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"Valorant" vorgestellt: Das steckt im Team-Shooter der "LoL"-Macher

Die "League of Legends"-Macher Riot Games haben ihren Team-Shooter "Valorant" vorgestellt und einige ausgewählte Tester durften schon Hand anlegen. Das Fazit: "Valorant" ist zwar wenig innovativ, aber viele Elemente des Taktik-Shooters sind besser umgesetzt als bei der Konkurrenz.

Chris Tapsell, ein Redakteur von Eurogamer, durfte bereits einige Runden "Valorant" zocken und ist absolut begeistert. Seiner Meinung nach bietet das Game "die beste Infrastruktur, die größte Liebe zum Detail, einen sehr engagierten Support und ein rigoros ausbalanciertes Gameplay".

Der ultimative Taktik-Shooter

Am einfachsten lässt sich "Valorant" als eine Mischung aus "Counter Strike" und "Overwatch" beschreiben, wobei der Fokus weniger auf den Fähigkeiten der acht bisher bekannten Agents (so heißen die Charaktere im Spiel) liegt. "Valorant" ist in erster Linie ein Taktik-Shooter. Vorbilder sollen zwölf verschiedene Shooter gewesen sein, darunter "Counter Strike: Global Offensive", "Crossfire" und "Ghost Recon: Future Soldier". Laut Tapsell ist es Riot gelungen, die besten Elemente dieser Spiele in "Valorant" zu vereinen.

Optisch kannst Du Dir das Spiel in etwa so wie ein buntes "Counter Strike" vorstellen, aber mit mehr Features und mehr Liebe fürs Detail. So besitzt "Valorant" beispielsweise ein Ping-System wie "Apex Legends" und Portale, die zum Flankieren genutzt werden können. Auch die Maps sind ein wenig verspielter als bei der Konkurrenz.

Fähigkeiten dienen nur zur Unterstützung

Die Agents und ihre Fähigkeiten befinden sich auf einer Realismus-Skala irgendwo zwischen den bodenständigen Operatoren aus "Rainbow Six Siege" und den abgedrehten Helden aus "Overwatch". Die Fähigkeiten der Helden nehmen aber eher eine unterstützende Rolle ein. "Valorant" will in erster Linie ein Taktik-Shooter sein und dort wird Schaden natürlich über die Schusswaffen verursacht. Die Fähigkeiten der Agents lassen sich beispielsweise zur Absperrung der Gegner (Zoning), zum Auskundschaften (Scouting) oder zur Schwächung (Debuff) nutzen. Einige Fähigkeiten fügen auch geringen Schaden zu.

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Die Fähigkeiten der Agents sind hauptsächlich zur Unterstützung gedacht, Schaden wird mit den Schießeisen verursacht.

Die Fähigkeiten in "Valorant" unterscheiden sich aber noch auf andere Weise von denen aus "Overwatch". So kann jeder Agent bis zu vier verschiedene Fähigkeiten besitzen. Dies sind:

  • eine mächtige Ultimate-Fähigkeit, die durch Kills oder das Legen oder Entschärfen einer Bombe aufgeladen werden muss. Es kann mehrere Runden dauern, bis die Fähigkeit einsetzbar ist.
  • eine Hauptfähigkeit, die automatisch in jeder Runde eingesetzt werden kann. Wie oft sie eingesetzt werden kann, hängt vom Charakter ab.
  • zwei kaufbare Fähigkeiten, die jeder Charakter vor Beginn jeder Runde kaufen kann.

So verläuft ein Match in "Valorant"

Ein Match in "Valorant" erinnert sehr an "Counter Strike". Es werden mehrere Runden gespielt, in denen zwei Fünfer-Teams in Angreifer und Verteidiger aufgeteilt werden. Nach ein paar Runden wechseln die Rollen. Ein Team gewinnt eine Runde, wenn das gegnerische Team komplett ausgeschaltet wurde. Die Angreifer haben außerdem die Möglichkeit, die Runde zu gewinnen, indem sie eine Bombe platzieren und diese explodieren lassen. Die Verteidiger können die Bombe entschärfen, um direkt zu gewinnen. Laut Tapsell soll ein Match in "Valorant" circa 30 Minuten dauern.

Vor dem Start jeder Runde können sich die Spieler mit Waffen, Rüstung und Fähigkeiten eindecken. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Teammitglieder mit ihrem Geld Ausrüstung für ihre Kameraden kaufen, was noch mehr Taktik und Teamwork ins Spiel bringt.

Fürs Erste soll es nur den beschriebenen Spielmodus in "Valorant" geben. Riot will sich zunächst auf kompetitives Spielen konzentrieren, zukünftig könnten aber auch weniger wettbewerbsorientierte Spielmodi dazu kommen. Wettbewerbs-Gaming soll aber immer im Fokus stehen.

Fantastische technische Voraussetzungen

Kompetitive Gamer dürfen sich über lupenreine technische Voraussetzungen beim Zocken von "Valorant" freuen. So sollen die Server mit einer Tick-Rate von 128 Hertz laufen. Der Server schickt also 128 Mal pro Sekunde Daten an den Client, die sein lokales Spiel aktualisieren, etwa mit Spieler- und Objektpositionen. Je höher die Tick-Rate ist, desto genauer sind die Information, die Du vom Server bekommst und desto responsiver fühlt sich das Spiel an. Zum Vergleich: Die meisten Spiele setzen auf Tick-Raten um 60 Hertz.

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"Valorant" will auch technisch überzeugen: Die Server laufen mit hoher Tick-Rate und die Ping beim Zocken soll sehr gering sein.

Angeblich soll Riot auch Deals mit verschiedenen Internetanbietern geschlossen haben, der es ihnen erlaubt, eine direkte Verbindung zwischen Dir und den Riot Servern herzustellen. Dieser Service namens "Riot Direct" soll für 70 Prozent aller Spieler eine durchschnittliche Ping von 35ms ermöglichen.

Kann Riot den "Peeker's Advantage" beseitigen?
Dank der technischen hervorragenden Bedingungen soll es Riot sogar gelungen sein, den "Peekers' Advantage" in "Valorant" zu eliminieren. Der "Peekers' Advantage" bezeichnet den Vorteil, den ein Spieler beim Spähen aus der Deckung hat. Da die Verzögerung bei der Synchronisation der Clients so groß ist, ist es beinahe unmöglich, jemanden beim Spähen zu treffen, da er sich zum Zeitpunkt des Sichtkontakts tatsächlich schon wieder hinter der Deckung befindet. Die hohe Tick-Rate und die niedrigen Pings könnten diesen Vorteil nun aber komplett eliminieren oder sehr stark abschwächen.

Release: Wann erscheint "Valorant"?

Riot hat bisher noch kein konkretes Veröffentlichungsdatum von "Valorant" genannt. Der Entwickler peilt aber einen Release im Sommer 2020 an. Und da nun schon einige Tester den Shooter anzocken durften, könnte auch die angekündigte Beta nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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