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"Pokémon Go" Gone Bad: Raubüberfälle & Malware

Kriminelle missbrauchen "Pokémon Go" für ihre Zwecke.
Kriminelle missbrauchen "Pokémon Go" für ihre Zwecke. (©Niantic/Nintendo 2016)

Kriminelle haben das Augmented Reality-Spiel "Pokémon Go" für Android und iOS für sich entdeckt. Manche apk-Dateien haben einen Trojaner an Bord und Gangster locken die Spieler zu echten Orten, wo sie die Pokémon-Sammler ausrauben. Derweil wurde eine Privatwohnung zur Kampfarena für Pokémons erklärt.

Vielleicht hat es auch ein paar Vorteile, dass sich der Release von Pokémon Go in Deutschland noch verzögert. Der Entwickler Niantic hat nämlich zunehmend mit verhängnisvollen Fehlfunktionen und sogar mit Kriminellen zu kämpfen, die Spielfunktionen für ihre Zwecke ausnutzen. Das Augmented Reality-Game bietet sogenannte Pokéstops, wo man besondere Gegenstände für "Pokémon Go" einsammeln kann. Spieler können via In-App-Kauf einen "Beacon" zu den Pokéstops hinzufügen und so besonders seltene Pokémons anlocken. Das lockt in der echten Welt wiederum Spieler an, die bei den Pokéstops auf die Suche nach den seltenen Pokémons gehen.

Kriminelle locken Spieler zu Pokéstops

Im US-amerikanischen O'Fallon in Missouri meldete die Polizei nun einen Missbrauch der Beacons durch bewaffnete Räuber. Die Gangster lockten Spieler mit Beacons zu abgelegenen Orten, wo sie die Pokémon-Fans ausraubten. Das berichtet Ars Technica unter Berufung auf Statements der Polizeibehörde von O'Fallon. Außerdem verbreiten Kriminelle eine Version von "Pokémon Go" mit einem Trojaner an Bord. Sie zählen darauf, dass sich Fans aus Ländern, wo das Spiel noch nicht erhältlich ist, die apk-Datei des Games herunterladen.

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Man sollte nicht nur in der App darauf achten, wo man auf die Suche nach Pokémons geht. (© 2016)

"Pokémon Go"-apk mit Trojaner im Umlauf

In der Malware-apk ist eine Fernwartungssoftware enthalten, die Kriminellen die Kontrolle über das eigene Smartphone erlaubt, wie Tech Insider schreibt. Man erkennt die Malware an den zusätzlichen Berechtigungen der App wie: direkt Telefonnummern anrufen, Textnachrichten bearbeiten, lesen und verschicken, Audio aufzeichnen, Kontakte lesen und bearbeiten, etc. Die normale Pokémon Go-App greift nicht so tief ins System ein.

Privathaus zu Kampfarena erklärt

Eine weitere kuriose Geschichte: Boon Sheridan lebt im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts in einer alten Kirche. Seit nunmehr 40 Jahren dient das Gebäude allerdings nicht mehr als Kirche, sondern als Privathaus. Trotzdem ist Sheridans Haus bei "Pokémon Go" als Kampfarena für die kleinen Monster verzeichnet, wie der Independent berichtet. Nun lungern Spieler vor seinem Haus herum und lassen ihre Pokémons gegeneinander antreten. Sheridan kritisiert, dass eine über 40 Jahre alte Datenbank verwendet wurde, um die Kampfarenen festzulegen.

"Habe ich überhaupt Rechte, wenn mir ein virtueller Ort aufgezwungen wird?", fragt Sheridan auf Twitter. Er weist auf einen möglichen Wertverlust für sein Haus hin, da das Verhalten der Pokémon-Spieler für Nicht-Eingeweihte verdächtig aussieht. Immer wieder tauchen Fremde auf, lungern eine Weile herum und verschwinden wieder. Das könnte leicht zu Spekulationen führen, dass Drogenhandel oder andere Verbrechen hier vor sich gehen. In einigen Teilen der USA dürfen Hausbesitzer zudem Eindringlinge erschießen. Darum könnte dieser Fehler der App tödlich enden.

Der Entwickler entfernt keine Privathäuser aus der App

Der Entwickler Niantic entfernt nur dann Häuser aus "Pokémon Go", wenn sie eine "unmittelbare physische Gefahr" darstellen. Anfragen, sie aus anderen Gründen aus der App zu entfernen, "können im Moment nicht bearbeitet werden". Möglicherweise wird sich Niantic bis zum Deutschland-Release dieser Probleme annehmen.

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