menu
Highlight

Vorschau 2020: "The Last of Us 2" wird nicht spaßig, aber bedeutsam

Ab ins Gaming-Jahr 2020! Wir stellen die Spiele vor, auf die wir uns am meisten freuen.
last-of-us-2-screenshot-trailer
"The Last of Us Part 2": Kein Zuckerschlecken, dafür mit Substanz.

Mir sind Zombies egal, trotzdem fiebere ich auf "The Last of Us Part 2" hin. Der erste Teil des Adventures von Naughty Dog hat seine Geschichte ganz anders erzählt als die meisten Games. Das Sequel könnte noch einzigartiger werden.

Wenn ich mich positiv an ein Spiel zurückerinnere, zähle ich meistens Gameplay-Merkmale auf, die hängengeblieben sind: die Steuerung, die Gegner, das Kampfsystem, Waffen-Mods, das Crafting. "The Last of Us" aus dem Jahr 2013 hat geschafft, was Games bei mir nur selten hinbekommen: Es sind die Geschichte und die Protagonisten, die ich für immer im Gedächtnis behalten werde.

Das Endzeit-Drama um Joel und Ellie hat mich von Anfang an zum mitfühlenden Zuschauer am Controller gemacht. Die Art und Weise, wie die Erzählung Hoffnung und Hoffnungslosigkeit gegeneinander ausspielt, ist einzigartig, die Motivationen der Charaktere werden lebensecht nachgezeichnet.

Science-Fiction ohne Bling & Epos

Spiele mit dystopischem und postapokalyptischem Setting rücken derzeit meist ihre Spielwelt in den Mittelpunkt: Von "Far Cry New Dawn" über "Rage 2" bis hin zu "Cyberpunk 2077" – überall winken viele Farben, viele Möglichkeiten, große Action. Wie im ersten Teil stehen in "The Last of Us Part 2" aber die Menschen, ihre Beweggründe und auch die Abgründe, die sich zwischen ihnen auftun, im Fokus. Und: Im Gegensatz zu vielen anderen Games, die Leid und Gewalt normalisieren, setzen die Entwickler alles daran, genau das in ihrem Spiel zu vermeiden.

Erste Previews berichten, dass sich jede gewalttätige Auseinandersetzung furchteinflößend und mühsam anfühlt. Besiegte Feinde trauern um ihre getöteten Freunde und schreien laut deren Namen. Man soll spüren, dass rücksichtsloses Handeln auch beim Täter Spuren hinterlässt und Konsequenzen nach sich zieht.

In zweifellos tollen Spielen wie "Assassin's Creed Odyssey", kann sich die Heldin als Massenmörderin durch das Land metzeln und in Cutscenes trotzdem Heldenmut und Andächtigkeit verbreiten. Aber in der Realität? "The Last of Us Part 2" will offenbar zeigen, dass niemand einfach ein Leben nehmen kann, ohne dabei ein Stück Menschlichkeit zu verlieren.

Kein Feierabendspiel, trotzdem großes Entertainment

Das klingt alles nicht besonders verspielt. Man kann sich fragen, wo der Spaß bleibt und ob Leid und Drama alles sind, worauf man sich bei "The Last of Us Part 2" freuen soll. Das sind berechtigte Fragen. Aber Geschichten, die von Games erzählt werden sind für mich nichts anderes als Stories von Serien oder Filmen, in die ich selbst noch tiefer eintauchen kann. Ich will glaubwürdig eine gute Geschichte erzählt bekommen und dabei eindrucksvolle Figuren und Schauplätze erleben. Das muss nicht immer lustig sein – bei der grandiosen Serie "Chernobyl" habe ich auch nicht nach den Gags gefragt.

Ellie und Joel gehören für mich zu den menschlichsten und glaubhaftesten Videospiel-Charakteren der letzten Dekade. Ich war dabei, als Joels Tochter in seinen Armen starb und verstand, warum er Ellie zuerst abschieben wollte und sie am Ende doch betrog. Jetzt kann ich es nicht erwarten, zu erfahren, was die Erlebnisse des ersten Teils mit den beiden gemacht haben und wie es in "The Last of Us Part 2" weitergeht. Ich bin weniger gespannt auf Neuerungen im Gameplay oder die bessere Grafik, sondern viel mehr auf die Geschichte und ihre Protagonisten. Das ist selten – und großartig.

Release

"The Last of Us Part 2" erscheint exklusiv für PS4.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Gaming-Vorschau 2020

close
Bitte Suchbegriff eingeben