menu

Google Play Pass: Abo-Dienst startet in den USA und stößt auf Kritik

Mit dem Google Play Pass startet auch für Android-Nutzer in den USA eine Spiele-Flatrate zum Festpreis. Wie bei Microsofts Xbox Game Pass erhalten Kunden Zugriff auf eine werbefreie Bibliothek mit wechselnden Inhalten. Spieleentwickler werden nach Nutzungszeit ihrer Games bezahlt – das ruft auch Kritiker auf den Plan.

Ab sofort erhalten Android-Nutzer in den USA für 4,99 US-Dollar im Monat Zugriff auf den Google Play Pass. Das Abo ermöglicht die Nutzung einer App-Bibliothek ohne Werbung und Zusatzkosten. Erst kürzlich startete auch auf iOS die Apple Arcade, ein ähnlicher Service mit einem kuratierten Angebot an Software zum Flatrate-Preis.

Abo-Modell: Entwickler besorgt über die Zukunft der Spiele

Ein Absatz in den Entwickler-Bedingungen von Google ruft nun Kritik von Spiele-Herstellern hervor: Entwickler von Apps, die im Google Play Pass enthalten sind, werden nach Nutzungsdauer bezahlt. Das könnte sich drastisch darauf auswirken, wie Games zukünftig gestaltet werden. Wörtlich heißt es: "Entwickler verdienen ein Honorar, das anhand der Zeit berechnet wird, die Abonnenten in der App verbringen und daran, wie Inhalte insgesamt bewertet werden."

Dieses Modell unterscheidet sich vom Xbox Game Pass, bei dem Entwickler von Microsoft eine Vorauszahlung zusätzlich zu Einnahmen nach Nutzung erhalten, wie Analyst Daniel Ahmad schreibt. Wie Spielehersteller für die Apple Arcade entlohnt werden, ist unbekannt.

Zukunftsvision: Nur noch Endlosspiele wie "Fortnite"?

Will O'Neill, Schöpfer von Games wie "Guildmaster Story", beschreibt den Effekt auf Twitter anhand eines zurzeit populären Indie-Spiels: "Wenn Du drei Stunden brauchst, um 'Untitled Goose Game' durchzuspielen, hätte das vielleicht ein paar Cent gebracht, anstatt der 20 Dollar, die man jetzt dafür zahlt." Entwickler seien keine Musiker, die ihr Einkommen seit der Einführung von Streaming-Diensten vermehrt durch Live-Auftritte bestreiten.

Auch Indie-Spiele-Publisher Mike Rose äußerte sich besorgt gegenüber IGN: "Noch ein paar Jahre, und es wird nur noch solche Abos geben. Es wird Entwickler dazu zwingen, sich zu fragen, wie sie Geld verdienen können. Spiele, die eine Geschichte erzählen, wird es nicht mehr geben, wir werden in einem Meer von 'Fortnites' und Pachinko Maschinen [japanisches Glücksspiel] ertrinken."

Ob Google bei seinem angekündigten Cloud-Gaming-Dienst Google Stadia ein ähnliches Bezahlmodell nutzen will, ist unbekannt.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Android

close
Bitte Suchbegriff eingeben