menu
Highlight

Ich hab die "Anthem"-Ladezeiten verkürzt – aber das hatte seinen Preis

Geht's endlich los? "Anthem" strapazierte meine Geduld – doch es gab eine Lösung.
Geht's endlich los? "Anthem" strapazierte meine Geduld – doch es gab eine Lösung.

Wie viele Spieler kämpfte ich in der Early-Access-Phase von "Anthem" mit zermürbenden Ladezeiten und anderen Problemen. Die nervigsten davon ließen sich auf dem PC allerdings durch ein simples Hardware-Upgrade beheben. Empfehlen würde ich das aber nur unter Vorbehalt ...

Nach langer Vorfreude spiele ich seit ein paar Tagen endlich "Anthem" und wenn ich auch nicht komplett begeistert bin (dazu später in einem gesonderten Artikel mehr), habe ich doch Spaß. So richtig genießen kann ich den Loot-Shooter allerdings erst, seit ich ihn auf einer neuen Festplatte installiert habe. Genauer: auf einer SSD.

Es mag heute weitgehend Standard sein, das PC-Betriebsystem für einen schnellen Start auf eine SSD zu packen und sonstige Daten auf einer klassischen HDD-Festplatte zu lagern. Mein Rechner kam bislang aber nur mit einer geräumigen HDD aus – und mit keinem Spiel hatte ich dabei je Probleme. Bis "Anthem" kam.

Ich weiß mittlerweile sehr genau, wer der beweglichste Javelin ist ... fullscreen
Ich weiß mittlerweile sehr genau, welcher der beweglichste Javelin ist ...

"Anthem" und die laaange Leitung

Dass die Ladebildschirme und Ladezeiten des Bioware-Games ein Problem sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Für mich waren sie sogar noch ein größeres Problem als für viele andere: Nicht nur, dass ich auf jede Mission gute zweieinhalb Minuten warten musste. Wenn ich dann endlich in der Spielwelt war, waren meine Teamkollegen oft schon so weit vorausgeflogen, dass mich das Game zu ihnen teleportierte – was einen weiteren Ladebildschirm zur Folge hatte.

Auf diese Weise verpasste ich regelmäßig das erste Drittel der Missionen und spielte in der Konsequenz lieber solo oder mit Spielern, die von meinen Problemen wussten und an der Startrampe geduldig auf mich warteten.

Kämpfe gegen Phantom-Gegner & unsichtbare Wände

Aber nicht nur die Ladebildschirme waren ein Problem, auch das sogenannte Streaming – also das ständige Laden von Texturen und anderen Elementen im Hintergrund, während das Spiel läuft – nervte. Regelmäßig flog ich durch die Gegend, wurde plötzlich beschossen und wusste nicht, woher: Das Spiel hatte Gegner in meiner Nähe berechnet, allerdings waren sie optisch noch nicht sichtbar und ich konnte mich nicht gegen sie wehren. Gleiches galt für die Landschaft: Teils stieß ich plötzlich gegen unsichtbare Wände, die sich erst mit einigen Sekunden Verspätung in Häuser oder Bäume verwandelten.

So wie hier sah mein Spiel auch ohne SSD aus. Der Unterschied: Die Gegner fehlten, ihre Schüsse aber nicht. fullscreen
So wie hier sah mein Spiel auch ohne SSD aus. Der Unterschied: Die Gegner fehlten, ihre Schüsse aber nicht.

Ein guter Anlass für den SSD-Kauf

In den vergangenen Tagen sprach sich auf Reddit dann herum, dass Bugs dieser Art vor allem auftreten, weil "Anthem" überdurchschnittlich viele Daten ständig von der Festplatte lädt. Wenn die zu langsam ist, kommt es eben zu Verzögerungen, und weil die so ungemein zermürbend ausfielen, nahm ich mir einen oft genannten Tipp zu Herzen und kaufte mir für gut hundert Euro eine SSD. Das hatte ich eh schon länger vor – schließlich gilt die Installation von Windows auf einem schnellen Speicher gemeinhin als simpler und ungemein effektiver Turbo-Boost.

Einen Effekt auf "Anthem" hatte ich also erwartet, er fiel allerdings noch deutlich stärker aus als ich zu hoffen gewagt hatte. Die Anzahl der Ladebildschirme hat sich natürlich nicht verringert und ehrlich gesagt sind es immer noch viel zu viele. Aber: Ich verbringe darin nun lediglich Sekunden und keine Minuten mehr. Seitdem bekomme ich auch im Team die kompletten Quests mit. Das Problem zu spät gestreamter Texturen und Gegner hat sich ebenfalls vollständig in Wohlgefallen aufgelöst.

Der einzige Nachteil: Ich schaffe nun weniger Matches im Strategiespiel "Into the Breach", das sich schnell als launige Wartezeit-Überbrückung etabliert hatte.

"Anthem" in Origin auf SSD verschieben – kein Problem

Mein durchaus eingetrübter erster Eindruck von "Anthem" hat sich durch den Hardware-Fix drastisch verbessert. Wer mit ähnlichen Problemen kämpft und schon eine SSD im Rechner hat, sollte das Spiel unbedingt probeweise dorthin verschieben. Über den Origin-Client ist das leicht und ohne Neuinstallation erledigt: Ein Rechtsklick in der Origin-Spielebibliothek auf "Anthem", "Spiel verschieben" auswählen, den neuen Speicherort auf der SSD auswählen und ein paar Minuten warten – fertig.

Hallo Welt! Dank SSD bekomme ich den Ausblick in "Anthem" endlich zeitnah zu sehen. fullscreen
Hallo Welt! Dank SSD bekomme ich diesen Ausblick in "Anthem" endlich zeitnah zu sehen.

Hoffen auf den Day-One-Patch

Vom Neukauf einer SSD nur für "Anthem" rate ich allerdings vorerst eher ab – es sei denn, Du hattest das eh vor. Dann ist das Spiel immerhin ein guter Anlass. Der Day-One-Patch, der zum offiziellen Release am 22. Februar erscheint, soll aber auch auf HDD-Festplatten die Performance verbessern. Möglich, dass dann die Streaming-Probleme auch dort behoben und die Ladebildschirme erträglicher sind.

SSD für PS4 und Xbox One
Auch PS4 und Xbox One können mit SSDs aufgerüstet werden. Ob "Anthem" dadurch einen ähnlichen Performance-Schub erhält wie auf dem PC, konnte ich nicht ausprobieren. Unwahrscheinlich ist das aber nicht.

Eine Lösung, aber keine Entschuldigung

Ohnehin bleibt die Hoffnung, dass BioWare an den Ladezeiten in Zukunft noch gehörig schraubt. Denn seien wir mal ehrlich: Ich bin zwar froh, das Problem auf recht einfache, wenn auch nicht ganz günstige Art und Weise gelöst zu haben. Dass es überhaupt auftritt, spricht aber nicht gerade für ein gut optimiertes Produkt – "Anthem" ist wie gesagt das erste Spiel, dem meine Festplatte nicht genügt hat. Da ist noch viel Luft nach oben!

Kommentare anzeigen (3)
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Anthem

close
Bitte Suchbegriff eingeben