Kolumne

TURN ON Talk: Das Potenzial der Gear VR

Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort.
Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort. (©TURN ON 2015)

Im Rahmen unseres Galaxy S7 und S7 Edge-Tests habe ich natürlich auch die Gear VR getestet. Was kann der Oculus/Samsung Hybrid? Wie schlägt sich das Teil im Vergleich zur HTC Vive und lohnt sich das Ding überhaupt?

Ich habe in den letzten Tagen mehrfach anderen Personen die Gear VR aufgesetzt und somit in einen Raum gesperrt. Ziel war es, diesen Raum innerhalb von zehn Minuten zu verlassen. Dafür musste man Telefonate abnehmen, Schlösser knacken und sich Stück für Stück durch diesen Raum bewegen. Sitzend. Oder stehend. Wirklich optimal war aber ein Drehstuhl. Einige hatten die Virtuelle Realität das erste Mal auf und waren dementsprechend überrascht, was sie da gerade sehen. Ein Raum, eine Tür, ah da ist das Schloss – wie komme ich jetzt an die vorderen zwei Ziffern? Nach nur wenigen Minuten war die Steuerung intuitiv und der Rätselspaß lag im Vordergrund. Übel wurde niemandem, was aber vor allem am Spiel selbst lag.

Auch wenn die Grafik mit einer HTC Vive nicht mithalten kann, selbst wenn es kabellos daherkommt und optimal nur mit separatem Zubehör funktioniert (Drehstuhl, Bluetooth-Controller, Akkupack, vielleicht sogar MHL Kabel um die Aufnahmen an einem Fernseher zu spiegeln, für Abende mit Freunden SEHR witzig) selbst wenn einige Spiele 10 Euro kosten, es keine riesige Auswahl gibt, einem nach 30 Minuten der Kopf etwas duselig wird und vieles noch in der Testphase hängt: Trotz all dieser absolut berechtigten Kritikpunkte macht die Gear VR überraschend viel Spaß.

VR ist nicht gleich Vive

Ich bin ein großer Freund der HTC Vive – aber Vive ist nicht VR. Bei der Vive lebt der komplette Inhalt davon, dass ihr euch physisch als Ego-Person in einer virtuellen Umgebung bewegt. Das ist völlig neu und macht den Reiz gerade erst aus. Die Gear VR verwendet stattdessen schon bekannte Mechaniken und bietet einfach ein großes Kino vor den Augen um Netflix zu gucken, oder ihr seid die Kamera über dem kleinen Helden, mit dem ihr mehrere Dungeons von Skeletten und Rubin-Schätzen befreit, oder ihr schwebt durch eine wunderschöne Insel-Landschaft und könnt nebenbei Rätsel lösen.

Die Gear VR macht auf mich einen guten Eindruck, bietet für eine erste Consumer Edition-Generation ordentliche Entwicklungen und macht VR massentauglich. Für eine optimale Virtual Reality-Nutzung benötigen wir feinere Linsen, damit die Display-Matrix nicht so grob dargestellt wird, eine viel höhere Bildwiederholungsrate in einem Smartphone und Anpassungsmöglichkeiten für Brillenträger und Personen mit unterschiedlicher Augenstärke.

Ich kann nur hoffen, dass sich alle Hersteller mehr mit diesem Thema auseinandersetzen und ohne Ende optimieren, denn Gaming (ob nun Adventure, Puzzle oder sogar Horror) hebt Virtual Reality auf ein neues, anderes und spannendes Level. Ich schätze VR wird das neue Internet of Things in ein bis zwei Jahren ablösen. Der Boom steht uns erst noch bevor.

Alex und Jens sind nicht nur auf YouTube für TURN ON aktiv und testen dort die neuesten Produkte. Die beiden kommentieren hier wöchentlich auch schriftlich aktuelle Entwicklungen, Produkte oder Trends aus der Tech-Welt.

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