Videobeweis: Darum steuert sich "Red Dead Redemption 2" so sperrig

David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

Was hat zwei Revolver und läuft wie ein Panzer? Arthur Morgan, der Held von "Red Dead Redemption 2"! Rockstar Games' neues Spiel erhält viel Lob für seine Spielwelt, aber auch Kritik für seine träge Steuerung, die vielen Gamern so gar nicht zusagt. Wie träge sie wirklich ist, hat nun ein Fachmann in einem Video unter die Lupe genommen.

Dan Lowe arbeitet beim Entwicklerstudio EA Motive als Animator und kennt sich daher ein bisschen aus mit Bewegung in Videospielen. Das macht ihn zum richtigen Mann, um eine Frage zu klären, die derzeit viele "Red Dead Redemption 2"-Spieler (darunter auch einige in der TURN-ON-Redaktion) umtreibt: Warum ist es eigentlich so anstrengend, Arthur Morgan durch den Wilden Westen zu lenken?

Entwickler misst hohen Input-Lag bei "Red Dead Redemption 2"

Das Zauberwort lautet "Input Lag". Damit ist die Zeit gemeint, die vom Betätigen des Controllers bis zum Start der im Spiel ausgeführten Handlung vergeht. Lowe lässt in seinem Analyse-Video eine Stoppuhr mitlaufen, während er Arthur per Analog-Stick durch die Gegend bewegt. Dabei stellt er fest: Vom Durchdrücken des Sticks bis zum Start der Bewegungs-Animation vergehen gut 11 Frames.

Für sich genommen hat dieser Wert keine große Bedeutung, denn die Messmethode ist nicht sonderlich genau, wie Lowe selbst zugibt. Mit anderer Hardware würde sie beispielsweise andere Werte liefern, denn der meiste Input-Lag entsteht zwischen Konsole und Fernseher. Dass "Red Dead Redemption 2" eine ungewöhnlich hohe Verzögerung hat, zeigt Lowe dann aber anhand eines Vergleichs mit anderen Games, die er auf die gleiche Art und Weise gemessen hat.

So schlägt sich "RDR2" im Vergleich mit "Destiny 2" & Co.

"Uncharted: Lost Legacy" braucht in seinem Setup 6 Millisekunden vom durchgedrückten Stick zum Start der Bewegung, "Assassin's Creed Odyssey" benötigt 4 Millisekunden, "Marvel's Spider-Man" nur 3 Millisekunden. "Destiny 2" hat mit nur einer Millisekunde den geringsten gemessenen Input-Lag.

"Red Dead Redemption 2" im Lag-Vergleich mit anderen PS4-Games.
"Red Dead Redemption 2" im Lag-Vergleich mit anderen PS4-Games.

Die alte Frage: Bug oder Feature?

Über die Qualität der Spiele sagt das natürlich nicht direkt etwas aus: Es ist  ja völlig logisch, dass ein schneller, teils kompetitiver Shooter wie "Destiny 2" sich mit weniger Verzögerung steuern lassen muss, als das auch sonst eher bedächtige "RDR2". Vielleicht ist eine kleine Verzögerung also auch Absicht, um das Spielgefühl gemächlicher zu gestalten. Über die vollständigen Gründe für die ungewöhnlich hohe Eingabeverzögerung kann aber auch Dan Lowe nur spekulieren.

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