"Fortnite"-USK-Altersfreigabe: Ab wie viel Jahren ist Battle Royale?

"Fortnite: Battle Royale" hat eine etwas unklare Altersfreigabe.
"Fortnite: Battle Royale" hat eine etwas unklare Altersfreigabe. (©Epic Games 2018)
Michael Brandt Freut sich über die Rückkehr der Metroidvania-Games.

"Fortnite: Battle Royale" gehört derzeit zu den beliebtesten Spielen bei Jugendlichen. Mit der Veröffentlichung der mobilen Version auf iOS-Geräten und dem baldigen Erscheinen auf Android-Smartphones ist das Spiel präsenter denn je. Doch ab wie viel Jahren ist  "Fortnite" eigentlich von der USK freigegeben? Wir bringen Licht ins Dunkel der Altersfreigabe.

Was ist "Fortnite"?

Zunächst sind bei "Fortnite" grundsätzlich zwei Spielmodi zu unterscheiden: Bei der kostenpflichtigen, im Juli 2017 veröffentlichten Variante "Fortnite: Rette die Welt" treten menschliche Spieler über das Internet gemeinsam gegen computergesteuerte Zombies an und kämpfen ums Überleben.

In "Fortnite: Battle Royale" kämpfen 100 dagegen menschliche Spieler online gegeneinander mit dem Ziel, der einzige Überlebende auf einer bunten Insel zu sein. Dieser Spielmodus ist kostenlos und viel beliebter als "Rette die Welt" – wenn von "Fortnite" die Rede ist, ist in den allermeisten Fällen "Battle Royale" gemeint.

In "Fortnite: Rette die Welt" kämpfen die Spieler zusammen gegen Zombies, in "Battle Royale" messen sie sich im Wettbewerb gegeneinander.
In "Fortnite: Rette die Welt" kämpfen die Spieler zusammen gegen Zombies, in "Battle Royale" messen sie sich im Wettbewerb gegeneinander.

USK, PEGI & Co.: Ab wie viel Jahren ist "Fortnite" geeignet?

"Fortnite" ist nach dem europäischen PEGI-Rating ab 12 Jahren freigegeben. Die Altersfreigabe bezieht sich aber nur auf den kostenpflichtigen Modus "Rette die Welt". Auch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat "Fortnite: Rette die Welt" ab 12 Jahren freigegeben.

Der kostenlose Modus "Fortnite: Battle Royale" wurde von der Behörde nicht geprüft, da es nur online verfügbar ist. Spieleentwickler können Online-Spiele zur Alterskennzeichnung bei der USK einreichen, sind dazu aber nicht verpflichtet. Entsprechend gibt es keine offizielle USK-Angabe zu "Battle Royale"

In "Fortnite: Battle Royale" ist ein Sieg zwar nur unter Einsatz von Waffen möglich, die Gewaltdarstellung bleibt aber comichaft und unblutig.
In "Fortnite: Battle Royale" ist ein Sieg zwar nur unter Einsatz von Waffen möglich, die Gewaltdarstellung bleibt aber comichaft und unblutig.

Eine Richtlinie hinsichtlich der Altersfreigabe von "Fortnite: Battle Royale" bietet die pädagogische Beurteilung des Spieleratgebers NRW von der Fachstelle für Jugendmedienkultur. Demnach ist "Fortnite: Battle Royale" für Jugendliche ab 14 geeignet. Die Einschätzung beruht darauf, dass es sich bei dem Spiel trotz der großen Distanz zur Realität immer noch um einen Survival-Shooter handelt, der für jüngere Kinder ungeeignete Inhalte enthalten und für empfindsame Spieler zu nervenaufreibend sein könnte. Die Gewaltdarstellung fällt insgesamt relativ harmlos aus: Die Grafik des Spiels ist im comicartigen Design gehalten, im Spiel fließt kein Blut und nach dem Ausschalten eines Gegners bleibt keine Leiche zurück.

fortnite-battle-royale-08
Battle Royale bezeichnet einen Spielmodus, bei dem Spieler so lange kämpfen, bis nur noch ein Überlebender übrig ist.

