Nvidia patentiert "Unendliche Auflösung" – Remasters bald überflüssig?

Nvidia Grid
Sorgt "Infinite Resolution" bald für eine Aufwärtskompabilität in Sachen Auflösung? (©Nvidia 2015)
Michael Brandt Freut sich über die Rückkehr der Metroidvania-Games.

Nvidia hat ein Patent eingereicht, das die Grafik von Spielen "aufwärtskompatibel" machen könnte. Die Technik dahinter hört auf den Namen "Infinite Resolution" und ersetzt statische Texturen durch Vektorgrafiken, was theoretisch unendlich skalierbare Bilder ermöglicht. Remastered-Versionen von alten Games wären dann im Grunde überflüssig.

Die meisten aktuellen Spiele laufen heutzutage in einer Auflösung zwischen 720p und 4K und werden deshalb von den Entwicklern mit unterschiedlichen Texturen für die jeweilige Auflösung ausgestattet. Das hat zwei Nachteile: Die unterschiedlichen Texturen belegen große Mengen an Speicherplatz und Spiele sehen auf nicht unterstützten Auflösungen unscharf aus. Beide Probleme könnte Nvidia bald mit "Infinite Resolution" lösen.

Spiele-Klassiker in 4K und höher – ganz ohne Remaster

Das Prinzip der Technologie lässt sich anhand von "Diablo 2" leicht erklären, wie Digital Trends zeigt. Würde man auf einem aktuellen PC den Klassiker von Blizzard spielen wollen, müsste man sich mit einer maximalen Auflösung von 1024x768 Pixeln zufriedengeben, die dann auf die Maße eines modernen Bildschirms angepasst werden. Das Resultat sind gestreckte und schwammige Texturen.

Hätten die Entwickler allerdings Nvidias Technologie verwendet, dann würde das Spiel nur ein Set an Texturinformationen enthalten und keine eigentlichen Texturen. Diese würde der PC dann selbst aus den gegebenen Informationen in Echtzeit erstellen. Spiele, die auf heutige Auflösungen zugeschnitten sind, könnten also in Zukunft sogar in 8K oder noch höher auflösenden Monitoren gestochen scharf aussehen. Nachträglich in alte Spiele (zum Beispiel in "Diablo 2") nachrüsten lässt sich die "Unendliche Auflösung" aber leider nicht so einfach.

Vektorgrafik: Im Grafikdesign ein alter Hut

Die Technologie basiert auf Vektorgrafiken, bei denen sich die Details der Grafik beim Vergrößern und Verkleinern nicht ändern. Sie sehen also in jeder Auflösung gleich aus. An sich ist das keine Neuheit: Vektorgrafiken werden schon lange im Grafikdesign, beispielsweise beim Erstellen von Logos, verwendet. Nvidia gehört aber zu den ersten, die diese Technik in Spielen verwenden wollen.

Bisher sind noch keine näheren Informationen zu den wahrscheinlich deutlich erhöhten Hardware-Anforderungen, zu Spielen mit der Technik oder zu einem möglichen Release bekannt. Die Anmeldung des Patents lässt aber darauf schließen, dass die Technologie bald veröffentlicht werden könnte – oder zumindest daran gearbeitet wird.

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