Ratgeber

Oculus Rift & Datenschutz: Diese Daten sammelt die VR-Brille

Ist die VR-Brille Oculus Rift wirklich eine Datenkrake?
Ist die VR-Brille Oculus Rift wirklich eine Datenkrake? (©TURN ON 2016)

Die VR-Brille Oculus Rift sammelt Daten. Das muss sie auch, um funktionieren zu können. Dennoch sind die Datenschutzbestimmungen der Facebook-Tochter Oculus umstritten. Sammelt die Brille zu viele Daten von den Nutzern? Und was geschieht damit? Hier erfährst Du, wie es um den Datenschutz der Oculus Rift bestellt ist.

Die Oculus-Datenschutzbestimmungen sind sehr komplex und unser Ratgeber kann keine Rechtsberatung ersetzen. Trotzdem ist inzwischen einiges über die Art der Datensammlung- und Nutzung durch Oculus bekannt geworden, was wir hier auf den Punkt bringen.

Zunächst einmal ist die eigentliche Tatsache, dass die VR-Brille Oculus Rift Nutzerdaten sammelt, unproblematisch. Ohne bestimmte Informationen könnte die Brille nicht funktionieren. Beispielsweise sammelt Oculus laut den Datenschutzbestimmungen Informationen über "Deine physischen Bewegungen und Maße, wenn Du ein VR-Headset verwendest". Nun möchtest Du vielleicht nicht, dass Oculus erfährt, wenn Du zu viele Kekse genascht hast. Darum geht es aber nicht. Oculus braucht die Informationen über Deine Position im Raum und Deine Größe, damit das System berechnen kann, wo im virtuellen Raum Du Dich befindest und wie Du mit der virtuellen Welt interagierst.

Datenübertragung verschlüsselt

 Späht Oculus Rift Leute aus, dann ist Patrick aus der TURN ON-Redaktion jetzt ein offenes Buch. fullscreen
Späht Oculus Rift Leute aus, dann ist Patrick aus der TURN ON-Redaktion jetzt ein offenes Buch. (©TURN ON 2016)

Der Reddit-Nutzer OculusHomeHacker hat sich in die Oculus-Systeme gehakt und geprüft, welche Daten erfasst werden und wie sie übertragen werden. Unter anderem wird die durchschnittliche Framerate erfasst, die Nutzungsdauer verschiedener VR-Bereiche, Informationen über App-Käufe und Fehlermeldungen. Diese Daten werden verschlüsselt via https übertragen. OculusHomeHacker kommt zum Ergebnis: "Oculus zeichnet keine Daten auf, zu denen es keinen Zugang haben sollte. Es gibt keine persönlich identifizierbaren Informationen außerhalb von Logs und [...] Oculus vermeidet auch dort persönlich identifizierbare Informationen, beurteilt an dem, was ich in den Logs gesehen habe. Die meisten Daten scheinen der Verbesserung der Software zu dienen." Oculus kann zum Beispiel die Nutzernummer 1250 mit bestimmten Daten verbinden, weiß aber nicht, wer dieser Nutzer eigentlich ist.

Oculus Rift-Nutzungsbedingungen: Gar nicht mal so zwielichtig

Dank eines Beitrags von Gizmodo über die angeblich sehr "zwielichten" Pasagen in den Nutzungsbedingungen haben sich Künstler und andere Kreative Sorgen gemacht, dass Oculus ihre in VR-Welten entworfenen Werke stehlen möchte. Das stimmt nicht. Wie Oculus klargestellt hat, "beanspruchen wir keine Eigentumsrechte". Es geht dem Unternehmen nur um Rechte, um die freiwillige Nutzung von selbst erstellten Inhalten zu ermöglichen, zum Beispiel darum, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, einen VR-Inhalt mit einem Freund zu tauschen, wenn er das möchte. "Die Nutzer besitzen weiterhin die Eigentumsrechte bezüglich ihrer Inhalte und können damit außerhalb unserer Plattform tun, was immer sie möchten." Nur die Nutzung von Inhalten innerhalb der virtuellen Oculus-Welten wird von Oculus geregelt und ermöglicht.

Werbung oder keine Werbung?

 Da freut sich Mark Zuckerberg. Für Oculus Rift ist personalisierte Werbung geplant. fullscreen
Da freut sich Mark Zuckerberg. Für Oculus Rift ist personalisierte Werbung geplant. (©Facebook 2016)

Wie sieht es mit dem Verhältnis von Oculus und der "Datenkrake" Facebook aus? Hierzu hat Oculus folgende Stellungnahme veröffentlicht, wie Upload VR berichtet: "Facebook besitzt Oculus und unterstützt uns beim Betrieb von einigen Oculus-Dienstleistungen wie Elementen unserer Infrastruktur, aber wir teilen aktuell keine Informationen mit Facebook. Wir haben noch keine Werbung und Facebook nutzt keine Oculus-Daten für Werbung – aber das sind Dinge, die wir in Zukunft erwägen." Tatsächlich möchte Oculus in Zukunft also Nutzerdaten für personalisierte Werbung benutzen.

Muss man sich bei Ausflügen in virtuelle Welten mit der Oculus Rift also Sorgen um seine Daten machen? Wenn man sich an personalisierter Werbung stört – ja. Ansonsten aber eher nicht. Jedenfalls nicht mehr als bei der Nutzung irgendeines anderen Online-Dienstes.

Zusammenfassung

  1. Oculus vermeidet die Erfassung persönlich identifizierbarer Daten
  2. Größtenteils werden Daten erfasst, welche die Oculus Rift zum Funktionieren benötigt, sowie Daten zur Verbesserung der Dienstleistung
  3. Oculus möchte allerdings in Zukunft Nutzerdaten für personalisierte Werbung verwenden

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