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Steam, Origin, GOG & Uplay: Gaming-Plattformen im Vergleich

Gaming-Plattformen im Vergleich: Wer kann Steam vom Thron stoßen?
Gaming-Plattformen im Vergleich: Wer kann Steam vom Thron stoßen? (©Valve 2016)

Wer am PC zockt, kommt heutzutage kaum noch um die digitale Gaming-Plattform Steam herum. Dabei gibt es mittlerweile mit Origin, GOG Galaxy und Uplay einige sehr gute Alternativen. Wir haben uns die 4 Plattformen im Vergleich einmal näher angeschaut.

1. Das Angebot

Steam

Steam gilt als Platzhirsch unter den Gaming-Plattformen auf dem PC und ist mit Abstand der größte verfügbare Dienst – sowohl was Kundenzahlen als auch was das Spieleangebot anbelangt. Betrieben wird die Plattform vom Software-Entwickler Valve, der sich selbst mit Spielen wie "Half Life", "Counter Strike", "Team Fortress" und "Portal" einen Namen gemacht hat. Mittlerweile nutzt allerdings fast jeder große und kleine Publisher die Plattform als Verkaufskanal, als Service-Plattform und natürlich auch als Kopierschutz.

Zusätzlich zu fertigen Spielen bietet Steam auch Early-Access-Zugänge zu zahlreichen in der Entwicklung befindlichen Titeln an und dient als Austauschplatz für umfangreiche Mods. Bis auf ganz wenige Ausnahmen bietet Steam damit fast alles, was das Gamer-Herz begehrt. Nur EA-Titel sind auf Valves Plattform bislang fast gar nicht zu finden.

Neben Windows PC-Spielen bietet Steam auch eine größere Auswahl an Titeln für Mac OS X und die Valve-eigene Linux-Distribution Steamplay. Allerdings beschränkt sich das Angebot dabei fast ausschließlich auf kleinere Independent-Titel. Große und hardwarehungrige Spiele gibt es fast ausschließlich für Windows.

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Steam ist die größte virtuelle Gaming-Plattform mit dem weitläufigsten Angebot. (©Screenshot Valve/ TURN ON 2016)

GOG Galaxy

Die Abkürzung GOG steht für Good Old Games und der Name ist dabei durchaus Programm. Betrieben wird das Portal vom polnischen Entwickler CD Project Red, der den meisten Gamern sicherlich durch die "Witcher"-Reihe ein Begriff ist. Natürlich finden sich die Spiele um den Hexer Gerald auch als Aushängeschilder auf der Galaxy-Plattform. Daneben fällt das Spieleangebot jedoch deutlich kleiner aus als bei Steam. Große Publisher machen wegen des fehlenden Kopierschutzes nach wie vor einen Bogen um GOG und bieten lediglich ältere Spiele über die Plattform an. Bei aktuellen Spielen beschränkt sich die Auswahl vor allem auf Games von kleineren Entwicklern.

Neben Windows werden auch viele Titel für Linux und Mac OS X angeboten. Das aktuelle Aushängeschild "The Witcher 3: Wild Hunt" gibt es allerdings ausschließlich für Windows-Rechner. Bezahlt werden Spiele und In-Game-Käufe bei GOG per Kreditkarte, Paypal, Sofortüberweisung oder PaySafeCard.

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GoG Galaxy bietet einen Mix aus Independet-Games und älteren Klassikern. (©Screenshot CD Project RED/ TURN ON 2016)

Origin

Bei Origin handelt es sich um eine Vertriebs- und Kopierschutzplattform des Publishers EA und entsprechend gestaltet sich auch das Angebot. Neben EA-Games wie "Star Wars Battlefront", "Dragon Age", "FIFA" oder "Need for Speed" bietet Origin jedoch auch Titel anderer Publisher. Zu den wichtigsten Partnern von EA zählen Ubisoft, Square Enix und Sega, die zumindest einen Teil ihres Portfolios über die Plattform anbieten. Leider ist das Origin-Angebot auch in Bezug auf EA-Spiele nicht komplett. Viele ältere Titel, für die der Publisher mittlerweile seinen Support eingestellt hat, sind über die Plattform nicht mehr erhältlich. Insgesamt gibt es für Origin viel weniger Titel als für Steam und auch im Vergleich mit GOG zieht EA den Kürzeren.

Zusätzlich zur breiten Auswahl an Spielen für Windows gibt es auch eine deutlich kleinere Auswahl an Spielen, die für Mac OS X geeignet sind. Wie bei anderen Plattformen fehlen hier allerdings die wirklich Hardware-hungrigen Games. Immerhin "Die Sims 4" wird jedoch auch für Apple-Rechner angeboten.

