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Ich hätte 2018 viel mehr Indie-Games spielen sollen

"Dead Cells" fand ich 2018 super, "Gris" und "Return of the Obra Dinn" muss ich noch nachholen.
"Dead Cells" fand ich 2018 super, "Gris" und "Return of the Obra Dinn" muss ich noch nachholen.
David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

2018 bleibt als Jahr der Mega-Blockbuster in Erinnerung – und auch als Jahr der Indie-Perlen. Aber habe ich all diese kleinen Meisterwerke der vergangenen Monate eigentlich gebührend gewürdigt? Nein! Zeit also für einen reumütigen Rückblick – und den ersten guten Vorsatz für 2019.

Zeitmangel ist ja eigentlich eine richtig blöde Ausrede, wenn es um verpasste Spiele, Serien, Filme, Bücher oder was auch immer geht. Das Gaming-Jahr 2018 machte es einem gerade in der zweiten Jahreshälfte aber wirklich nicht leicht: Innerhalb weniger Wochen erschienen zum Beispiel "Red Dead Redemption 2" und "Assassin's Creed Odyssey" – und das sind nur zwei unter vielen umfangreichen AAA-Titeln des Jahres.

Allein im Oktober 2018 bekamen Gamer im Grunde genug zu tun für den Rest des Jahres.
Allein im Oktober 2018 bekamen Gamer im Grunde genug zu tun für den ganzen Rest des Jahres.

Rundherum scharte sich eine ganze Reihe weiterer, nicht weniger grandioser Releases: "Pokémon Let's Go", "Marvel's Spider-Man", "Forza Horizon 4" und das frisch mit einem Game Award zum Spiel des Jahres gekürte "God of War" seien hier nur beispielhaft erwähnt. Spiele mit Live-Service-Ansatz, wie "Destiny 2", "Fortnite" oder "Warframe", machten 2018 mit großen Updates und Events Furore und kommen als besonders gierige Zeitfresser noch obendrauf.

Überraschung! "Dead Cells" läuft "Red Dead 2" den Rang ab

Spielzeit war also ein knappes Gut und in meinem Fall floss erstaunlich viel davon in einen Titel, den ich zunächst gar nicht auf dem Schirm hatte: "Dead Cells". Das fordernde Roguevania mit dem süchtig machenden Loop aus Kämpfen, Sammeln, Sterben und Neu-Beginnen erschien 2018 nach längerer Early-Access-Phase unter anderem für die Nintendo Switch, die mittlerweile eh auf dem besten Weg zur ultimativen Indie-Maschine ist. Seitdem hält es mich in seinem Bann – zu Hause, unterwegs, überall.

Beim Blick in den Rückspiegel, der zum Jahresende dazugehört wie Feuerwerk, muss ich so tatsächlich einräumen: Das Game vom kleinen französischen Studio Motion Twin hat mich viel mehr und viel länger gefesselt als so manche "große" Konkurrenz. "Dead Cells" ist , "RDR2", "GoW", "ACO" und Co. zum Trotz, wohl tatsächlich mein Spiel des Jahres 2018.

Kleinere Games hatten 2018 ein ziemlich gutes Jahr

Auch andere kleinere (und günstigere) Titel habe ich aber in den vergangenen Monaten ins Herz geschlossen. Das schlichte, ruhige, einfach schöne Jump'n'Run "Fe" aus dem Indie-Programm von EA war weit entfernt von perfekt, aber für mich im Februar das richtige Game zur richtigen Zeit. Das minimalistische VR-Rhythmusspiel "Beat Saber" zeigte mir endlich, wie Virtual Reality wirklich Spaß macht. Und erst kürzlich freute ich mich über "Mutant Year Zero: Road to Eden" – einen rundenbasierten "XCOM"-Klon, der seine schräge Postapokalypse stimmiger hinbekam als manches große Franchise.

Gleichzeitig werfen diese kleinen Freuden des Gaming-Jahres 2018 aber eine unbequeme Frage auf: Welche guten Spiele des Jahres habe ich 2018 eigentlich verpasst?

Verpasste Perlen: Hardcore-Plattformer, Strategie-Hits & düstere Retro-Rätsel

"Celeste" zum Beispiel. Der Plattformer sahnte nicht nur bei den Game Awards ab, sondern taucht auch in zahlreichen Jahresbestenlisten auf. Wie "Dead Cells" ist das Game mit seiner pixeligen Comic-Grafik wie gemacht für die Switch, außerdem eilt ihm ebenfalls ein Ruf als gnadenloser Skill-Test voraus. Vor allem dieser Punkt schreckte mich bislang ab, aber vielleicht wird es Zeit, das noch einmal zu überdenken. Gleiches gilt für das Metroidvania "Hollow Knight", das 2018 für die Switch erschien und dort, nach allem was man so hört, perfekt aufgehoben ist.

"Into The Breach" muss ich ebenfalls noch eine Chance geben. Rundenbasierte Taktik zwischen Mech-Science-Fiction und Schach, ein genial simples Spielprinzip und ein Metacritic-Score in luftigen Höhen? Das klingt nach Pflichtprogramm.

Noch nichts Schlechtes gehört habe ich auch über das erst kürzlich veröffentlichte Rätsel-Abenteuer "Return of the Obra Dinn", in dem ich in Retro-Grafik als Versicherungs-Angestellter mysteriöse Todesfälle auf einem Segelschiff aufkläre.

Mein erster Vorsatz für 2019: Mehr Indies spielen!

Ohnehin ist gerade das Jahresende voll mit Titeln, die nun mangels Tagen im alten Jahr wohl oder übel zur Erfüllung meines ersten guten Vorsatzes für 2019 herhalten müssen: Ich sollte endlich mehr Indie-Games spielen! "Gris" etwa habe ich überhaupt mehr durch Zufall entdeckt, nun ist der optisch wunderschöne, meditative Plattformer als Beschäftigung für die Weihnachtstage fest eingeplant – natürlich auf der Switch.

Das malerische Soulslike "Ashen", die düsteren Dungeons von "Below", das Ninja-Jump'n'Run "The Messenger", das (wenn man den Kritiken glauben darf) VR-Meisterwerk "Astrobot Rescue Mission" und viele der oben genannten Games werde ich wohl erst 2019 näher erkunden. Wenn ich es überhaupt schaffe.

Irgendwo muss man ja anfangen ...

Denn, wie das bei guten Vorsätzen immer so ist, werde ich auch diesen nicht sonderlich gewissenhaft einhalten können. 2019 werden wieder Unmengen von großen und kleinen Games um Aufmerksamkeit und Spielzeit buhlen. Mit Sicherheit werde ich am Ende des Jahres wieder zahlreiche verpasste Highlights zu beklagen haben. Vermutlich hole ich noch nicht einmal alle Versäumnisse dieses Jahres auf.

Aber, liebe Indie-Welt: Ich behalte Dich im Auge, gebe mir Mühe und gelobe Besserung. Dass sich das lohnt, hat sich 2018 ja schon überdeutlich angedeutet. Auf ein noch besseres "kleines" Gaming-Jahr 2019!

Überblick: Gespielte & versäumte Indie-Hits 2018 (Auswahl)

  • "A Way Out"
  • "Ashen"
  • "Astro Bot Rescue Mission"
  • "Beat Saber"
  • "Below"
  • "Celeste"
  • "Dead Cells"
  • "Fe"
  • "Frostpunk"
  • "Gris"
  • "Hollow Knight" (Switch)
  • "Into the Breach"
  • "Mutant Year Zero: Road to Eden"
  • "Return of the Obra Dinn"
  • "Subnautica"
  • "The Messenger"
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