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Cloud Gaming im Check: GeForce Now, Playstation Now, Gamefly

Wir vergleichen GeForce Now, Playstation Now und Gamefly.
Wir vergleichen GeForce Now, Playstation Now und Gamefly. (©TURN ON/Sony/Samsung/Nvidia 2016)

Cloud Gaming respektive Game-Streaming ist nicht gänzlich neu, entfacht derzeit aber ein gesteigertes Interesse. Mit GeForce Now, Playstation Now und Gamefly buhlen gleich mehrere Anbieter um die Gunst der Spieler. Unser Vergleich klärt über Kosten, Verfügbarkeit und Angebot auf.

Die Idee des Cloud Gaming ist nicht neu. Schon seit Jahren versuchen sich Anbieter mit unterschiedlichem Erfolg. Doch Nvidia hat mit seinem Dienst GeForce Now dem Game-Streaming zu neuer Prominenz verholfen. Samsung will mit seiner Plattform Gamefly punkten. Und auch Sony hat mit Playstation Now einen entsprechenden Dienst im Angebot – auch wenn der Deutschlandstart noch aussteht. In unserem Cloud-Gaming-Vergleich nehmen wir GeForce Now, Playstation Now und Gamefly unter die Lupe und klären über Preise, Streamingqualität, Spieleangebot, Voraussetzungen und weitere Punkte auf.

Das sind die Vor- und Nachteile von Cloud Gaming

Doch was bedeutet Cloud Gaming überhaupt im Detail? Die simple Erklärung: Die Games kommen per Stream über das Internet auf den heimischen Rechner oder Fernseher. Eine lokale Speicherung des Spiels findet demnach nicht statt. Dieses System hat unbestreitbare Vorteile, aber auch die Nachteile wollen wir nicht verschweigen. Einer der größten Vorteile ist sicherlich der Verzicht auf eine leistungsstarke Hardware. Da die Spieleberechnung über Server läuft, benötigt man für Cloud Gaming lediglich vergleichsweise erschwingliche Hardware. Der Download und die Installation von Patches entfällt ebenfalls.

Gute Streamingqualität setzt schnelle Internetverbindung voraus

Für einen ungetrübten Gaming-Genuss benötigst Du vor allem eine sehr schnelle Internetleitung. Zwar können Spiele auch mit einer 16.000er DSL-Leitung gezockt werden, doch die volle Auflösung darf man hier nicht erwarten. Spiele in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde erfordern locker eine 50.000er-Anbindung. Was in anderen Ländern eher weniger ein Problem darstellt, ist in Deutschland schon schwieriger. Hierzulande wurde der Breitbandausbau lange Zeit vernachlässigt, vielen europäischen Nachbarn hinken wir bei dieser Entwicklung deutlich hinterher.

Doch selbst wenn man über einen außerordentlich potenten DSL-Anschluss verfügt, muss man in puncto Spielequalität Abstriche hinnehmen. Wer direkt am Computer spielt, wird immer eine bessere Grafik präsentiert bekommen als beim Cloud Gaming. Auch der naturgemäß höhere Input-Lag spielt eine Rolle, die je nach Spiel durchaus entscheidend sein kann. Zudem sind die Cloud-Gaming-Dienste nach einer meist kostenlosen Probephase kostenpflichtig, die monatliche Kosten verursacht. Auch das Spieleangebot ist noch stark ausbaufähig.

1. GeForce Now: Der Streaming-Platzhirsch von Nvidia

 GeForce Now dürfte derzeit Anlaufstelle Nummer Eins fürs Cloud Gaming sein. fullscreen
GeForce Now dürfte derzeit Anlaufstelle Nummer Eins fürs Cloud Gaming sein. (©Nvidia 2016)

Kosten: GeForce Now von Nvidia schlägt monatlich mit 9,99 Euro zu Buche. Derzeit werden die ersten drei Monate als kostenlose Testphase angeboten.

Voraussetzungen: Für die Nutzung von GeForce Now wird zwingend ein Shield-Gerät des Herstellers Nvidia vorausgesetzt. Aktuell sind das folgende Modelle: Nvidia Shield Android TV, Nvidia Shield Tablet und die Nvidia Shield Portable, die hierzulande allerdings nicht erhältlich ist. Weiterhin wird ein WLAN-Router mit 5 GHz vorausgesetzt, alternativ funktioniert auch ein Kabelmodem nach DOCSIS 3.0. Als Mindestgeschwindigkeit für die Internetverbindung gibt Nvidia 10 Megabit pro Sekunde an.

Qualität: In puncto Streamingqualität hat Nvidia derzeit klar die Nase vorn. Als einziger Anbieter in unserem Vergleich unterstützt GeForce Now Games mit Full HD-Auflösung von 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde. Dafür wird allerdings eine Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde empfohlen. Wer einen Anschluss mit 20 Megabit pro Sekunde besitzt, darf Games immerhin noch in der HD-Auflösung 720p mit 60 Bildern pro Sekunde freuen. Nvidia selbst verspricht eine Pingzeit von unter 60 Millisekunden.

Games: Im Abo enthalten sind derzeit vor allem viele Batman- und Lego-Games. Freuen dürfen sich Zocker zudem über Titel wie "The Witcher 2", "Homefront" oder auch "Darksiders". Zum Zeitpunkt des Vergleichs bietet Nvidia 49 Inklusiv-Games an. Aktuellere Spiele bietet Nvidia hingegen zum Kauf an. Diesen Spielen liegt ebenfalls ein Downloadcode für den PC bei. Als Kauftitel ist beispielsweise "The Witcher 3" erhältlich, "Mad Max" wird ebenfalls demnächst verfügbar sein. Eine vollständige Liste gibt es auf der Seite von Nvidia.

