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"Sea Hero Quest": Forscher nutzen Game erfolgreich zur Demenzerkennung

Videospiele sind Zeitverschwendung? Von wegen: "Sea Hero Quest VR" wird von Wissenschaftlern genutzt, um Demenz-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die erste Version des Games, in dem man ein Boot über den Ozean steuert, hat bereits Forschungsdaten geliefert, für die sonst über 1.700 Jahre Arbeit benötigt worden wären.

Zwei europäische Universitäten hatten das Mobile-Game "Sea Hero Quest" in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom und den Entwicklern von Glitchers veröffentlicht. Ihre bisherigen Forschungsergebnisse machten sie nun auf der Seite der PNAS (via Kotaku) zugänglich. Demnach haben über drei Millionen Spieler Daten zur Verfügung gestellt, für die sonst etwa 1.700 Jahre Demenz-Forschung nötig gewesen wären. Nun steht auch eine VR-Version des Gratis-Spiels zum Download bereit.

VR-Game prüft Orientierung und stellt Wissenschaftlern Daten zur Verfügung

In "Sea Hero Quest VR" wird die Orientierungsfähigkeit des Spielers auf die Probe gestellt: Der Spieler soll ein Boot zu bestimmten Checkpunkten auf einer Karte navigieren. Nach der Abfahrt ist die Karte jedoch nicht mehr verfügbar, die Orientierung muss aus dem Gedächtnis erfolgen. Die Navigationsdaten werden vom Game anonym aufgezeichnet und laut Spielbeschreibung in die "weltweit größte Crowdsourcing-Datenbank zur menschlichen Navigation" gespeist.

Wertvolle Erkenntnisse für die Alzheimer-Forschung

In die Virtual-Reality-Version konnten die Entwickler nun zusätzlich das als "Morris-Wasserlabyrinth" bekannte neurowissenschaftliche Experiment integrieren, das weitere Erkenntnisse für die Verhaltensforschung verspricht. Bleibt zu hoffen, dass die medizinische Wissenschaft das Potenzial von Games zukünftig regelmäßiger nutzt. "Sea Hero Quest VR" ist kostenlos für Samsung Gear VR, Oculus Go und Google Daydream verfügbar.

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