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Sonys PS5-Stream war erst super und dann ein einziges Chaos

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Die PS5 lässt sich jetzt vorbestellen – aber nicht einmal das wurde im Stream am Mittwoch so richtig deutlich. Bild: © Sony Interactive Entertainment 2020

In einem Livestream hat Sony am Mittwochabend jede Menge Spiele für die PlayStation 5 gezeigt und auch den Preis der neuen Konsole enthüllt. Die Präsentation strotzte vor großen Titeln und spektakulären Eindrücken, doch essenzielle Informationen stellten sich als falsch heraus oder sickerten erst im Nachhinein durch. Eine kurze Chronologie eines fast schon komisch-chaotischen Abends.

Neue Spiele, Hochglanz-Gameplay, endlich ein Kaufpreis für die Konsole: Wer Videospiele mag, fand im PS5-Stream jede Menge zum Liebhaben – das lässt sich kaum bestreiten. Wer sich zeitgleich in sozialen Medien (in meinem Fall war es Twitter) tummelte, bekam die Reaktionen anderer Spiele-Fans in Echtzeit mit. Die vorherrschenden Gefühle: Vorfreude und Begeisterung. Bis der Stream vorbei war. Dann brach Verwirrung aus.

Geoff Keighley löst Vorbestellungs-Chaos aus

Den Anfang machte "Game Awards"-Erfinder und Spieleevent-Moderator Geoff Keighley, der per Tweet verkündete, dass die PS5 "ab morgen" vorbestellbar sei – eine nicht ganz unwichtige Information, die im Sony-Stream einfach fehlte. Kurz darauf ging ein Post im Playstation Blog online, der den Tweet bestätigte. Trotzdem stellte sich die Frage: Warum sagt Sony das nicht gleich? Und warum gab es nicht ein bisschen mehr Vorlauf? Immerhin hatte PlayStation-Marketing-Chef Eric Lempel exakt das noch im Juli im Interview mit Geoff Keighley versprochen. Die Krönung war dann, dass der Vorverkauf nicht erst "morgen" losging, sondern bei manchen Händlern sofort. Die Folge: heillose Unordnung. Schon jetzt ist die Konsole vielerorts ausverkauft.

Wo erscheint "Final Fantasy 16"?

Keighleys Tweet blieb nicht die einzige Seltsamkeit. "Final Fantasy 16" wurde im Stream erstmals und ausführlich vorgeführt. Die gezeigte Demo lief dabei mit Ansage auf einem PC – vermutlich, weil die Entwicklung noch in einem zu frühen Stadium für Konsolen-Gameplay ist. Am Ende dann die Auflösung: Das Spiel erscheint konsolenexklusiv für die PS5, aber auch für Windows-Rechner – oder? Nö! Das Magazin Gematsu fand später heraus, dass Publisher Square Enix von einem PC-Release des Rollenspiels nichts weiß.

"Demon's Souls" oder: Das "Dark Souls" der Launchtitel-Ankündigungen

Mit "Demon's Souls" ging das Chaos weiter. Im Trailer prangte in weißer Schrift auf blauem Grund die Info, dass das Remake konsolenexklusiv für die PS5 erscheint, später aber auch auf andere Konsolen und den PC kommt. Stellt sich heraus: Das stimmt nicht. Kotaku berichtete kurz darauf, dass Sony da ein Fehler unterlaufen ist – "Demon's Souls" kommt nur für die PS5, dafür aber direkt zum Konsolen-Launch. Auch davon war im Stream keine Rede, die Info versteckte sich danach im Playstation-Blog.

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PS5-Spiele: Mehr Cross-Gen als gedacht

Mittlerweile hat Sony die missverständlichsten Trailer durch korrekte Versionen ersetzt, generell kam nach dem Stream aber der Eindruck auf: Um ordentlich informiert zu werden, muss man sich eigentlich noch eine Stunde lang bei Twitter, in Blogs und auf Spiele-Websites herumtreiben. Auch Infohäppchen wie die Tatsache, dass "Spider-Man: Miles Morales", "Sackboy: A Big Adventure" und "Horizon Forbidden West" als Cross-Gen-Titel ebenfalls noch für die PS4 erscheinen, fehlten im Video. Keine ganz uninteressante Info für alle, die eine aktuelle PlayStation besitzen und Sonys Marketing-Phrase "Wir glauben an Konsolen-Generationen" geschluckt hatten. Offenbar bleibt die Current-Gen doch noch ein bisschen länger relevant.

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"Spider Man: Miles Morales" enthält in der Ultimate-Edition zusätzlich ein PS5-Remaster des Vorgänger-Spiels. Hätte man durchaus auch mal im Trailer sagen können. Bild: © Sony Interactive Entertainment 2020

Nur Vages zu den PlayStation-Diensten

Als die erste Freude über neue Spiele abgeklungen war, folgte auch noch in anderer Weise eine gewisse Ernüchterung. Dafür, dass sich die PS5 jetzt offiziell vorbestellen lässt, wissen wir über die Services zur Konsole noch wenig. Der Dienst PlayStation Plus etwa kam nur zur Sprache, als Sony die PlayStation Plus Collection enthüllte – eine Art Mini-Game-Pass mit PS4-Hits als Dreingabe für Abonnenten auf der PS5. Gibt's die nur zum Launch? Läuft die Möglichkeit, die Spiele zu bekommen, irgendwann ab? Aktuell schwer zu sagen. Und was passiert mit dem Streamingdienst Playstation Now? Auch hier: nichts.

Ein Hersteller unter Zeitdruck

Die Präsentation war ein Fest für alle, die sich auf die Next-Gen freuen und entsprechendes Gameplay sehen wollten – hier lieferte Sony das erwartete Spektakel. Wer verlässlich informiert werden wollte und sich nicht unbedingt täglich im Spiele-Online-Kosmos herumtreibt, stand aber vor einer Menge Ungereimtheiten. Der Stream erweckte so den Eindruck eines wirksamen, aber überhasteten Marketing-Schachzugs.

Möglich, dass das der besonderen Situation in Pandemiezeiten geschuldet ist. Auch möglich, dass Microsofts Xbox-Leak in der vergangenen Woche für zusätzlichen Zeitdruck sorgte – immerhin hatte der US-Konkurrent die verfrühte Enthüllung der Xbox Series S charmant und einigermaßen souverän in eine Blitzpräsentation seiner Konsolenpreise umwandeln können.

Aber klar, Fehler passieren – in diesem Jahr ganz besonders. Eine klarere Kommunikation und verlässliche Informationen wären trotzdem wünschenswert gewesen.

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