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xCloud auf iOS: Microsoft teilt gegen Apples Cloud-Gaming-Verbot aus

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Android-Exklusiv: iOS erhält keinen Zugriff auf den Xbox Game Pass. Bild: © Youtube / Xbox 2019

Apple wird Cloud-Gaming-Dienste auch weiterhin nicht im App Store erlauben. Angebote wie der Xbox Game Pass, Google Stadia oder Nvidia GeForce Now bleiben somit exklusiv Android-Geräten vorbehalten. Eine entsprechende Bestätigung von Apple wurde nun von Microsoft harsch kritisiert.

Die Gaming-Industrie sieht Cloud Gaming als den nächsten logischen Schritt an: Hardware-unabhängiges Spielen wird mit dem Ausbau von 5G-Mobilfunknetzen in den nächsten Jahren einen höheren Stellenwert gewinnen. Dienste wie Microsofts xCloud, Google Stadia oder Nividia GeForce Now erlauben das Spielen aufwändiger Videospiele per Streaming auf Smartphones, Tablets und Laptops. Die Regeln für Apples App Store verbieten entsprechende Software jedoch auf iOS-Geräten. Der iPhone-Hersteller hat dies nun gegenüber Business Insider erneut bestätigt.

Apples Begründung: Man könne Inhalte nicht ausreichend prüfen

Apple begründet das Verbot in erster Linie mit Sicherheitsbedenken: Man könne nicht gewährleisten, dass die gestreamten Inhalte den Richtlinien entsprechen, die Apple-Kunden schützen sollen. Nur wenn die entsprechenden Spiele einzeln im App Store angeboten werden, könne man sie prüfen. Epic-Games-Boss Tim Sweeney wies auf Twitter darauf hin, dass dieses Argument nicht stimmig sei – es würde sämtliche Apps mit Nutzer-generierten Inhalten für den App Store disqualifizieren, auch Spiele wie "Fortnite" oder "Minecraft".

Microsoft klagt über "Ungleichbehandlung"

Apple prüft auch die Inhalte von Apps für Video- und Musikstreaming nicht individuell – Spotify oder Netflix müssen Songs oder Filme dort schließlich nicht einzeln im App Store anbieten. Microsoft beschwerte sich in einer Stellungnahme (via Windows Central) nun ungewohnt deutlich über Ungleichbehandlung von Games durch Apple: "Apple steht allein als einzige Plattform, die Verbrauchern Cloud-Spiele und Spielabonnement-Dienste wie den Xbox Game Pass verwehrt. Und sie behandelt Spiele-Apps durchweg anders und wendet mildere Regeln auf Nicht-Spiele-Apps an, selbst wenn diese interaktive Inhalte enthalten."

Schließt Apple Hinterzimmer-Deals ab?

Da unabhängige Prüfstellen Games ohnehin kontrollieren, vermuten Beobachter hinter Apples restriktiven App-Store-Regeln vor allem finanzielle Interessen. Apple musste sich in den USA kürzlich Vorwürfen der Wettbewerbsverzerrung im App Store stellen. Der Hersteller bot Amazon 2016 laut Bloomberg wohl einen Spezial-Deal an, um seine Prime-Video-App auf iOS-Geräte zu bringen.

Aber es geht auch anders: Der französische Cloud-Gaming-Anbieter Shadow hat es im Mai geschafft, seine gesperrte iOS-App wieder in den App Store zu bringen. Gegenüber The Verge gibt Shadow an, dazu eine Schnellstart-Funktion für Spiele entfernt zu haben.

Shadow vermietet einen vollständigen PC in der Cloud. Ohne das deaktivierte Feature bietet die App daher eher eine Art Remote-Desktop-Zugang – Apple gewährt entsprechenden Angeboten eine Ausnahme.

Microsoft verzichtet wohl auf den xCloud-Workaround

Im Gegensatz zu Stadia oder GeForce Now könnte Microsoft also einen ähnlichen Weg einschlagen, etwa mit dem Umweg über eine Xbox-Oberfläche in der Cloud. Die aktuelle Eskalation des Konflikts deutet aber eher darauf hin, dass Microsoft die Angelegenheit anders angeht: Der US-Konzern hatte in der Vergangenheit offen einen Streit mit Sony über Crossplay ausgetragen, also Konsolen-übergreifendes Spielen. Der öffentliche Druck brachte den PlayStation-Konzern schließlich zum Einlenken. Vielleicht hofft der Xbox-Anbieter in Sachen Cloud-Gaming auf einen ähnlichen Ausgang.

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