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Origin ist die exklusive PC-Plattform für Spiele von EA. (©Screenshot Electronic Arts/ TURN ON 2016)

Uplay

Genau wie Origin ist auch Uplay eine Plattform, die direkt an einen Publisher gebunden ist – in diesem Falle eben Ubisoft. Das Angebot bei Uplay fällt deutlich kleiner aus als bei Steam, GOG oder Origin. Im Wesentlichen beschränkt sich das Portfolio auf Ubisoft-Titel. Daneben finden sich aber auch einige ausgewählte Spiele von EA, Bethesda oder Calypso. Insgesamt ist die Auswahl jedoch zu überschaubar, als das Uplay für echte Gamer als Hauptspieleplattform in Frage kommen könnte.

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Uplay ist das Portal für Ubisoft-Spiele. (©Screenshot Uplay/ TURN ON 2016)

2. Welche Vorteile und Beschränkungen bieten die Plattformen?

Steam

Die meisten PC-Spiele sind mittlerweile ohne eine Online-Aktivierung über einen Steam-Account gar nicht mehr spielbar. Das gilt auch für Titel, die ganz normal beim Händler gekauft werden. Nach dem Freischalten des Codes über die Plattform ist es jedoch oft möglich, die Spiele auch im Offline-Modus zu spielen. Sie sind allerdings auch dann fest an den Steam-Account geknüpft und lassen sich ausschließlich nach einer Anmeldung bei Steam starten.

Wenn ein Spiel einmal mit dem Steam-Account eines Spielers verknüpft wurde, lässt es sich anschließend auch spielen, ohne dass eine zugehörige DVD im Laufwerk des PCs liegt. Zudem wird der Titel dauerhaft in der Steam-Spielebibliothek des Nutzers aufgeführt – auch dann, wenn das Spiel gerade nicht auf dem Rechner installiert ist.

Um ein Spiel aus der Spielebibliothek erneut zu installieren, wird die originale DVD praktisch nicht mehr benötigt. Der Titel lässt sich zudem komplett über die Steam-Server herunterladen. Auch sämtliche In-Game-Käufe laufen über die Plattform. Bezahlen kannst Du diese per Kreditkarte, Paypal, Sofortüberweisung, PaySafeCard oder eine Steam-Guthabenkarte.

GOG Galaxy

Im Gegensatz zu Steam kommt GOG Galaxy ohne DRM-Maßnahmen aus und gibt sich auch sonst so unaufdringlich wie möglich. Das ist gleichzeitig die größte Stärke und Schwäche des Systems. Die Gamer werden aus diese Art und Weise viel weniger mit Zwängen gegängelt als bei anderen Diensten. Gleichzeitig ist die Kundenbindung dadurch natürlich geringer.

In der Praxis bedeutet das: Du kannst Spiele auf der Website gog.com kaufen und hast dann die Möglichkeit, diese mit GOG Galaxy zu verknüpfen – oder auch nicht. Verknüpfte Spiele profitieren von automatischen Updates und Patches und anderen Services. Auf Wunsch lassen sich die Updates allerdings auch deaktivieren oder sogar rückgängig machen. In jedem Fall ist es möglich, die Titel offline und vollkommen ohne Anmeldung bei Galaxy zu starten.

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GOG verzichtet grundsätzlich auf DRM-Maßnahmen. (©Screenshot CD Project RED/ TURN ON 2016)

Origin

EAs Origin orientiert sich bei Service- und DRM-Maßnahmen eindeutig an Steam. Neuere Titel von Electronic Arts lassen sich ausschließlich nach einer Online-Aktivierung bei Origin auf dem Rechner installieren und spielen – auch wenn diese offline im Laden gekauft wurden. Ein Weiterverkauf der Spiele ist nach der erstmaligen Aktivierung mit einem Origin-Account nicht mehr möglich. Dafür gibt es Patches und Updates dank der Online-Anbindung frei Haus und auch eine Spiele-DVD wird im Alltag nicht benötigt.

Seit Januar 2016 bietet EA zusätzlich den Dienst Origin Access an, der im weitesten Sinne wie eine Gaming-Flatrate funktioniert. Dieser bietet für 3,99 Euro monatlich Zugriff auf eine Auswahl an älteren Spielen, die während des Abozeitraums unbegrenzt spielbar sind. Aktuell umfasst das Angebot Highlight-Games wie "Battlefield Hardline", "Dragon Age Inquisition" oder "This War of Mine". In den kommenden Monaten soll das Portfolio auch um Titel von Drittanbietern erweitert werden. Zusätzlich kommen Spieler vorab in den Genuss neuer Titel.

