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"Cyberpunk 2077"-Story: Das ist die Vorgeschichte zum Spiel

Wir erklären Dir die Welt von "Cyberpunk 2077".
Wir erklären Dir die Welt von "Cyberpunk 2077".

Was passiert in "Cyberpunk 2077"? Die Story des Rollenspiels von CD Projekt Red ist in großen Teilen noch unbekannt. Die Vorgeschichte kann man dagegen ganz einfach nachlesen. Wir erklären Dir, was vor Spielbeginn in der Welt von Night City passiert ist.

"Cyberpunk 2077" basiert auf dem 1988 erschienenen Pen-and-Paper-Rollenspiel "Cyberpunk 2020" von Mike Pondsmith. Als Basis für das neue Videospiel veröffentlicht Pondsmiths Verlag R. Talsorian Games auch ein überarbeitetes RPG, in dem die Hintergrundgeschichte für das Game nachzulesen ist: "Cyberpunk Red" – ja, "Red", wie das Entwicklerstudio von "Cyberpunk 2077", CD Projekt Red. Eine erste Fassung, das "Cyberpunk Red Jumpstart Kit", ist bereits erhältlich. Wir verraten Dir, worum es darin geht.

Schauplatz Night City: Inbegriff des Cyberpunk-Lebensstils

Dort, wo zuvor nur eine verwaiste Ansammlung von Vorstädten zwischen San Francisco und Los Angeles lag, gründet Investor Richard Night 1994 Coronado City. Zwei Jahre zuvor hatten Gangs die Küstenorte innerhalb von vier Tagen völlig verwüstet und alle Bewohner ermordet, bevor das Militär den Landstrich erreichte und die Ordnung wiederherstellen konnte. Night kauft das Land zum Spottpreis und baut darauf eine neue Stadt, die sauber und sicher sein soll. Um Leben in die Siedlung zu bringen, bietet er Konzernen Steuervergünstigungen an, damit sie sich dort niederlassen.

Der Investor treibt den Bau seiner Stadt mithilfe eigener Bauverfahren und -Materialien voran. Allerdings macht er die Rechnung ohne Gewerkschaften und Bauunternehmen, die größtenteils von organisierter Kriminalität kontrolliert werden. Vier Jahre nach Baubeginn lassen Mafiosi Richard Night ermorden und übernehmen die Kontrolle über das Bauprojekt. In Gedenken an ihren Gründer trägt die Stadt seither den Namen Night City.

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Stadt im Wandel: Night City in "Cyberpunk 2077".

Night City wird zum unabhängigen Stadtstaat, den erst kriminelle Organisationen und später rücksichtslose Konzerne und deren Sicherheitsdienste beherrschen. Um 2020 herum entwickelt sich die Metropole zum Inbegriff des Cyberpunk-Styles: gefährlich und bis an die Zähne mit High-Tech bewaffnet, aber auch hip und dynamisch.

Die 1990er Jahre in "Cyberpunk": Die Alternative Neuzeit

Die Schere zwischen Arm und Reich geht im "Cyberpunk"-Universum noch weiter auseinander als in der Realität: In den 1990er Jahren wird die Mittelschicht quasi ausgelöscht, übrig bleiben eine von Konzernen geprägte Oberschicht und eine verarmte Arbeiterklasse ohne Ausbildung. Große Städte werden von sauberen Glaspalästen dominiert und von Konzern-Sicherheitsdiensten patrouilliert, drumherum erstrecken sich ringförmige "Kampfzonen", Vorort-Ghettos voller Gangs und Psychopathen.

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In den Vorstädten herrscht Chaos.

