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Microsoft wollte mal Nintendo kaufen – und wurde ausgelacht

Mario auf der Xbox? Darüber konnte Nintendo nur lachen.
Mario auf der Xbox? Darüber konnte Nintendo nur lachen. Bild: © Nintendo of Europe 2017

Nein, das ist kein Scherz: Microsoft wollte vor einigen Jahren Nintendo kaufen, um sich Mario- und Zelda-Games für die Original Xbox zu sichern. Das Meeting, in dem Microsoft das Kaufangebot unterbreitete, verlief aber anders als geplant: Statt eine normale Absage zu kassieren wurden die Microsoft-Mitarbeiter von den Verantwortlichen bei Nintendo ausgelacht.

Diese lustige Anekdote ist Teil eines aktuellen Bloomberg-Artikels, in dem es um die Entwicklung der Xbox geht. Kevin Bachus, ehemaliger Director für Third-Party-Relations, beschreibt Microsofts mutiges Vorhaben wie folgt: "Steve [Ballmer, Ex-Microsoft CEO] schickte uns in ein Meeting mit Nintendo, um in Erfahrung zu bringen, ob sie an einer Übernahme interessiert seien. Sie haben uns nur ausgelacht. Stellt euch einmal vor, wie es ist, eine ganze Stunde lang ausgelacht zu werden. So ungefähr ist das Meeting gelaufen."

Und wie sieht's mit Nintendo-Games für Xbox aus?

Microsoft ließ sich von dem gescheiterten Versuch aber nicht verunsichern und nahm im Jahr 2000 erneut Kontakt mit Nintendo auf, verriet Head of Business Development Bob McBreen gegenüber Bloomberg. Dieses Mal sollte ein Joint-Venture-Vertrag zwischen den beiden Firmen zustande kommen. Microsoft wollte für starke Hardware sorgen und Nintendo sollte die Games liefern.

"In unserem Pitch erklärten wir Nintendo, dass ihre Hardware im Vergleich zur PlayStation abstinkt", berichtet McBreen. "Die Idee war also: 'Hey, ihr seid bei der Game-Entwicklung mit Mario und dem anderen Kram viel besser. Wie wäre es, wenn wir uns für euch um die Hardware kümmern?' Der Plan ging aber schief", so McBreen weiter. Bis heute interessiert sich Nintendo bekanntlich weniger für Rechenleistung als für kreative Games.

Microsoft hatte auch andere Entwickler im Visier

Nintendo war aber nicht der einzige Entwickler, für den sich Microsoft damals interessierte. Das US-Unternehmen klopfte auch bei Electronic Arts, Midway Games ("Mortal Kombat") und Square (vor der Fusion mit Entwickler Enix) an. EA lehnte das Kaufangebot direkt ab. Midway Games zeigte sich zunächst interessiert, befürchtete jedoch, dann keinen Anteil mehr am PlayStation-Geschäft zu haben und lehnte deshalb ebenfalls ab.

Auch "Final Fantasy"-Entwickler Square war grundsätzlich nicht abgeneigt, lehnte die Übernahme durch Microsoft jedoch ab, da sie die gebotene Geldsumme als zu gering empfanden.

Einige Jahre später konnte Microsoft dann aber endlich Erfolge bei Studioübernahmen feiern. 2014 verleibte sich das US-Unternehmen den "Minecraft"-Entwickler Mojang ein, danach folgten mehrere kleine Studios. Der größte  Knaller war die Übernahme von ZeniMax, der Mutterfirma des Publishers Bethesda, im September 2020.

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