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Xbox Live Gold für Free-to-Play-Games bald nicht mehr nötig

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Microsoft macht einen Rückzieher: Der Preis von Xbox Live Gold bleibt gleich. Bild: © Microsoft 2021

Free-to-Play-Games auf den Xbox-Konsolen sind bald endlich komplett kostenlos. Microsoft erklärt, dass das Spielen solcher Titel im Multiplayer bald kein Abo bei Xbox Live Gold mehr benötigen wird. Dieser positiven Nachricht ging allerdings eine heftige Debatte um eine Preiserhöhung für den Dienst voraus.

Was war passiert? Am Freitag, 22. Januar, kündigte Microsoft Preiserhöhungen für verschiedene Abo-Laufzeiten von Xbox Live Gold an. Anteilig stieg das einmonatige Abo mit einer Erhöhung von 6,99 Euro auf 8,99 Euro (28,5 Prozent) zwar am stärksten, für die größte Aufregung sorgte allerdings der Preisanstieg des sechsmonatigen Abos auf 47,99 Euro – exakt so viel wie ehemals das Jahresabo gekostet hat, das Microsoft mittlerweile nicht mehr anbietet.

Microsoft entschuldigt sich und dreht geplante Änderungen zurück

Als Grund für die Preiserhöhung nannte Microsoft, dass sich der Preis für Xbox Live Gold "seit Jahren nicht geändert" habe – in einigen Märkten sogar seit über zehn Jahren. Das interessierte Xbox-Fans aber herzlich wenig: Sie beschwerten sich in den sozialen Medien heftig über die geplante Preiserhöhung.

Dies bewegte Microsoft dazu, die geplante Preiserhöhung zu verwerfen. Auf dem hauseigenen News-Portal Xbox Wire veröffentlichte das Unternehmen folgendes Statement: "Wir haben gestern einen Fehler gemacht und ihr lagt mit eurer Kritik vollkommen richtig. Mit Freunden zu spielen und mit ihnen verbunden zu sein, ist ein wichtiger Teil des Gamings. Wir haben dabei versagt, die Erwartungen derer, die für uns am meisten zählen, zu erfüllen. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, das Preismodell von Xbox Live Gold nicht zu verändern."

Und als Bonus gab es dann noch den Verzicht auf Xbox Live Gold für Free-to-Play-Games obendrauf – quasi als Wiedergutmachung. Diese Änderung soll nun so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Hinter der geplanten Preiserhöhung steckte eine Strategie

Was auf den ersten Blick wie der Versuch einer willkürlichen Preiserhöhung aussah, war ein strategisch gut durchdachter Plan von Microsoft, erklärt Gaming-Analyst Daniel Ahmad in einem längeren Thread auf Twitter. Das große Ziel von Microsoft sei es, mit dem Game Pass Ultimate eine Gaming-Zielgruppe anzusprechen, die über Besitzer von Konsolen hinausgeht. Dazu zählen PC-Gamer, aber auch Besitzer von Smartphones, Tablets und Smart-TVs, die über den Streaming-Dienst xCloud spielen können.

Für diese Expansion benötige Microsoft zunächst aber eine stabile Basis aus Konsolenspielern, erklärt Ahmad. Mit der Preiserhöhung von Xbox Live Gold wollte Microsoft bezwecken, dass mehr Spieler zum Xbox Game Pass Ultimate wechseln. Nach der Preiserhöhung hätte ein Wechsel zum besseren Game Pass Ultimate schließlich nur ein paar Euro mehr gekostet. Selbst wenn Spieler nicht herübergewechselt wären, hätte Microsoft die zusätzlichen Einnahmen aus Xbox Live Gold nutzen können, um weitere Studios zu kaufen und weiter zu expandieren.

Ahmad vermutet jedoch, dass diese Strategie auf einen zu kleinen Zeitraum ausgelegt war und deshalb scheiterte. Als positiv erkennt der Analyst an, dass Microsoft auf Kritik der Community eingeht und Änderungen nicht mit aller Kraft durchsetzen möchte. Auch wenn Microsofts aktuelle Pläne gescheitert sind, ist Ahmad sich sehr sicher, dass Microsoft zukünftig weiter versuchen wird, mehr Gewinne aus seinen Abonnenten herauszuholen.

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