Ratgeber

So kannst Du HTC Vive-Games auf Android-Phones spielen

Mit VRidge kannst Du VR-Spiele für HTC Vive auch auf einem Android-Smartphone zocken. Das Mobiltelefon wird dabei zur VR-Brille für den PC. Wie das funktioniert, verraten wir Dir im folgenden Ratgeber.

Virtual Reality-Brillen wie die Oculus Rift und die HTC Vive haben uns in den letzten Wochen in Atem gehalten. Allerdings müssen Gamer für das VR-Erlebnis am PC derzeit recht tief in die Tasche greifen. 699 Euro kostet die Oculus Rift ohne Versand, bei der HTC Vive sind es sogar 899 Euro. Wäre es da nicht schön, wenn es eine günstige Alternative gäbe?

Die gute Nachricht ist: Es gibt sie tatsächlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit hast Du sie sogar bereits in der Tasche. Denn der Entwickler Riftcat hat nun eine Virtual Reality-Plattform für den PC entwickelt, die komplett ohne eine teure VR-Brille auskommen soll. Diese hört auf den Namen VRidge und befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase. Trotzdem haben PC-Besitzer bereits die Möglichkeit, die VR-Plattform am heimischen Rechner auszuprobieren. Alles, was Du abseits des Computers dafür benötigst, ist ein Android-Smartphone und eine VR-Brille des Typs Google Cardboard.

Was macht VRidges?

Das Grundprinzip ist einfach erklärt: VRidge streamt VR-Spiele, die auf dem PC gestartet werden, in Echtzeit auf ein Android-Smartphone. PC und Mobiltelefon müssen sich dafür im gleichen WLAN-Netz befinden und auf beiden muss die App des Anbieters Riftcat laufen. Für den PC gibt es diese zum kostenlosen Download auf der Website der Entwickler, während die zugehörige Android-App namens VRidge zum kostenlosen Download im Google Play Store bereitsteht.

Welche Spiele bietet VRidges?

Der Anbieter Riftcat hat in seinen VR-Client für den PC einen eigenen Store eingebaut. Dort befinden sich aktuell jede Menge kostenlose Demos zum Download. Der Client funktioniert ähnlich wie Steam und lässt Dich Spiele herunterladen, aktualisieren und starten. Zudem dient er zur Herstellung der Verbindung mit dem Smartphone.

 Riftcat bietet einen eigenen Store für VR-Games. fullscreen
Riftcat bietet einen eigenen Store für VR-Games. (©Screenshot Riftcat/ TURN ON 2016)

Zusätzlich unterstützt VRidges aber auch viele VR-Spiele, die eigentlich für Oculus Rift oder HTC Vive programmiert wurden. So lässt sich der Riftcat-Client beispielsweise mit Steam VR verbinden, und euch VR-Spiele auf der beliebten Plattform zocken. Allerdings klappt das aktuell nicht mit allen VR-Titeln die Steam anbietet und die Entwickler selbst raten ausdrücklich davon ab, VR-Titel bei Steam zu kaufen, nur um sie über VRidge zu spielen.

Welche Systemvoraussetzungen gibt es?

Für den PC fallen die Systemvoraussetzungen überraschenderweise deutlich moderater aus als für Oculus Rift und HTC Vive. Die Minimalanforderungen gibt Riftcat wie folgt an:

  • Intel Core i5-2500 oder vergleichbarer AMD-Prozessor
  • 4 GB RAM
  • Nvidia GeForce GTX 640 oder AMD Radeon 7750

Wenn der PC über eine Nvidia-Grafikkarte verfügt, muss als Betriebssystem Windows 10 installiert sein, AMD-Grafikkarten geben sich auch mit Windows 8.1 zufrieden. Auf dem Smartphone muss mindestens Android 5.0 installiert sein. Allerdings läuft die App derzeit nicht auf allen Android-Smartphones reibungslos, wichtig ist beispielsweise, dass das Handy über einen Gyroskop-Sensor verfügt. Der Entwickler empfiehlt zudem eine Display-Auflösung von mindestens 1080p, da das Bild sonst zu grobkörnig wirken würde.

Wie werden Smartphone und PC verbunden?