In den wachsenden Mega-Cities der 2000er Jahre wächst aber eine neue Klasse heran, die zwischen den ultrareichen Konzernleuten und dem hungernden Volk ihre Nische findet: Die Cyberpunks, auch genannt Edgerunner, sind Rebellen, die Lebensumstände und Technologie bei den Hörnern packen um sich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Die 2020er Jahre in "Cyberpunk": Der Vierte Konzernkrieg

Rivalisierende Megakonzerne hatten bereits mehrfach globale Konflikte ausgelöst, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Als sich 2021 der Konzern IHAG auflöst, ein Spezialunternehmen in Sachen Unterwasser-Logistik, versuchen zwei Konkurrenzfirmen, CINO und OTEC, Kontrolle über das übrige Anlagevermögen zu erlangen. Zunächst geschieht die geplante Übernahme in Form eines Cyber- und Wirtschaftskrieges, schließlich mit roher militärischer Gewalt.

Als keine der beiden Fraktionen die Oberhand erlangen kann, beauftragen sie die größten Sicherheitskonzerne der Welt, den Konflikt in ihrem Namen fortzuführen: CINO heuert den japanischen Konzern Arasaka an, OTEC sucht Hilfe beim US-amerikanischen Unternehmen Militech. Ohne Rücksicht auf die Interessen einzelner Nationen tragen beide Kriegsparteien den Konflikt auf dem gesamten Planeten aus und setzen dabei schweres militärisches Gerät und große Armeen gegeneinander ein.

Der "Night City Holocaust"

Der Konzernkrieg kulminiert schließlich im sogenannten "Night City Holocaust": 2023 detoniert ein Atomsprengkörper in den oberen Stockwerken des Arasaka-Hochhauses inmitten der Metropole Night City an der US-Westküste. Die gesamte Innenstadt wird zerstört, Tausende Menschen sterben. Wer genau für die Detonation verantwortlich ist, wird nie öffentlich aufgeklärt. Einerseits wird eine Attacke von Militech auf das Arasaka-Gebäude vermutet, andererseits eine Selbstzerstörung, um Firmengeheimnisse des japanischen Konzerns zu schützen.

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Nach dem Konzernkrieg wachsen Megabuildings aus dem Schutt.

Wenige Stunden nach dem "Night City Holocaust" zieht die damalige US-Präsidentin Konsequenzen: Militech wird verstaatlicht und dem US-Militär unterstellt. Arasakas Truppen werden unter Androhung eines Vergeltungsschlages auf ihr Hauptquartier in Tokio vom amerikanischen Kontinent verbannt. Andere Nationen folgen dem Beispiel und verstaatlichen ebenfalls Militärunternehmen. Der vierte Konzernkrieg wird so beendet.

Das Rote Zeitalter von "Cyberpunk RED"

Die Atombombenexplosion in Night City, zahlreiche Orbitalschläge und daraus folgende Naturkatastrophen färben die Atmosphäre der Erde rot. Fast zwei Jahre lang bleibt die Welt unter dieser blutroten Glocke, der Rest der Dekade ist von eingefärbten Sonnenauf- und -untergängen geprägt. Währenddessen machen die Menschen sich nach dem Krieg an den Wiederaufbau und benennen die Zeit zwischen dem Vierten Konzernkrieg und den Ereignissen von "Cyberpunk 2077" als das Rote Zeitalter.

Amerika zur Zeit von "Cyberpunk 2077"

Zum Ende des Vierten Konzernkrieges hatten die USA ihren Status als Supermacht längst verloren, aber auch Europa und Asien geht es nicht besser. Teile der US-Streitkräfte werden abtrünnig und ziehen plündernd über den Kontinent, viele Regionen sind vom Einfluss der Regierung abgeschnitten. Tatsächlich ähnelt das Land dem Zustand des späten 19. Jahrhunderts: Die "zivilisierte" Ostküste wird von der Bundesregierung kontrolliert, während weitgehend unabhängige Territorien einen "Wilden Westen" bilden. An der Westküste von Seattle bis Mexiko halten eigenständige Gebiete die Ordnung mithilfe von lokalen Milizen und Söldner-Truppen aufrecht. Hier liegt auch die Metropole Night City, wo "Cyberpunk 2077" spielt.

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Die Welt von "Cyberpunk 2077" schwankt zwischen Elendsvierteln und Elite.

