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Nvidia RTX Super vs. AMD Radeon RX 5700 (XT): Die Kaufberatung

Mit den RTX-Super-Grafikkarten setzt Nvidia den neuen AMD-Karten etwas entgegen.

Mit den neuen Grafikkarten RTX 2060 Super, RTX 2070 Super und RTX 2080 Super reagiert Nvidia auf die AMD Radeon RX 5700 und 5700 XT. Die ersten Tests haben die Leistung der Karten gemessen. Wir verraten, welche GPU für Dich die Richtige ist.

Leistung: So schnell sind Nvidia RTX Super und AMD RX 5700 (XT)

Die RTX-Grafikkarten mit dem Zusatz "Super" ergänzen oder ersetzen ihre Vorgänger. So verschwinden die RTX 2070 und die RTX 2080 vom Markt, aber die RTX 2060 wird neben der RTX 2060 Super weiterhin produziert und angeboten. Grundsätzlich sind die RTX 2060 Super, die RTX 2070 Super sowie die AMD Radeon RX 5700 (XT) für Games in Full-HD- sowie in QHD-Auflösung geeignet. Die Radeon XII, die Nvidia RTX 2080 Super und die RTX 2080 Ti sind für die 4K-Auflösung die bessere Wahl.

Die AMD Radeon RX 5700 liefert dabei etwas mehr Bilder pro Sekunde als die RTX 2060 und die Radeon RX 5700 XT übertrifft die RTX 2060 Super. Derweil lässt sich die schon eine Weile erhältliche AMD Radeon VII angesichts ihrer Leistung am ehesten als Konkurrentin zur RTX 2070 Super einordnen. Die RTX 2080 Super und die 2080 Ti schaffen (voraussichtlich, im Falle der noch nicht erhältlichen 2080 Super) deutlich höhere Framerates als die Radeon XII, AMDs leistungsfähigste GPU.

Die neuen AMD-Karten RX 5700 und RX 5700 XT haben im Vergleich zu ihren direkten Nvidia-Konkurrenten eine höhere Performance.

Uns selbst stehen die GPUs noch nicht zur Verfügung. Spiele-Benchmarks für die neuen AMD-Karten findest Du zum Beispiel bei Computer Base und PCGH. Benchmarks zur RTX 2060 Super und zur RTX 2070 Super gibt es auch bei Computer Base und bei PCGH.

Fazit: Die AMD Radeon RX 5700 zaubert etwas mehr Frames pro Sekunde auf den Bildschirm als die Nvidia RTX 2060. Die RX 5700 XT konkurriert derweil mit der RTX 2060 Super und kann sie ebenfalls um ein paar FPS überflügeln.

Exklusive Features: Raytracing vs. Anti-Lag

Abgesehen von der reinen FPS-Leistung unterscheiden sich die Grafikkarten auch bei besonderen Features, die nicht unwichtig sind. Zunächst einmal unterstützen neuere Nvidia-Grafikkarten grundsätzlich G-Sync und mit Einschränkungen FreeSync, während die AMD-Karten nur FreeSync bieten. Diese Technologien dienen einer sauberen Darstellung von Bewegungen auf kompatiblen Monitoren und TVs ohne Tearing.

Die nun vorgestellten Karten haben außerdem zusätzliche Features an Bord – namentlich Raytracing, das alle Nvidia-RTX-Karten bieten, sowie ein neues Anti-Lag-Feature auf AMD-Seite. Anti-Lag beherrschen auch die AMD-Karten der Vega-Generation, aber aktuell nur unter DirectX 11, während die neuen GPUs das Feature auch in DirectX-9-Games unterstützen.

minecraft-raytracing fullscreen
Raytracing (hier in "Minecraft") meint eine realistische Echtzeit-Lichtsimulation.

Kurz erklärt: Raytracing
Raytracing ist ein Verfahren zur Berechnung von Licht in Echtzeit. Das Ergebnis ist ein viel höherer Realismus bei Schatten, Spiegelungen, Lichtquellen und potenziell der gesamten Beleuchtung. Je nach Spiel wird Raytracing unterschiedlich stark genutzt – so setzt "Shadow of the Tomb Raider" etwa nur auf Raytracing-Schatten, während "Metro Exodus" eine "globale Beleuchtung" via Raytracing bietet, also Licht umfassend in Echtzeit berechnet.

Der hauptsächliche Nachteil von Raytracing besteht in den hohen FPS-Einbußen. So sind die Framerate-Kosten gerade bei den schwächeren GPUs RTX 2060 und RTX 2060 Super einigen Spielern wohl zu hoch. Raytracing wird mit den kommenden Spielekonsolen PlayStation 5 und Xbox Scarlett an Bedeutung gewinnen und sicher auch für PC-Spiele noch länger ein Thema bleiben.

Mit der Navi-Generation hat AMD derweil das Feature "Anti-Lag" oder "Radeon Anti-Lag" eingeführt. Es geht hier darum, die Verzögerung zwischen einer Eingabe (etwa die Betätigung eines Buttons) und der angezeigten Aktion auf dem Bildschirm zu reduzieren. Im Radeon-Treiber lässt sich das Feature aktivieren.

Das neue Anti-Lag-Feature für neuere Radeon-Karten sorgt für eine geringere Eingabeverzögerung.

Normalerweise schickt der Prozessor Renderanweisungen an die Grafikkarte. Sie berechnet das Bild, derweil stellt der Prozessor weitere Renderanweisungen bereit. So ergibt sich eine Verzögerung oder Latenz von mindestens zwei Bildern pro Sekunde, nämlich ein Bild, das vom Prozessor zurückgehalten wird und eines, das die Grafikkarte gerade berechnet. Es gibt noch andere Ursachen für die Latenz beim Spielen, aber das "Anti-Lag"-Feature von AMD setzt an dieser Stelle an. Es dient dazu, einen größeren Teil der Bildberechnung von Prozessor und Grafikkarte überlappend vorzunehmen. So ergibt sich bestenfalls eine Latenzersparnis von einem Bild pro Sekunde.

