Kolumne

TURN ON Talk: Gaming der Zukunft – mit oder ohne Konsole?

Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort.
Jens meldet sich alle zwei Wochen mit seiner Kolumne zu Wort. (©TURN ON 2016)

Ich habe keine aktuelle Konsole. Früher war ich ein großer Fan der PlayStation, mittlerweile präferiere ich die Xbox. Das liegt vor allem an Windows 10 und den Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben. Die Entwickler haben so die Chance, ein Spiel ohne größeren Aufwand für zwei Systeme zu entwickeln. So die Theorie.

Ich spiele lieber Kurzweiliges auf dem Smartphone, verbessere meinen Skill bei ein paar Runden "VainGlory" auf dem Tablet oder stöbere bei ausreichend Zeit durch meine Steam-Bibliothek und zocke auch mal das eine oder andere Spiel. Zum Glück lasse ich Programme wie Steam, Origin, UPlay, Battle.net und GOG Galaxy im Hintergrund laufen, sodass sich die Spiele von alleine aktualisieren. Es gab schon Momente, da musste ich eine ganze Weile warten bis das aktuelle Update installiert war. Da kann bis zum ersten Match, je nach DSL-Leitung, schon mal eine halbe Stunde vergehen.

Nach meinem Besuch bei NVIDIA habe ich über Gaming in der Zukunft nachgedacht. Grund für meine Reise nach München war das Shield TV – eine Android TV-Box mit kräftiger NVIDIA Hardware und einem interessanten Konzept: Gaming aus der Cloud. Neben diversen Funktionen des Shield TV vom digitalen Fernsehrekorder, 4K Output, über Android TV-Apps wie Netflix, einzelne Android-Portierungen die nur auf dem extrem starken Tegra X1 Prozessor laufen bis hin zur Gamestream und GeForce-Now Funktion. Der Funktionsumfang zum Verkaufsstart machte das Teil schon spannend. Nach einem guten Jahr auf dem Markt sind die Dienste reifer und die Auswahl größer geworden – man könnte konkurrenzlos sagen.

Games-Streaming gehört die Zukunft

Gamestream lässt euch im Wohnzimmer Spiele von eurem Heimrechner aus spielen. Dabei dient der Computer als lokaler Server, der das Spiel ausführt und den Inhalt zum Shield TV durchleitet. Damit muss kein riesiger Rechner im Wohnzimmer stehen, wenn es euch zum Zocken auf die Couch verschlägt. Ähnliches hatten schon Nintendo mit der Wii U und PlayStation mit der PS Vita vorgestellt. Wer dagegen gar keinen High-End Rechner besitzt, kann mit GeForce-Now auf einen NVIDIA-Server in Deutschland zugreifen. Für 10 Euro im Monat (die ersten drei Monate darf man den Dienst kostenlos testen) habt ihr Zugriff auf ein paar ganz nette Titel, die ihr direkt starten und spielen könnt. Dabei übernehmen Serverfarmen mit der besten Grafikleistung die Arbeit und streamen das Spiel nur noch auf den Shield TV. Das dauert bei einer 30.000er DSL-Leitung nicht mal 30 Sekunden und läuft mittlerweile sehr flüssig. Je nach Auslastung kann es zu minimalen Artefakten kommen, was mir bisher aber kaum aufgefallen ist. Es gibt keine spürbare Latenz mehr, selbst "Street Fighter" lässt sich ohne Einschränkungen spielen – ein schnelle Kampfspiel, bei dem jede Latenz den Spielspaß trübt.

Es gibt also mittlerweile nicht nur die Lösung von NVIDIA, auch diverse andere Firmen haben sich am Cloud-Gaming mehr oder weniger erfolgreich versucht. Onlive, GameNow, GameFly und PlayStation Now sind aber im Gegensatz zu GeForce Now nur in den USA verfügbar. Dafür benötigt man bei diesen Lösungen kein spezielles Gerät von NVIDIA, sondern nur eine App (zum Beispiel auf einem Smart TV) oder ein kleines Streaming-Device (wie der FireTV Stick) reichen schon aus um die Dienste zu nutzen.

Der logische Schritt hin zum Streaming

Trotz einer mittelmäßigen Internetversorgung in Deutschland ist Streaming ein großer und kräftiger Markt. Spotify, Netflix, Amazon (mit Instant Video und Underground Apps) werden da nur der Anfang sein. Es wird nicht mehr lange dauern, bis man Konsolen als Steam-Machine nutzen kann, bis man GeForce Now auch mit anderen Portalen verbinden und plattformübergreifende Speicherplätze nutzen kann. Der Vorteil ist offensichtlich: Keine hohen Anschaffungskosten für High-End-Computer, immer aktuelle und sichere Software, Updates werden vom Server übernommen, schnelle Ladezeiten, mit VR kommt in den nächsten Jahren außerdem eine extrem leistungshungrige Plattform auf den Markt, die bedient werden möchte. Eigentlich ein logischer Schritt, oder?

Alex und Jens sind nicht nur auf YouTube für TURN ON aktiv und testen dort die neuesten Produkte. Die beiden kommentieren hier wöchentlich auch schriftlich aktuelle Entwicklungen, Produkte oder Trends aus der Tech-Welt.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben