TURN ON Innovation: Die Gaming-Maus Lexip hat zwei Joysticks

Lexip Kickstarter Maus
Maus mit Knüppel: Lexip ist ein ungewöhnliches Gaming-Steuergerät. (©Lexip 2018)
Kai Lewendoski Steuert die Heizung zuhause übers Smartphone, die Musik in der Wohnung kommt vom Home Server.

Eine Gaming-Maus mit Joysticks? Die Idee hinter Lexip hört sich auf den ersten Blick richtig interessant an, sodass ich wissen wollte, was dahinter steckt. Die Maus wird derzeit bei Kickstarter angeboten und verfügt über zwei trickreich angebrachte Mini-Steuerknüppel. Der eine sitzt dabei mitten in der Maus.

Das Kickstarter-Projekt Lexip behauptet ganz unbescheiden, die erste Gaming-Maus zu sein, die perfekt für alle Spiele geeignet ist. Das Hochleistungs-Gerät soll nicht nur intuitiv und präzise sein, sondern vor allem auch schnell.

Wunderdinge durch eingebaute Joysticks

Die ganzen Wunderdinge die die Maus beherrschen soll, werden vor allem durch die beiden eingebauten Joysticks ermöglicht. Dadurch soll der Spieler in der Lage sein, Manöver zu kombinieren, leicht an Gegenstände im Inventar zu kommen und die eigene Figur oder das eigene Fahrzeug zu beherrschen wie nie zuvor.

Und wie funktionieren diese Joysticks nun? Der erste ist unsichtbar und sitzt intern mitten in der Maus. Er wird bedient, indem man die Maushülle hin- und herkippt. Man kann die Hülle in alle Richtungen neigen – nach oben und nach unten, nach links und nach rechts – und damit eine Vielzahl von Bewegungen steuern. Der zweite Joystick dagegen wird per Daumen kontrolliert und verschafft dem Spieler reichlich Möglichkeiten zur Anpassung, eine gute Ergonomie und eine echte räumliche Spielerfahrung. Und das ganz ohne besondere Kommandos, Tastaturbefehle oder Kurzbefehle.

Lasersensor der Lexip hat 8200 dpi

In die Maus ist natürlich auch jede Menge fortschrittliche Technologie eingebaut: Es gibt laut den Erfindern einen besonders guten Lasersensor mit 8200 dpi, echte mechanische Joysticks und ein Design, das besonders komfortabel sein soll.

Die Lexip hat einen eingebauten Joystick, der durch Kippen und Neigen des Gehäuses bedient wird.
Die Lexip hat einen eingebauten Joystick, der durch Kippen und Neigen des Gehäuses bedient wird.

Unterm Strich soll man mit der Lexip die erste Gaming-Maus in die Finger bekommen, die dabei helfen kann, etwa komplizierte Kampfmanöver in "Star Citizen" zu vollführen, man kann Schnellkombos in "League of Legends" aneinanderhängen oder in "Overwatch" leichter Kopftreffer machen. Das Team hinter der Maus besteht jedenfalls ebenfalls aus Spielern, die wissen, was sie tun.

Besser als Spezialmäuse für bestimmte Spiele?

Doch die Lexip-Maus ist keinesfalls nur für Profis oder Amateure gedacht, beide Gruppen sollen mit dem Gerät gut zurechtkommen. Für die Gamer soll Lexip eine vereinfachte Einrichtung für das spezielle Spiel bieten. Dabei soll die Maus besser sein als Spezialmäuse für das jeweilige Genre. Die Hersteller wollen sich sogar mit Joysticks, Flightsticks und anderen besonderen Pads messen lassen. Ob das in jedem Fall zutrifft, darüber bin ich mir noch nicht sicher: Das Koordinationsgefühl bei einem Joystick ist schon ganz anders als das bei einer Maus, an der man sich ja auch nicht festhalten kann. Die Maus-Macher aus Frankreich jedenfalls sind von ihrer Erfindung überzeugt: "Dank ihrer Möglichkeiten können Gamer mit der Lexip ihre Spiele auf eine mehr intuitive und kompetitive Weise spielen."

lexip6
Die Maus soll sich auch im Alltag bewähren.

