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"Persona 5": Entwickler im Streit mit Streamern

Streams zeigen Teile von "Persona 5" im Internet. Entwickler Atlus passt das gar nicht.
Streams zeigen Teile von "Persona 5" im Internet. Entwickler Atlus passt das gar nicht. (©Sega / Koch Media 2017)

"Persona 5" erfreut sich bei Rollenspielfans großer Beliebtheit und verleitet natürlich auch zahlreiche Streamer dazu, ihre Abenteuer in der Welt des JRPGs bei YouTube oder Twitch weltweit zu teilen. Der Entwickler Atlus will das verhindern – und bringt die Gamer damit gegen sich auf.

Das japanische Spielestudio hat Streaming-Regeln für sein vor Kurzem international veröffentlichtes RPG festgelegt. "Persona 5"-Spieler werden darin unter anderem angehalten, keine Bosskämpfe zu zeigen, nicht mehr als 90 Minuten am Stück zu streamen und keine Inhalte nach einem bestimmten Punkt (dem 7. Juli) in der Story zu zeigen. In der PS4-Version wurde die Share-Funktion gleich ganz blockiert. Man wolle verhindern, dass Teile von "Persona 5" für andere Spieler gespoilert würden, so die offizielle Begründung von Atlus. Sollten Streamer diese Grenzen nicht beachten, droht der Entwickler mit Copyright-Klagen und gesperrten Konten.

"Persona 5": Rebellion der Streaming-Community

Zahlreiche Gamer gehen nun auf die Barrikaden und streamen das Spiel trotzdem über Videoplattformen wie YouTube und Twitch, wie das Magazin Polygon berichtet. Mit Videotiteln wie "Bitte blockiere mich nicht, Papa Atlus" und "Zeit, gegen Atlus' Stream-Politik zu rebellieren" versuchen die Streamer, der Löschung ihrer Videos und Konten zu entgehen. Bei Twitter machen zahlreiche Nutzer ihrem Ärger Luft. "'Atlus' Vorgaben zu 'Persona 5' und Streaming sind so unverschämt dämlich und unsinnig, es ist beinahe beeindruckend. Fast schon faszinierend", meint ein Nutzer und liefert damit noch einen der netteren Beiträge zu dem Streit.

Schadet Atlus sich mit dem Streit ums Streaming selbst?

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob Spieler auf der Suche nach Spoilern zu "Persona 5" diese nicht auch unkomplizierter an anderen Stellen als in langen YouTube-Streams finden könnten. Wer Spoiler gerade vermeiden will, wird sich zudem sicher nicht bewusst dieser Gefahr in einem Stream aussetzen. Vielleicht schadet sich Atlus mit dem heraufbeschworenen Streit sogar eher selbst: Schließlich machen die Streams auch mögliche neue Spieler auf das Game aufmerksam, wie Gameinformer anmerkt. Auf der anderen Seite hat Atlus ein durchaus berechtigtes Interesse daran, die Spielinhalte bei einem linearen, storylastigen Spiel wie "Persona 5" möglichst geheim zu halten und das Recht, dieses Interesse durchzusetzen – auch wenn sich der Entwickler damit bei Teilen seiner Fans unbeliebt macht.

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