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Preview: "Fuser" lässt Dich Plattenspieler per Controller steuern

Mit "Fuser" wollen die "Rock Band"-Macher das Rhythmusspiel-Genre modernisieren – statt Plastikgitarre zu spielen oder ins Mikrofon zu trällern, wirst Du im Spiel zum DJ an virtuellen Turntables. Für mich, der weiß, wie schwer das in Wirklichkeit ist, ist "Fuser" ein faszinierendes Spielzeug – aber etwas fehlt.

Es ist ziemlich schwer, einen Mix in "Fuser" völlig zu versauen. Mit den vier farbigen Buttons auf dem Controller lege ich im Spiel ganz einfach Musikelemente wie Drums, Bass, Gitarre und Gesang unterschiedlichster Lieder auf die vier Turntables einer virtuellen Festival-Stage. Das Resultat ist fast immer reif fürs Radio.

"Fuser" erscheint im Herbst für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch, ich durfte es bereits ausprobieren. In meiner Preview-Version des neuen Spiels von Harmonix sind 36 Songs aus verschiedensten Genres und von unterschiedlichsten Interpreten enthalten, von Country bis Coldplay, von Trap bis Twenty One Pilots. Im fertigen Spiel sollen es mehr als 100 Titel sein.

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Multikulti-Vielfalt: Das fertige "Fuser" soll über 100 Songs enthalten.

Musikspiel ohne Hardware-Gimmick, aber mit beeindruckender Software

Um zu mixen wie ein Meister benötige ich keinen Crossfader, Lautstärkeregler oder Kopfhörer zum Vorhören – alles passt vollautomatisch zusammen. Wer sich nicht vorstellen kann, dass Whitney Houstons "Dance With Somebody" harmonisch mit "(Don’t Fear) The Reaper" von Blue Öyster Cult zusammengeht, sei beruhigt – "Fuser" regelt das schon. Sogar die Tonart des gesamten Mixes lässt sich mit einem Knopfdruck von Moll auf Dur umschalten. Als jemand, der seit über zwei Jahrzehnten DJ ist, bin ich beeindruckt von dem, was die Software da hinter den Kulissen leistet. Jeder enthaltene Song und jede Komponente muss vom Harmonix-Team entsprechend bearbeitet werden, damit es für den Spieler flutscht.

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"About last night ..." – in "Fuser" liebt Dich das Publikum. Fast immer.

Als DJ beobachte ich seit Jahren, wie neue Technik es vereinfacht, Musik zu mixen. In der Realität ließ sich das Tempo ursprünglich nur manuell angleichen, und man musste sich aufs eigene Gehör verlassen. Im Laufe der Zeit kamen Cue-Punkte, automatische BPM-Korrektur und mehr dazu. In "Fuser" kann ich nun sogar den Grundton aller laufenden Songs gleichzeitig stufenlos einstellen und per "Smart-Drop" einen fetzig illustrierten Tempowechsel in die passendste Geschwindigkeit auslösen. Mit dem Auflegen von Platten hat das auch nach heutigen Maßstäben nichts zu tun – aber "Fuser" ist immer noch ein Videospiel. Wer gut in "Overcooked" ist, hat auch noch lange kein Talent zum Koch.

Timing ist alles

Das Element, das "Fuser" am Ende zu einem Game macht, ist Timing. Eine Leiste über den Turntables zeigt den Takt an, in dem man die Musikelemente im Mix austauschen sollte, damit es möglichst gut klingt. Im Kampagnen-Gameplay reagiert die Party-Crowd auf gut getimte Wechsel positiv, Bonuspunkte gibt es für das Erfüllen von Wünschen ("Ich muss jetzt unbedingt Fat Boy Slim hören!") oder kleinen Quests wie "Integriere drei Dance-Songs in den Mix" und "Lass zwei Drum-Spuren laufen". Am Ende eines Sets wird die musikalische Leistung dann in eine Punktzahl umgerechnet.

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Timing ist alles – den Rest regelt "Fuser" automatisch.

Das bringt Spaß, vor allem im Freestyle-Modus kann man unglaublich lang an einem Mix herumoperieren. Die Kampagne startet mit einfachen Aufgaben, es lassen sich aber sogar eigene Loops mit integrierten Instrumenten einspielen. Später soll es möglich sein, eine Session zu teilen und sogar zu exportieren. Ein zentrales Element, das bei Musik- und Rhythmusspielen bisher besonders wichtig war, fehlt aber bisher: In der Preview wollte man mir noch nicht verraten, wie "Fuser" sich im Multiplayer spielt. Wird es DJ-Battles geben? Meiner Ansicht nach braucht das Spiel das unbedingt – aber bitte nicht asynchron mit drögem Punktevergleich am Ende.

Allein ist keine Party

Bisher fehlt die soziale Komponente in "Fuser". Ich habe in "Rock Band" mal die volle Punktzahl als Sänger von "Do You Really Want To Hurt Me" von Culture Club erzielt – obwohl ich eine fürchterliche Gesangsstimme habe. Trotzdem hatten alle, die an dem Abend mit im Raum waren, viel Spaß daran, selbst mitzusingen oder daran zu scheitern. Phänomene wie "Singstar" sind erfolgreich, weil sich Spieler miteinander in etwas messen können, in dem sie nicht zwangsweise gut sind. Damit "Fuser" wirklich zum Hit wird, muss es am Ende mehr werden als eine One-Man-Show.

Dass es einen Multiplayer-Modus in "Fuser" geben wird, ist sicher. Bis zum Release im Herbst will Harmonix Details dazu bekannt geben. Bis dahin ist "Fuser" ein faszinierendes Game, mit dem ich vor allem im Freestyle-Modus meinen Spaß habe. Ich bin gespannt, was daraus wird.

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