News

"Lootboxen sind Glücksspiel": Belgien will Verbot in ganz Europa

Der Streit um die Lootboxen in "Star Wars: Battlefront 2" und anderen Spielen geht weiter.
Der Streit um die Lootboxen in "Star Wars: Battlefront 2" und anderen Spielen geht weiter. (©Electronic Arts 2017)

Der Ton in der Diskussion um die umstrittenen Lootboxen anlässlich des neuen Shooters "Star Wars: Battlefront 2" wird schärfer: Die belgische Spiele-Kommission hat die Mikrotransaktionen in dem EA-Titel als "Glücksspiel" bezeichnet und will ein Verbot in Europa. Die Regierung von Hawaii sieht in den Lootboxen "Raubtiermethoden."

Dass sich Hersteller Electronic Arts mit der Einführung von Lootboxen in seinem neuen Titel "Star Wars: Battlefront 2" keinen Gefallen getan hat, wird immer deutlicher. EA hat nach scharfer Kritik aus der Gamer-Szene die Mikrotransaktionen nach eigener Aussage "vorübergehend" deaktiviert, vom "Star Wars"-Mutterkonzern Disney hat es wohl deutliche Ansagen in Richtung des Spieleherstellers gegeben. Die Disney-Bosse befürchten nur etwa drei Wochen vor dem Start des neuen Films "Star Wars: Die letzten Jedi" wohl einen Imageschaden für die Marke.

Lootboxen: Jetzt wird die Politik aufmerksam

Aber auch die Politik wird langsam auf die höchst umstrittene Praxis der Hersteller aufmerksam, für das Gaming teils entscheidende Gegenstände per undurchsichtigem Zufallsprinzip im Spiel zu verkaufen. Belgien etwa hat in der letzten Woche diese Praxis untersucht, und ist laut PC Gamer zu einem deutlichen Ergebnis gekommen: "Die Mischung aus Geld und der Abhängigkeit von den Gegenständen kommt einem Glücksspiel gleich", so die belgische Spiel-Kommission. Der belgische Justizminister Koen Geens legt nach: "Die Vermischung von Glücksspiel und Spielen ist vor allem in geringem Alter gefährlich für die geistige Gesundheit von Kindern."

Geens lehnt Ingame-Käufe grundsätzlich ab, wenn nicht genau klar sei, was man da kauft. Er die Praxis verbieten, merkt aber an: "Dieser Prozess wird Zeit beanspruchen, weil wir das auf der europäischen Ebene machen müssen." Es könnte also sein, dass sich demnächst die Europäische Kommission oder das Europaparlament mit den Lootboxen befassen werden. Glücksspiel jeder Art ist in Europa staatlich streng reglementiert.

Politiker aus Hawaii: "Raubtiermethoden"

Mitten im Thema sind schon die Politiker des US-Bundesstaates Hawaii. Das demokratische Mitglied des Repräsentantenhauses Chris Lee  bezeichnete die Lootboxen in "Star Wars: Battlefront 2" laut Gamerant als "Raubtiermethoden". Auf Hawaii wird diskutiert, ob etwa Kindern verboten werden sollte, derartig ausgestattete Titel zu spielen.

Etwas verstörend in diesem Zusammenhang wirkt die Meldung, dass EA angeblich einen der Autoren von "Plants vs. Zombies" gefeuert hat, weil der es ablehnte, Mikrotransaktionen ins Spiel einzubauen. In einem Podcast von Edmund McMillen wird laut Gamerant die Story erzählt, dass George Fan seinen Hut nehmen musste, weil er in die Version 2 des populären Casual-Titels keine zusätzlichen Einnahmequellen einbauen wollte.

Neueste Artikel zum Thema 'Star Wars: Battlefront 2'

close
Bitte Suchbegriff eingeben