Wie das mit bestimmten Genres funktioniert, haben die Macher der Lexip im Detail beschrieben:

  • Weltraum-Simulationen wie etwa "Star Citizen", "Elite Dangerous" oder "Space Engineers" profitieren am meisten von  der Lexip. Weil die Maus als Flightstick, aber eben auch als normale Maus funktioniert, passt das mit der räumlichen Bewegung in diesen Spielen sehr gut zusammen.
  • In Bau-Spielen wie etwa "Minecraft" oder auch "Fortnite" lassen sich Bau- und Waffen-Slots dank des Joysticks sehr einfach durchschalten und wechseln, ohne dass man die Tastatur ins Spiel bringen müsste.
  • Durch den internen Joystick mit seinen 300.000 Positionspunkten soll auch die Steuerung von Rennspielen mit der Lexip einfacher sein. Die Lexip vereint dabei Maus und Steuerrad zu einem Gerät, was laut Hersteller klare Vorteile für "GTA 5" oder "Trackmania" bringen kann.
  • Ganz klar ist der Nutzen der Maus bei Ego-Shootern. Der interne Joystick kann etwa sehr gut zum seitlichen Lehnen oder zum Spähen um Ecken verwendet werden. Und man kann die Maus programmieren, um verkettete Aktionen auszuführen. Durch die Präzision sollen Kopfschüsse leichter fallen, versprechen die französischen Erfinder.
  • Die mächtigen Kombos, die sich mit der Lexip programmieren lassen, können besonders auch bei MMO- und MOBA-Spielern sinnvoll zum Einsatz kommen.

Nicht nur für Spielerhände geeignet?

Die Macher der Lexip wollen aber ihre Erfindung nicht nur in Spielerhänden sehen. Auch für Designer und einfache Büronutzer soll das smarte Zeigegerät Vorteile bieten. Die Präzision bei hohem Tempo und die Joysticks sollen die Produktivität bei jeder Anwendung steigern helfen. Ich bin mir da nicht so sicher, ob das nicht etwas viel PR-Wunschdenken ist, denn gerade solche Nutzer brauchen eher weniger als mehr Funktionen und fühlen sich vor allem verunsichert, wenn sie einen technischen Overkill in die Hand gedrückt bekommen.

lexip4
Auch Büroanwender könnten von der Lexip profitieren.

Spannend aber auch herausfordernd sind in jedem Fall die Möglichkeiten, die Maus nach seinen Bedürfnissen zu programmieren. Man soll in der Lage sein, so ziemlich alles an der Maus zu ändern: Es lassen sich Makros einrichten, die Laser-Sensoren lassen sich justieren, die Empfindlichkeit der Joysticks lässt sich einstellen und ebenfalls die Deadzone, mit der unerwartete kleine Bewegungen ausgeglichen werden.

An der Seite ist der Joystick gut zu erkennen.
An der Seite ist der Joystick gut zu erkennen.

Finanzierungssumme schon jetzt deutlich übertroffen

Lexip ist ohne Frage ein interessantes Projekt und sehr ambitioniert. Ich bin sehr neugierig auf das Gerät, auch weil eine Beurteilung einer Maus natürlich nur gelingen kann, wenn man sie selber in den Händen halten kann. Die Nutzer auf Kickstarter sind von dem Projekt durchaus angetan und haben die 25.000 Euro, die zur Finanzierung gefordert waren, mit knapp 85.000 Euro schon deutlich übertroffen. Noch sind es 42 Tage bis zum Ende des Finanzierungs-Zeitraums, die bislang 600 Unterstützer haben aber den Erfolg schon gesichert.

Wer mitmachen will, kann jetzt noch für 104 Euro einsteigen und bekommt dafür dann planmäßig voraussichtlich im Juni die Maus geliefert. Wer viel spielt, sollte sich das Gerät unbedingt anschauen – es könnte den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Beliebteste Artikel bei Play

  • Letzte 7 Tage
  • Letzte 30 Tage
  • Alle
close
Bitte Suchbegriff eingeben