werden eSports bald olympische Disziplin? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschäftigt sich nun ganz offiziell mit dieser Frage. Allerdings schließt es Spiele mit hohem Gewaltanteil von vornherein aus.

Nachdem kürzlich die Nachricht die Runde machte, dass es bei den Olympischen Sommerspielen 2024 eSports-Turniere geben könnte, wird jetzt über die Bedingungen nachgedacht. Wie IOC-Präsident Thomas Bach in einem Interview erklärte, habe man ein "großes Interesse" an Wettbewerben mit Sportsimulationen, in denen Sportarten wie Fußball oder Basketball virtuell gespielt werden. Allerdings müsse eine "klare Linie" gezogen werden.

Brutale Games widersprechen "olympischen Werten"

"Wir wollen Diskriminierungsfreiheit, Gewaltfreiheit und Frieden zwischen den Menschen fördern", so Bach gegenüber der Zeitung South China Morning Post. "Das passt nicht zu Videospielen, die Gewalt, Explosionen und Töten in den Mittelpunkt stellen." Spiele, die überbordende Gewalt und Blutvergießen enthielten, widersprächen den "olympischen Werten". Wo genau die Grenze gezogen werden soll, ließ er offen. Olympische Turniere mit Ego-Shootern wie "Counter-Strike" und "Overwatch" oder selbst MOBAs wie "League of Legends" und "Dota 2" dürften damit aber definitiv nicht in Betracht kommen.

eSports brauchen klare Regeln für Olmypia

Ein ganz anderes Problem in der Kompatibilität von eSports und Olympia sind laut Bach die oftmals noch wenig fest definierten Regelwerke für Videospiele. "Jemand muss garantieren, dass die eSports-Athleten nicht gedopt sind, dass sie technischen Regeln folgen und dass sie einander respektieren." Hier bestehe noch Nachbesserungsbedarf.

Ein recht entlarvendes Zitat lässt allerdings fraglich erscheinen, wie weit es mit der eSport-Leidenschaft des IOC und dem Verständnis für den virtuellen Sport wirklich her ist. Als er über die Olympia-Tauglichkeit von Sportsimulationen sprach, fügte Bach hinzu: "Wir hoffen, dass die Spieler dann eine echte Sport-Performance abliefern. Wenn die Fans am Ende den Sport auch in der echten Welt spielen, würde uns das noch glücklicher machen."

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