So sieht es 2077 im "Cyberpunk"-Universum aus

Nach der Atombombenexplosion ist aus der Innenstadt von Night City eine verstrahlte Kampfzone geworden. Zwei Millionen Menschen wurden durch den Vorfall obdachlos und hausen in Zeltstädten in den Vororten der Metropole. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden tonnenweise Trümmer in der Bucht vor der Stadt versenkt. Der Schutt des Krieges wurde zu neuem Land, auf dem Mega-Buildings, gigantische Wohnkomplexe, und neue Konzernpaläste entstehen.

Das ehemalige Zentrum von Night City ist noch immer verstrahlt. Nur diejenigen, die ohnehin mehr Maschine als Mensch und gegen die Strahlung weitgehend immun sind, halten sich hier längere Zeit auf. Gangs beherrschen die "heiße Zone", deren Bild von zerfetzten Wolkenkratzern und ausgebrannten Autowracks bestimmt wird.

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Weniger Mensch als Maschine: Cyberpunks leben am Limit.

Gleich nebenan wurden neue Stadtviertel aus dem Boden gestampft. Das Night City in "Cyberpunk 2077" ist von Veränderung, Wiederaufbau und Aufbruchstimmung geprägt. Der Stadtstaat an der US-Westküste ist eine Freihandelszone und ein beliebter Anlaufpunkt für Abenteurer und aufstrebende Unternehmen. Auf den Dächern der Stadt bauen die Bewohner Obst und Gemüse an oder sammeln ohne Genehmigung Solarenergie, Hinterhof-Techniker bauen auf Bestellung Cyberware und Gadgets zusammen.

Essen, Transport & öffentliche Ordnung in "Cyberpunk 2077"

Umweltverschmutzung und die Nachwirkungen des Krieges haben Weide- und Farmland größtenteils unbrauchbar gemacht. Wer also nicht gerade in Geld schwimmt, isst synthetisch hergestellte Nahrung oder kauft selbst angebaute Lebensmittel auf dem Schwarzmarkt.

Das Verkehrsnetz ist 2077 weitestgehend zusammengebrochen. Straßen werden abseits von privat verwalteten Konzernvierteln kaum gepflegt, der öffentliche Nahverkehr ist unzuverlässig und von Kriminalität geplagt. Neben herkömmlichen Fahrzeugen gibt es Autos und Motorräder, in die man sich zur Steuerung per Cyber-Kontrollen direkt einstöpseln kann. Ordnungsbehörden oder Rettungsdienste greifen auch auf gepanzerte Fluggeräte zurück.

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Die beste Krankenversicherung in Night City: Trauma-Teams rücken bei medizinischen Notfällen und Unfällen an – aber nur, wenn der Patient sich den Einsatztrupp leisten kann.

Trotz des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung wurde das Night City Police Department in den Jahren nach dem Holocaust wieder aufgebaut. Das NCPD ist der einzige öffentliche Dienst, der in ganz Night City operiert und kompromisslos die Ordnung bewahrt. Gemeinden außerhalb der Stadt lizenzieren die Wahrung von Gesetz und Ordnung dagegen an private Sicherheitsdienste oder Söldnertruppen.

Lokales Netz statt Internet: Online ist nicht mehr

Der Vierte Konzernkrieg hat die Infrastruktur des Landes hart getroffen. Das Internet wie wir es kennen, gab es nicht mehr. Dazu kommt: Ein rätselhafter Virus hat die Tätigkeit von Netrunnern – Hacker, die sich direkt ins Netz einstöpseln – lebensgefährlich gemacht. Konzerne setzen seither auf in sich geschlossene Inselsysteme. Lokal begrenzte Netzwerke und Datenterminals sorgen dafür, dass die Bewohner von Night City auf Informationen und einfache Internetseiten, den sogenannten Data Pool, zugreifen können.

Das Leben spielt sich 2077 also wieder auf der Straße ab – in aller Härte. Also schnapp Dir Deine Smartgun, öle Deine kybernetischen Gelenke und zieh Dir was Ordentliches an! Da draußen ist Night City und diese Stadt wartet auf niemanden.

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