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"The Divison 2" angespielt: Wie anders muss ein zweiter Teil sein?

"The Division 2": Sinnvoller Neustart oder öder Abklatsch?
"The Division 2": Sinnvoller Neustart oder öder Abklatsch?

Die Private Beta von "The Division 2" hat mir zwei Dinge gezeigt: Erstens fühlt sich der Nachfolger des Loot-Shooters von Massive Entertainment an wie mehr vom Gleichen. Zweitens hatte ich beim Anspielen des Sequels immens viel Spaß! Ich frage mich daher, wie sehr sich ein zweiter Teil eigentlich vom Vorgänger abheben muss.

Es dauert keine 20 Minuten und ich bin schon wieder im exakt gleichen Loop, der mich schon im ersten "Tom Clancy's The Division" in seinen Bann gezogen hat: Nester von bewaffneten Chaoten ausheben, die die Ruinen der Zivilisation als Anarcho-Spielplatz missbrauchen – und als Belohnung neue Waffen, Ausrüstung, Mods und viele, viele Crafting-Materialien einsacken.

Das Private-Beta-Wochende zu "The Division 2" hat mir einen Vorgeschmack auf die Neuerungen gegeben, mit denen Massive Entertainment den zweiten Teil gestalten will. Vor allem fällt aber auf: Das Spiel ähnelt dem Vorgänger immens. Gut, anstatt in Manhattan bin ich nun in der US-Hauptstadt Washington D.C. unterwegs. Das Winter-Setting ist wohlig warmem Sommerwetter gewichen, und ja, einige neue Gameplay-Mechaniken sind auch in "The Division 2" zu sehen. Dazu etwas bessere Grafik – geschenkt.

Die große Frage ist nur: Reicht das, damit ich für eine Fortsetzung wieder den Vollpreis auf den Ladentisch lege?

Würde "The Division 2" auch als Erweiterung durchgehen?

So ähnlich ging es mir mit "FIFA 19": Ja, ich finde die Handvoll neuer Features, die EA in den neuesten Teil seiner jährlich erscheinenden Fußball-Simulation eingebracht hat, nicht übel. Der aufgebohrte Anstoß-Modus und Tweaks wie das Timed-Finishing krönen das neue "FIFA" mal wieder zu König Fußball. Allerdings sind die Fortschritte vor allem grafisch lange nicht so eindrucksvoll, dass es nicht auch okay gewesen wäre, neue Inhalte als kostenpflichtiges Update anzubieten. Hier macht der Publisher aus gelerntem Kaufverhalten jede Menge Geld. Als Kunde, der jedes Jahr wieder 60 Euro für zwei, drei wirklich nützliche neue Features ausgeben soll, fühle ich mich da schon etwas eigenartig.

Neue Features wie das "Timed Finishing" werden von vielen "FIFA 19"-Spielern direkt wieder abgeschaltet.

Neustart: "The Division 2" wirkt glatter und weniger zurecht-gepatched

Anderes Beispiel: "Destiny 2". Auch das Sequel zu Bungies Multiplayer-Shooter war im Grunde das gleiche Spiel mit pointiert angebrachten Neuerungen. In einigen Aspekten ähnelt sich die Geschichte von "The Division" und "Destiny" sogar: Anfangs gab es wegen fehlender Inhalte für fortgeschrittene Spieler großen Ärger in der Community. Aber die Entwickler schafften über Updates und Erweiterungen die Wende und konnten so eine treue Spieler-Basis aufbauen.

"Destiny 2" war dann eine Art Reboot des Spiels, das ein glatteres Erlebnis ohne gestopfte Löcher und Nachbesserungen ermöglichen sollte – auch wenn dieses Sequel das Drama des Vorgängers dann auf kuriose Weise wiederholte. Erst nach einigen Erweiterungen ist "Destiny 2" nun ein Spiel, mit dem die meisten Fans zufrieden sind.

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Machte "Destiny 2" die gleichen Fehler wie der erste Teil?

Spiele-Sequels: Wie wenig Neues ist zu wenig Neues?

Kollegen, die zeitgleich mit mir die Beta von "The Division 2" ausprobierten, aber den ersten Teil nicht gespielt hatten, empfanden Elemente wie die Ingame-Menüs als völlig unübersichtlich. Ich dagegen war heilfroh, alles wieder genau dort zu finden, wo es auch im ersten Teil war. Ich kann mir gut vorstellen, dass Neueinsteiger nicht so schnell mit "The Division 2" warm werden wie ich. Activision und Bungie taten seinerzeit dagegen einiges dafür, "Destiny 2" möglichst einsteigerfreundlich zu gestalten – zum Unmut vieler Fans.

Meine persönliche Hoffnung ist, dass Massive Entertainment nicht nur aus den eigenen Fehlern, sondern auch aus denen von Studios wie Bungie gelernt hat. Im Gegensatz zu den Erweiterungen von "Destiny 2" soll "The Division 2" zunächst nur kostenlose DLCs erhalten. Neue Inhalte sind also hoffentlich nicht hinter einer Paywall verborgen. In der Private Beta war außerdem bereits zu sehen, dass eine Vielzahl von Fortschritts-Systemen zur Verfügung stehen, die weit über das hinauszugehen scheinen, was "Destiny 2" zum Release zu bieten hatte.

Für wiederkehrende Spieler könnte der Grad der Neuerungen also genau richtig sein. Ob das Sequel auch für neue Spieler taugt? Ich hoffe es. Der finale Release von "Tom Clancy's The Division 2" steht am 15. März 2019 bevor. Vom 1. bis 4. März dürfen alle Interessierten noch mal im Rahmen einer offenen Beta hineinschnuppern. Ich bin auf jeden Fall auch wieder mit dabei.

Also, Agents! Lasst es uns optimistisch angehen!

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