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GOG Galaxy 2.0 will Steam überflüssig machen: So funktioniert es

GOG tritt an, alle Spiele-Launcher unter einem Dach zu vereinen.
GOG tritt an, alle Spiele-Launcher unter einem Dach zu vereinen.

Mit dem neuen Super-Launcher GOG Galaxy 2.0 wollen die Macher von "The Witcher" und "Cyberpunk 2077" die Accounts für Steam, Epic, Uplay und Origin auf einer Plattform zusammenführen. Wir erklären Dir, wie das geht und was dabei noch nicht funktioniert.

Für PC-Spieler ist die Welt 2019 nicht mehr so einfach wie noch vor zwei oder drei Jahren. Ließ sich früher so ziemlich jedes Spiel über Steam starten, so buhlen mittlerweile auch zahlreiche andere Plattformen um Nutzer und Gamer. Der Epic Games Store ist da nur eins von vielen Beispielen, denn mit Origin (EA), Uplay (Ubisoft) und Game Pass (Microsoft) haben längst auch andere Anbieter ihre eigenen Plattformen am Start, über die sie Zugänge zu ihren Spielen anbieten.

Kurz gesagt: Wer anno 2019 weiterhin nur Steam nutzt, verpasst eine Menge. Andererseits fällt es angesichts von immer neuen Plattformen und der damit verbundenen Launcher-Software immer schwerer, den Überblick darüber zu behalten, welche Spiele sich in der Bibliothek befinden und welche aktuell gerade installiert sind.

Hier kommt GOG Galaxy 2.0 ins Spiel, der neue Launcher von CD Project. Die Polen, die unter anderem für "The Witcher 3" und "Cyberpunk 2077" bekannt sind, hatten bereits im Mai dieses Jahres angekündigt, alle anderen Launcher unter einem großen Dach vereinen zu wollen. Seit Montag ist GOG Galaxy 2.0 nun in einer offenen Beta erhältlich und wir haben die Plattform natürlich direkt ausprobiert.

Für GOG-Nutzer ersetzt der neue Launcher den alten

Für Zocker, die den GOG-Launcher bisher in der Version 1.0 verwendet haben, ersetzt das Update auf 2.0 nach der Installation direkt die alte Version. Zunächst befinden sich dort dann auch nur die Spiele, die direkt bei GOG gekauft wurden. In der Navigationsleiste links gibt es zudem den Bereich "Einkaufen", über den man direkt zum Shop von gog.com gelangt und neue Spiele direkt auf der Plattform kaufen kann.

So lassen sich Spiele von Steam, Epic, Uplay und Origin integrieren

Über ein einfaches Tool lassen sich jedoch so ziemlich alle weiteren Launcher-Accounts unkompliziert importieren. Dazu klickt man als Nutzer einfach oben links auf das unscheinbare Zahnrad-Symbol und wählt anschließend im Menü den Punkt "Spiele & Freunde hinzufügen > Plattformen verknüpfen" aus. Die Liste der Accounts, die sich aktuell in GOG Galaxy 2.0 integrieren lassen, umfasst dabei:

  • Steam
  • Origin
  • Uplay
  • Epic Games Store
  • Xbox Live
  • PlayStation Network

Nicht an Bord sind aktuell beispielsweise der noch recht junge Bethesda-Launcher oder Battle.net von Blizzard.

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Verschiedene Plattformen lassen sich mit GOG Galaxy synchronisieren.

Beim Verknüpfen öffnet sich eine Eingabemaske für den Launcher, der jeweils verknüpft werden soll. Dort müssen Nutzername und Passwort hinterlegt werden, damit der Datenimport in GOG Galaxy 2.0 gelingen kann. Die Macher von GOG sagen selbst, dass sie mit den Daten, die Nutzer dabei hinterlegen, kein Geschäft betreiben wollen.

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GOG importiert je nach Plattform (hier Steam) verschiedene Daten.

Sobald der Import vollzogen ist, tauchen alle Spiele der jeweiligen Plattform in GOG Galaxy 2.0 auf und lassen sich auch von dort aus starten. Zusätzlich werden auch Statistiken, Erfolge und Freundeslisten importiert, wobei die Datensätze je nach Plattform unterschiedlich sind.