PCGH hat das neue Feature ausführlich getestet. Das Ergebnis: "Beim Ausprobieren des Features konnten wir in den allermeisten Fällen eine sofortige und recht deutliche Verbesserung feststellen." Da kann das Nvidia-Pendant nicht mithalten: "Nvidias 'Maximal vorberechnete Bilder' hat kaum bis keine Auswirkungen auf die Treiber-Latenz", so die Tester.

Fazit: Nur die RTX-Grafikkarten von Nvidia beherrschen Raytracing, das mit dem Release der PS5 und der Xbox Scarlett auch bei PC-Spielen an Bedeutung gewinnen dürfte. Aktiviertes Raytracing bedeutet allerdings spürbar weniger FPS. Derweil ist das Anti-Lag-Feature von AMD für eine geringe Latenz offenbar gut gelungen.

Effizienz und Lautstärke: Nvidia liegt vorne

Der Radiallüfter der hauseigenen AMD-Modelle der 5700 und 5700 XT sorgt für eine höhere Lautstärke.

Die hauseigenen AMD-Modelle der Radeon RX 5700 und der 5700 XT setzen auf einen "Radiallüfter", der die Luft von oben ansaugt und sie hinten aus dem PC presst. Dieses Lüfterdesign sorgt für eine höhere Lautstärke als die "Axiallüfter", also meist mehrere Lüfter an der Oberseite der GPU, die die Luft auch dort hinauspusten. Die neuen AMD-Karten sind daher lauter als die Nvidia-Pendants, allerdings gilt das nicht unbedingt für die Modelle der Boardpartner wie Asus, Gigabyte, MSI und Co., die in der Regel auf Axiallüfter setzen.

Die Leistungsaufnahme liegt bei der RX 5700 bei 180 Watt und bei der RX 5700 XT bei 225 Watt. Im Vergleich zur Vega 64 mit ihren 295 Watt ist das ein großer Schritt. Trotzdem haben die Nvidia-RTX-Karten laut PCGH eine "etwas bessere Energiebilanz", wobei die Unterschiede nicht dramatisch ausfallen.

Fazit: Die neuen GPUs von Nvidia und AMD sind alle recht energieeffizient. Bei AMD solltest Du auf die leiseren Partnerkarten setzen, falls dich die lauteren Lüfter der Referenzdesigns stören.

Preis-/Leistungsverhältnis: Die günstigere Alternative

Die Nvidia RTX 2070 Super bietet fast die Leistung der RTX 2080 und kostet 100 Euro weniger als die Founders Edition der regulären RTX 2070.

Wie oben erläutert, ergibt es für viele Gamer wenig Sinn, das bloße Verhältnis zwischen Preis und FPS-Performance zu vergleichen. Schließlich zählen auch Features wie Raytracing, G-Sync und Anti-Lag. Wo das gesagt ist: Die AMD-Karten sind in Hinblick auf das reine Preis-Performance-Verhältnis bessere Angebote als die Nvidia RTX 2060 und 2060 Super.

Hier sind die unverbindlichen Preisempfehlungen der aktuellen Grafikkarten beider Anbieter im Vergleich:

Grafikkarte Preis
Nvidia RTX 2060 369 Euro
AMD RX 5700 369 Euro
AMD RX 5700 XT 419 Euro
Nvidia RTX 2060 Super 419 Euro
Nvidia RTX 2070 Super 529 Euro
AMD Radeon VII 729 Euro
Nvidia RTX 2080 Super 739 Euro
Nvidia RTX 2080 Ti 1.259 Euro

Zusammenfassung: Diese Grafikkarte lohnt sich für Dich

Performancejäger: Wenn Du neue Spiele mit den höchsten Einstellungen in 4K-Auflösung flüssig spielen willst, kommen für Dich nur die RTX 2080 Super und die RTX 2080 Ti in Frage.

Vorausschauer: Möchtest Du eine zukunftssichere Grafikkarte und von Raytracing profitieren, ohne alle Spiele in 4K bei höchsten Einstellungen zocken zu müssen, dann sind die RTX 2070 Super und die RTX 2080 Super die richtige Wahl.

Preis-/Leistungsjäger: Kannst Du auf Raytracing verzichten oder legst mehr Wert auf eine geringe Eingabeverzögerung, dann sind die AMD RX 5700 und 5700 XT sehr gute Angebote für Gaming bis zu QHD-Auflösung. Wenn es Raytracing sein soll, sind die Nvidia RTX 2060 Super und 2070 Super GPUs mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

Aufrüster: Die Nvidia RTX 2070 Super ist ein guter Mittelweg. Sie bietet mehr Leistung als die neuen AMD-Karten und ist günstiger als die Radeon VII, es gibt von AMD also angesichts des Preises keine Alternative. Raytracing ist an Bord und die GPU sollte aktuelle Spiele noch ein paar Jahre lang in ansprechender Qualität in QHD-Auflösung darstellen können.

Einsteiger: Für Einsteiger empfehlen sich die Nvidia RTX 2060 und die AMD RX 5700. Die beiden GPUs sind stärker als die Vega 56 und als die GTX 1070, die RX 5700 erreicht sogar das Niveau der Vega 64. Zu beachten sind aber auch die exklusiven Herstellerfeatures wie Raytracing und Anti-Lag.

Zu den neuen AMD-Grafikkarten bei SATURN

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