Eine weitere Richtlinie: Nintendo gibt die Switch-Version von "Fortnite: Battle Royale" im Nintendo eShop ab 16 Jahren frei. Diese Einstufung stammt von einer weiteren Behörde, der IARC, die auch Downloadtitel bewertet. Die Bewertung basiert auf einem Fragebogen, den Spielehersteller bei der Einreichung eines Spiel auf einer Online-Vertriebsplattform wie zum Beispiel dem Nintendo eShop ausfüllen müssen. Das Logo des IARC unterscheidet sich in Deutschland nicht von dem der USK.

Bei den Versionen für Sonys PlayStation 4 und Microsofts Xbox One sind keine Hinweise zur Altersfreigabe zu finden, ebensowenig beim Publisher Epic Games selbst.

Der Comic-Look und an die Kostüme in "Fortnite" stellen Spaß und Humor in den Mittelpunkt.
Der Comic-Look und die Kostüme in "Fortnite: Battle Royale" stellen Spaß und Humor in den Mittelpunkt.

Chat & In-Game-Käufe: Was Erziehungsberechtigte wissen sollten

Für die Alterseinstufungen sind vor allem der Gewaltgrad und das Spannungspotenzial eines Spiels wichtig. Zusätzlich sollten Eltern und Erziehungsberechtigte aber über zwei potenziell problematische Aspekte Bescheid wissen:

  • In-Game-Chat: Der Chat stellt gerade für jüngere Spieler eine mögliche Gefahrenquelle dar. Spieler können über den Chat Text- und Sprachnachrichten erhalten. Es kann hier also auch zu Belästigungen, Beleidigungen oder Mobbing kommen. "Fortnite: Battle Royale" bietet eine Möglichkeit, solche Übergriffe zu melden. Diese Funktion sollte Jugendlichen und Erziehungsberechtigten bekannt sein und auch genutzt werden.
  • In-Game-Käufe: Innerhalb des Spiels können mit einer virtuellen Währung namens V-Bucks Gegenstände wie Kostüme, Tänze oder der Zugang zu exklusiven Herausforderungen, der sogenannte Battle Pass, gekauft werden. Es handelt sich hierbei um Gegenstände, die nicht unbedingt zum Spielen nötig sind und vor allem die Optik beeinflussen. V-Bucks können innerhalb des Spiels in Paketen für Preise zwischen 4,99 Euro und 99,99 Euro gekauft werden. Der Preis für ein neues Kostüm für eine Spielfigur bewegt sich im Bereich zwischen 5 Euro und 20 Euro.

Zusammenfassung: Altersfreigabe für "Fortnite: Battle Royale"

Die korrekte Altersfreigabe von "Fortnite" zu finden, kann recht verwirrend sein:

  • Das Original-"Fortnite" (also der Modus "Rette die Welt") ist von der USK ab 12 Jahren eingestuft
  • "Fortnite: Battle Royale" wurde nicht bewertet, ist nach einer pädagogischen Einschätzung aber ab etwa 14 Jahren geeignet
  • Im Nintendo-eShop ist das Spiel von der IARC ab 16 Jahren eingestuft

Letztendlich obliegt es den Eltern und Erziehungsberechtigten, zu entscheiden, ob "Fortnite" für ihr Kind geeignet ist. Die Einschätzungen können lediglich eine Orientierung bieten. Wichtig ist in jedem Fall, dass auch mögliche Gefahren, die nicht direkt vom Spiel ausgehen – etwa der Chat oder In-Game-Käufe – mit den Jugendlichen kommuniziert werden.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Beliebteste Artikel bei Play

  • Letzte 7 Tage
  • Letzte 30 Tage
  • Alle
close
Bitte Suchbegriff eingeben