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Vorschau 2020: "Disintegration" stellt die großen Cyberpunk-Fragen

Ab ins Gaming-Jahr 2020! Wir stellen die Spiele vor, auf die wir uns am meisten freuen.
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"Disintegration" macht mich zum Cyborg-Pilot mit Wunsch nach mehr Menschlichkeit.

Mensch, Maschine, oder irgendwas dazwischen? Nicht nur "Cyberpunk 2077" beschäftigt sich 2020 mit Cyborg-Fragen. Auch "Disintegration" arbeitet sich am Transhumanismus ab und macht ihn zum Zentrum seiner Geschichte. Dazu gibt's einen passend hybriden Gameplay-Mix.

Wie viele Teile Deines Körpers kannst Du durch Implantate ersetzen, bevor Du mehr Roboter als Homo Sapiens bist? Wie viele Vorteile eines gestählten Cyborg-Körpers nimmst Du in Kauf, wenn Du dafür mit Menschlichkeit bezahlen müsstest? Und angenommen, Du fühlst Dich als Maschine ganz wohl – würdest Du je wieder menschlich werden wollen?

Solche Fragen gehören zum Standardrepertoire im Cyberpunk-Genre und garantiert werden ein paar davon auch im heiß erwarteten "Cyberpunk 2077" gestellt. Das RPG von CD Projekt Red ist aber nicht das einzige Spiel, das sich dieses Jahr damit beschäftigt. "Disintegration", der neue Strategie-Shooter von "Halo"-Miterfinder Marcus Lehto und seinem Studio V1 Interactive, hat vielleicht sogar den radikaleren Ansatz.

Von glücklichen und unglücklichen Cyborgs

Bedroht durch eine tödliche Seuche erfinden die Menschen Roboter-Körper, in die sie ihre Gehirne samt Bewusstsein verpflanzen. Der Plan geht auf, die Menschheit überlebt, aber manche Cyborgs sind mit ihren neuen Körpern viel glücklicher als zuvor. Sie nennen sich "Rayonne", und weil sie auch noch stärker sind, bekämpfen oder bekehren sie nach und nach alle, die lieber wieder zurück zum Dasein als weicher Fleischsack wollen.

In "Disintegration" spiele ich Romer Shoal, einen Piloten und ehemaligen Fernsehshow-Moderator, der gegen die Rayonne kämpft. Und obwohl im Spiel scharf geschossen wird, stecken auch in den Roboter-Körpern von Shoals Mitstreitern keine Supersoldaten-Hirne, sondern die von Journalisten, Lehrern, Automechanikern, Polizisten. Ganz normale Leute also, die nur wieder ganz normale Menschen sein wollen, falls das auf einem Planeten mit den Rayonne überhaupt noch eine Option ist. Blöd gelaufen – aber als Prämisse für ein Sci-Fi-Videospiel schon spannend!

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Romer Shoal (oben) führt seine Mitstreiter in den Kampf.

Wie viel Platz "Disintegration" für seine Geschichte hat, muss sich erst noch zeigen. Bisher gibt es nur Lore-Schnipsel und das Versprechen einer 12- bis 15-stündigen Kampagne. Das ist nicht viel, aber dass die Hintergrundgeschichte so durchdacht ist, macht Hoffnung auf eine schöne Story mit sympathischen Charakteren und dem ein oder anderen tiefgründigeren Gedanken.

Ein Ego-Shooter, der sich was Neues traut

Selbst, wenn am Ende doch nur Standardkost dabei herauskommen sollte, hätte "Disintegration" noch sein Gameplay, um mich zu überzeugen. So bunt gemischt wie die Mensch-Maschinen-Hybriden um Romer Shoal ist nämlich auch die originelle Kombination aus Ego-Shooter und Strategiespiel. In einer Art Schwebepanzer, dem Gravehikel, sehe ich die Welt von oben und halte mit der Bordkanone drauf. Zugleich dirigiere ich ein Team von KI-Kollegen mit eigenen Fähigkeiten am Boden herum, um taktisch Siege zu erringen.

Im Multiplayer-Modus, den ich auf der Gamescom 2019 schon antesten konnte, ging das verblüffend flüssig von der Hand und machte viel mehr Spaß als es Gameplay-Clips vermuten lassen. Die ganze Denkarbeit sieht man schließlich nicht, sodass "Disintegration" auf Videos eher träge wirkt. Glaubt mir: Das täuscht – hoffentlich auch in der Kampagne.

Release
"Disintegration" erscheint 2020 für PC, PS4 und Xbox One.

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