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Origin Access bietet für 3,99 Euro im Monat eine Gaming-Flatrate. (©Screenshot Electronic Arts/ TURN ON 2016)

Uplay

Auch Uplay übernimmt das Prinzip von Steam und Origin. Somit gelten auch die gleichen Regeln: Wer ein neues Ubisoft-Spiel am PC zocken will, muss es zunächst über Uplay aktivieren und fest mit einem Account verknüpfen. Ein Weiterverkauf ist dann nicht mehr möglich. In der Vergangenheit hat Ubisoft dabei mehrfach mit Always-Online-Konzepten experimentiert, wodurch sich bestimmte Spiele ohne eine permanente Online-Verbindung überhaupt nicht zocken ließen. Für aktuelle Games verlangt Uplay jedoch lediglich eine einmalige Online-Aktivierung.

3. Community und Erfolge

Steam

Dass Steam mittlerweile zu einem zentralen Anlaufpunkt für Spieler geworden ist, verdankt der Dienst auch seinen umfangreichen Community-Funktionen. So hat der Spieler jederzeit die Möglichkeit, sich per Text- oder Voice-Chat mit seinen Kontakten zu unterhalten, unabhängig davon, ob diese gerade das gleiche Spiel spielen oder nicht. Zusätzlich gibt es umfangreiche Foren, in denen sich Spieler über ihre Lieblings-Games austauschen und sich gegenseitig technischen Support leisten.

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Im Fenster kannst Du jederzeit sehen, welcher Freund welches Spiel zockt. (©Screenshot Valve/ TURN ON 2016)

GOG Galaxy

Der Dienst von GOG befindet sich noch immer im Aufbaustadium und existiert bislang offiziell nur als Beta. Wichtige Community-Funktionen sind daher noch unterentwickelt und werden erst nach und nach ausgerollt. Im fertigen Zustand soll GOG jedoch ähnliche Features bieten wie die Konkurrenz.

Origin und Uplay

Genau wie Steam bieten auch Origin und Uplay eine Reihe von Community-Funktionen. So gibt es die Möglichkeit, direkt mit Freunden zu chatten und Gruppen für Online-Matches zu erstellen. Auch ein Punktekonto zum Sammeln von Erfolgen gibt es – genau wie bei Steam.

4. Spiele bei Steam, GOG, Origin und Uplay kaufen?

Obwohl man beim Online-Kauf auf DVD, Cover, Hülle und sonstige Extras verzichtet, zahlt man für die Games in der Regel deutlich mehr als im regulären Handel. In den meisten Fällen lohnt sich der Kauf einer rein digitalen Kopie deshalb nicht wirklich. Die Ausnahme bilden Rabatt-Aktionen, bei denen die Games teilweise mit satten Nachlässen verkauft werden. Die gibt es im Großhandel jedoch ebenfalls von Zeit zu Zeit.

Der einzige große Vorteil, den Plattformen wie Steam beim Kauf von Games bieten, ist die ständige Verfügbarkeit aller Titel. Ein Spiel, dass im Elektro-Markt um die Ecke gerade nicht verfügbar ist, kann bei Steam, Origin und Co. trotzdem jederzeit heruntergeladen werden. Da die Preise einem ständigen Wandel unterliegen, hilft im Einzelfall nur der Vergleich.

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Spiele sind im Handel oft günstiger als bei Steam und Co. (©Screenshot Valve/ TURN ON 2016)

Fazit: Keine Wachablösung für Steam in Sicht?

Wie sich zeigt, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Alternativen zu Steam, die ein weitgehend ähnliches Modell anbieten. Einen wirklichen Ersatz für die Valve-Plattform gibt es bislang allerdings nicht. Klar, wer aktuelle Titel von EA, Ubisoft oder Blizzard zocken möchte, kommt an Origin und Uplay nicht vorbei, darüber hinaus bieten die Plattformen jedoch aktuell noch zu wenig, um echte Gamer dauerhaft von Steam wegzulocken. Eine interessante Alternative ist GOG Galaxy. Hier finden sich auch viele Spiele, die es bei Steam ebenfalls gibt – nur eben ohne einen Kopierschutz. Einen vollwertigen Ersatz für Steam gibt es bislang noch nicht. Als Ergänzung machen sich Origin und Co. jedoch ganz gut.

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