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Ein bunter Strauß aus Steam-, Uplay-, Origin- und Game-Pass-Spielen.

Anschließend lassen sich die Spiele nach Plattform, Genre, Spielzeit, Erfolgen und zahlreichen weiteren Kategorien filtern. GOG Galaxy will es seinen Nutzern sichtlich leicht machen, den Überblick zu behalten.

Noch nicht alles funktioniert reibungslos ...

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es sich bei GOG Galaxy 2.0 noch immer um eine Beta handelt. Das hat zur Folge, dass noch nicht alle Funktionen reibungslos funktionieren. In meinem Fall schien beispielsweise bei den dargestellten Statistiken irgendetwas nicht zu stimmen. Denn die von GOG abgebildeten Zahlen zu meinen monatlichen Spielzeiten auf den verschiedenen Plattformen konnte ich nicht nachvollziehen.

So war die Anzahl der gespielten Stunden insgesamt viel zu hoch und die Verteilung der Werte über die verschiedenen Plattformen inkorrekt. So habe ich beispielsweise über den Monat hinweg die mit Abstand meisten Stunden nicht auf Origin, sondern auf Steam verbracht.

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Die Statistiken spiegeln nicht die Realität wieder.

... und manches funktioniert (noch) gar nicht

Wer neue Spiele bei Steam und Co. kaufen will, kann das (zumindest im Moment) noch nicht direkt über den GOG-Launcher. Auch das Aktivieren von Keys für andere Plattformen funktioniert nicht über den Launcher.

Aktuell der größte Nachteil ist in meinen Augen aber die Tatsache, dass der Import der Freundeslisten aus Steam, Origin und Co. noch nicht wirklich funktioniert. Gerade im Hinblick auf Community und Multiplayer ist das eine echte Enttäuschung.

Steam und Co. werden weiterhin benötigt

Generell ist es auch mit GOG Galaxy 2.0 weiterhin nötig, andere Plattformen wie Steam, Epic oder Uplay mit ihren jeweiligen Launchern auf dem PC zu installieren, um die darüber laufenden Spiele zocken zu können. So gesehen kann der neue Launcher die alten ohnehin nicht ersetzen, sondern lediglich eine Übersicht für all diejenigen bieten, die langsam aber sicher den Überblick über ihre Games verlieren.

Was ist potenziell problematisch an GOG Galaxy 2.0?

CD Project setzt bei GOG Galaxy 2.0 stark auf den Open-Source-Gedanken. Das bedeutet in der Praxis, dass die Community eigene Erweiterungen für den Launcher programmieren kann, was aktuell tatsächlich auch schon der Fall ist.

Offiziell unterstützt GOG Galaxy 2.0 nämlich eigentlich nur Drittanbieter-Accounts von Xbox Live. Die Integration von Steam, Origin und Co. wird aktuell nur über Community-Addons gewährleistet. Das hat zwar keinen direkten Nachteil für die Nutzer, birgt aber zumindest theoretisch eine Gefahr.

Denn wer haftet beispielsweise dafür, wenn sich Steam, Origin und Co. dazu entscheiden, Nutzeraccounts zu sperren, weil sie im GOG-Launcher einen unerlaubten Zugriff sehen? CD Project könnte sich in so einem Fall vermutlich vornehm zurückhalten und betroffene Nutzer mit einem gesperrten Konto zurücklassen.

Fazit: Lohnt sich GOG Galaxy 2.0 aktuell?

Der wohl größte Nachteil von GOG Galaxy 2.0 ist aktuell die nicht funktionierende Integration der Freundeslisten. Damit ist der Launcher für alle, die Wert auf den Community-Aspekt legen und gerne mit anderen zocken, aktuell kein Ersatz.

Wer jedoch ohnehin regelmäßiger GOG-Nutzer ist und auf der Plattform viele Freunde hat, kann sich die Beta-Version getrost herunterladen. Und dann heißt es einfach abwarten, bis die Entwickler ihre Plattform so weit verbessert haben, dass sie vielleicht eines Tages wirklich zum Ersatz von Steam und Co. werden kann.

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