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RTX 2080 Ti & Co.: Darum kassieren Nvidias neue GPUs gemischte Reviews

Die neuen Nvidia RTX-GPUs sind ab dieser Woche erhältlich.
Die neuen Nvidia RTX-GPUs sind ab dieser Woche erhältlich. (©Youtube / Nvidia 2018)

Zum Verkaufsstart von Nvidias neuen Grafikprozessoren wurden nun weltweit die ersten Testberichte der RTX-Grafikkarten veröffentlicht. Trotz hoher Erwartungen fallen die Reviews im Allgemeinen verhalten aus – vor allem, weil das wichtigste Feature von RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070 noch gar nicht wirklich ausprobiert werden kann.

Als Nachfolger der erfolgreichen GTX-10-Serie von Nvidia sind die Erwartungen an die neuen RTX-20-GPUs hoch, und erste Demos der Performance schienen vielversprechend. Dennoch sind die Tests, die nun kurz vor Release der neuesten Grafikchip-Generation veröffentlicht wurden, nicht durchgehend euphorisch. Hauptgrund: Das RTX im Namen steht für Raytracing-Technologie, eine neue Methode der Lichtberechnung in Echtzeit, die von den neuen GPUs in atemberaubender Geschwindigkeit angewendet werden kann.

Raytracing & DLSS: Software noch nicht erhältlich

Das zumindest haben erste Demos gezeigt. Testen konnte die Fachpresse dies jedoch kaum: Software, die das Verfahren einsetzt, ist nämlich noch nicht verfügbar. "Battlefield 5", das auf die Technologie setzt, wurde zuletzt auf den 20. November verschoben. Auch "Metro: Exodus" wird von THQ Nordic erst 2019 veröffentlicht, und "Shadow of the Tomb Raider", das ebenfalls von Raytracing profitieren soll, wird dieses Feature erst in unbestimmter Zeit per Update erhalten.

Die auf der Gamescom gezeigten Demos von "Battlefield 5" und "Metro: Exodus" schafften mit aktiviertem Raytracing auf der RTX 2080 Ti laut Digital Foundry zudem lediglich eine Auflösung von 1080p bei 60 FPS – bei einem Grafikkarten-Preis weit jenseits der 1000-Euro-Marke lässt das die Fachpresse zumindest etwas aufhorchen. Was entsprechend die günstigeren Modelle RTX 2080 & 2070 zu leisten imstande sind, ist bisher völlig unklar. Das KI-Feature DLSS wird ebenso noch kaum in Software verwendet und kann daher nicht getestet werden.

Nvidia lässt Entwickler & Testern kaum Zeit

Grund für die schwierige Integration in aktuellen Games könnte auch sein, dass die Entwickler wohl erst zwei Wochen vor der Gamescom vollen Zugriff auf die finale Hardware erhielten. Einige Tester, darunter der bekannte Youtube-Kanal Linus Tech Tips, beschweren sich zudem über die Tatsache, dass Reviewer lediglich fünf Tage Zeit für Tests erhielten, bevor die weltweite Nachrichten-Sperre für Rezensionen fiel.

In Spielen ohne Raytracing dagegen soll der Leistungszuwachs gegenüber der Vorgänger-Generation gar nicht so hoch ausfallen. Tatsächlich läge der Unterschied zwischen 1080 Ti und RTX 2080 bei entsprechenden Benchmark-Tests nur bei etwa 6 bis 10 Prozent. Ein Effekt wie beim Sprung von GTX 9 zu 10 sei hier laut Ars Technica trotz der hohen Preise nicht zu erwarten.

RTX-Release zu früh? Termin für 2070 steht noch nicht

Den Rezensenten nach liegt es also vor allem an Spieleentwicklern, das Potenzial der neuen Nvidia-Technologie auszuschöpfen. Wenn im Laufe der kommenden Monate mehr und mehr Software erscheint, die Raytracing und DLSS nutzt, könnte sich auch zeigen, ob die neue GPU-Generation erneut den Standard setzt, so wie es die 1080-er Reihe tat.

Die Nvidia RTX 2080 Ti und die Standard-2080 erscheinen am 20. September, der Release-Termin der günstigsten RTX 2070 ist bisher unbekannt. Preislich ist die 2080 Ti ab etwa 1260 Euro, die 2080 ab ungefähr 850 Euro und die RTX 2070 ab etwa 640 Euro erhältlich.

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