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Nach Game Awards: Streit um Konami und Kojima eskaliert

Guillermo del Toro in "Death Stranding".
Guillermo del Toro in "Death Stranding". (©Youtube / thegameawards 2016)

Auf den Game Awards 2016 erhielt "Metal Gear Solid"-Schöpfer Hideo Kojima einen Preis für sein Lebenswerk. Prominente Freunde des Games-Gurus greifen dessen ehemaligen Arbeitgeber Konami nun scharf an – darunter der preisgekrönte Regisseur Guillermo del Toro.

Schon vor der diesjährigen Preisverleihung verurteilte Gastgeber und Moderator Geoff Keighley den Umgang von Konami mit Kojima aufs Härteste – im Interview mit Glixel nannte er Details zu dem Streit. Angeblich hätte dieser in einer Art "Einzelhaft" die letzten sechs Monate der Produktion von "Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain" alleine in einem abgesperrten Büro arbeiten müssen. Mit seinem Team durfte er währenddessen auf Anweisung von Konami nie direkt in Kontakt stehen, ein Sprecher übernahm stattdessen die Kommunikation. Auch die Teilnahme an der Award-Show im vergangenen Jahr wurde dem legendären Entwickler verboten. Mit der Verleihung des "Industry Icon"-Awards in diesem Jahr wollte man Kojima nun den Moment gewähren, der ihm im letzten Jahr von Konami geraubt wurde.

Regisseur del Toro macht sich Luft

Nach der Ankündigung von Kojimas neuem Spiel "Death Stranding" auf der E3 2016 äußerte sich bereits "The Walking Dead"-Darsteller Norman Reedus auf Instagram abfällig zu Konami. Der beliebte Schauspieler übernimmt in "Death Stranding" genau wie Mads Mikkelsen ("Doctor Strange") eine zentrale Rolle. Auf einem Foto ließ er Hideo Kojima nach der Spiele-Präsentation aus einem Becher die "Tränen von Konami" trinken. Nun wütete der Oscar-nominierte Regisseur Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") auf Twitter gegen das japanische Unternehmen. Er arbeitete zusammen mit Reedus und Kojima an einem Reboot der Horror-Serie "Silent Hill", bis Konami das Projekt völlig überraschend auf Eis legte. Damals verkündete del Toro, er würde nie wieder an einem Videospiel mitarbeiten – glücklicherweise ist auch er bei "Death Stranding" wieder mit an Bord und sogar im neuesten Trailer zum Game zu sehen.

Mit drastischen Worten machte der mexikanische Regisseur seinem Ärger über Konami mit einigen Tweets Luft und nannte die Entscheidung, "Silent Hills" nach dem Release der erfolgreichen Demo "P.T." (Kurz für "Playable Teaser") zu stoppen, schwachsinnig. Für Konami entwickelt sich der Streit zu einem PR-Desaster, die Vorfreude auf das mysteriöse neue Spiel von Kojima Productions, welches noch 2017 erscheinen soll, ist dagegen kaum mehr zu bremsen.

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