2. Playstation Now: Der Angreifer will mit PS3-Games punkten

 Playstation Now streamt PS3-Klassiker auf viele Plattformen. fullscreen
Playstation Now streamt PS3-Klassiker auf viele Plattformen. (©Screenshot/TURN ON 2016)

Kosten: Da Playstation Now in Deutschland noch nicht verfügbar ist, sind die Kosten für den Dienst leider noch nicht bekannt. In den USA verlangt Sony für das Angebot für einen Monat 19,99 US-Dollar. Wer sich gleich für drei Monate entscheidet, muss nur 44,99 US-Dollar hinblättern. Als kostenlose Testphase bietet Sony einen Zeitraum von sieben Tagen an.

Voraussetzungen: Playstation Now ist derzeit fast ausschließlich Geräten von Sony vorbehalten. Das umfasst die Spielekonsolen PS4, PS3, PS Vita, die Streamingbox PS TV, ausgewählte Sony-Fernseher aus dem Jahr 2015, einige Blu-ray-Player von Sony und bestimmte TV-Geräte von Samsung. Zum Start wird jedoch nur die PS4 unterstützt. Dennoch punktet Playstation Now mit der größten Anzahl an unterstützten Plattformen – und das mit deutlichem Abstand. Zudem empfehlen die Japaner eine Internetverbindung mit mindestens 5 Megabit pro Sekunde.

Qualität: Gestreamt werden ausschließlich PS3-Games in der HD-Auflösung 720p mit 30 Bildern pro Sekunde. Zudem wird derzeit nur Stereosound unterstützt. In Zukunft möchte Sony auch Surround-Sound anbieten. In Sachen Qualität herrscht hier also noch Luft nach oben.

Games: Beim Games-Angebot hat Playstation Now indes die Nase deutlich vorn. Mehr als 100 PS3-Spiele warten darauf gezockt zu werden, darunter Blockbuster wie "Uncharted" oder auch "Killzone". Zudem lassen sich viele Spiele ab 2,99 US-Dollar mieten. Zu den Leihtiteln gehören beispielsweise "Resident Evil", "Bioshock" oder auch "Batman". Eine vollständige Liste hat Sony auf seiner Seite zusammengefasst. Gut möglich allerdings, dass Playstation Now in Deutschland, ähnlich wie mitunter bei PS Plus, ein in Teilen abweichendes Angebot haben wird.

3. Gamefly: Die unbekannte Samsung-Alternative

 Gamefly ist hierzulande derzeit nur Fernsehern von Samsung vorbehalten. fullscreen
Gamefly ist hierzulande derzeit nur Fernsehern von Samsung vorbehalten. (©Samsung 2016)

Kosten: Samsung bietet mit Gamefly in Deutschland verschiedene Pakete mit unterschiedlichen Games an. Für 7,99 Euro erhält der User das sogenannte "Hardcore Pack", das Titel wie "Mafia 2" oder "Red Faction" umfasst. Das Lego-Paket schlägt mit ebenfalls 7,99 Euro zu Buche und enthält unter anderem die Spieleserien "Batman" und "Herr der Ringe". Auch ein "All Around Pack" für 6,99 Euro befindet sich im Portfolio. Die ersten 10 Minuten eines Spiels lassen sich kostenlos testen.

Voraussetzungen: In Deutschland funktioniert Gamefly derzeit nur auf ausgewählten Samsung-Fernsehern. Bei den 2014er-Modellen werden TV-Geräte ab der Serie H5500 aufwärts unterstützt, bei den 2015er-Geräten wird die Reihe J5500 aufwärts bedient. Samsung empfiehlt einen WLAN-Router mit 5 GHz.

Qualität: Eine Mindestbandbreite von 4 Megabit pro Sekunde wird für SD-Streaming benötigt. Wer Spiele in 720p mit 30 Bildern pro Sekunde daddeln möchte, sollte mindestens eine Leitung mit 8 Megabit pro Sekunde besitzen.

Games: Wie viele Spiele Gamefly genau anbietet, ließ sich nicht abschließend feststellen. Auf der US-Seite werden derzeit 38 Games aufgezählt, darunter abermals Batman- und Lego-Spiele, aber auch Titel wie "WRC 4" oder "Hitman Absolution." Insgesamt dürften es aber mehr als 100 Games sein.

4. Fazit: Derzeit führt kein Weg an GeForce Now vorbei

Insgesamt gesehen steckt Cloud Gaming in Deutschland noch in den Kinderschuhen, dürfte aber künftig an Relevanz gewinnen. Zwar werden derlei Dienste das klassische Gaming sicher nicht ersetzen, aber sie dürften als sinnvolle Ergänzung gelten. Wer in Deutschland Spiele aus der Cloud zocken will, für den dürfte derzeit nur GeForce Now von Nvidia infrage kommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist okay, die Voraussetzungen sind nicht sehr hoch – es sei denn, man möchte in 1080p zocken.

Playstation Now dürfte in Deutschland erst demnächst an den Start gehen, deswegen lässt sich der Dienst noch nicht abschließend bewerten. Wichtig wird nicht nur die Anzahl der hierzulande angebotenen Titel sein, sondern auch der Preis. Und der ist zumindest in den USA mehr als happig. Wer auf eine Integration in den herkömmlichen PS Plus-Service hoffte, dürfte enttäuscht sein. Offenbar will Sony Playstation Now vollständig als eigenständigen Dienst etablieren. Ob das gelingt, bleibt aber abzuwarten.

Gamefly kann eine günstige Alternative darstellen, ist allerdings bislang in Deutschland auf Fernseher von Samsung beschränkt. Eine kostenlose Testphase bietet Gamefly leider nicht, stattdessen können die Games aber immerhin jeweils 10 Minuten gratis angespielt werden.

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