Wie schon erwähnt, benötigst Du auf dem PC den Spiele-Client von Riftcat und auf dem Smartphone die App VRidge. Zusätzlich musst Du Dich kostenlos für die Beta-Testphase bei VRidge anmelden und einen Account erstellen. Letzteres kannst Du problemlos über die Website des Entwicklers machen.

 Die Verbindung zum PC wird von der Android-App VRidge aus gestartet. fullscreen
Die Verbindung zum PC wird von der Android-App VRidge aus gestartet. (©Screenshot Riftcat/ TURN ON 2016)

Nach dem Starten des Spiele-Clients auf dem PC kannst Du im Reiter "Store" nach Spiele- oder Grafik-Demos suchen und diese kostenlos herunterladen. Die Games landen automatisch im gleichen Ordner, in dem Du auch den Client selbst installiert hast. Anschließend wechselst Du zurück in den Reiter "Vridge" und startest auf dem Smartphone die Vridges-App. Nun sollte sich das Smartphone eigentlich automatisch mit dem PC verbinden. Auf dem Rechner wird dabei das gefundene Smartphone angezeigt. Um beide Geräte zu verknüpfen, musst Du nur noch einmal die Schaltfläche "Yes" drücken.

Die bessere, weil stabilere Option ist allerdings die Verbindung von PC und Smartphone via USB-Kabel. Damit dabei eine Datenübertragung zu Stande kommt, muss auf dem Phone allerdings das USB-Tethering aktiviert werden.

 Nach der erfolgreichen Verknüpfung sollte dieser neue Startbildschirm auf dem PC erscheinen. fullscreen
Nach der erfolgreichen Verknüpfung sollte dieser neue Startbildschirm auf dem PC erscheinen. (©Screenshot Riftcat/ TURN ON 2016)

Sollte die Verbindung nicht automatisch zustande kommen, kannst Du Smartphone und PC auch manuell verbinden. Dazu wählst Du auf dem Phone-Display die Schaltfläche "connect manually" und tippst anschließend die IP-Adresse des PCs per Hand ein. Diese wird auf dem Rechner-Bildschirm angezeigt. Mit einem Tippen auf "Connect" sollten sich Smartphone und PC anschließend verbinden.

Wie wird gespielt?

Sobald das Smartphone vom PC als VR-Brille erkannt wurde, solltest Du es in Dein Google Cardboard stecken. Alternativ geht auch eine stabilere Brillenhalterung wie beispielsweise die Samsung Gear VR. Auf dem Rechner kannst Du nun unter "Library" ein Spiel direkt in der Riftcat-App auswählen oder über die Schaltfläche "Start VR-Game from HDD" einen anderen Titel von Deiner Festplatte aus starten. Anschließend sollte das Spiel über das zur VR-Brille umfunktionierte Smartphone beginnen – und hoffentlich recht sauber laufen.

 Spiele lassen sich aus der Riftcat-Bibliothek oder direkt von der Festplatte starten. fullscreen
Spiele lassen sich aus der Riftcat-Bibliothek oder direkt von der Festplatte starten. (©Screenshot Riftcat/ TURN ON 2016)

Ein Problem bei der Cardboard-Variante ist allerdings, dass die meisten VR-Brillen dieses Typs nicht von selbst am Gesicht halten, sondern mit mindestens einer Hand gehalten werden müssen. Zudem unterstützen viele Spiele noch keinen Standard-Controller, sondern nur die Tastatur, wodurch das Steuern nochmals erschwert wird.

Wie gut funktioniert es?

Derzeit ist das VR-Spielen über VRidge noch mit vielen kleinen Problemchen behaftet. So wird für das Streamen von PC zu Smartphone natürlich eine pfeilschnelle WLAN-Verbindung benötigt. Außerdem kam es bei unseren Tests auf dem Smartphone recht oft zu merklicher Artefaktbildung. Insgesamt zeigt sich, wie schwierig die Technik aktuell zu beherrschen ist und wie beeindruckend vor diesem Hintergrund das ist, was Oculus Rift und HTC Vive schon heute bieten. Trotzdem ist es spannend zu sehen, dass sich das Thema Virtual Reality auch abseits großer Hersteller in der Nische entwickelt.

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