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Virtual Reality: Mit VR-Headsets in fremde Welten eintauchen

Mit VR-Headsets sollen Nutzer mitten im Geschehen stehen - in fremden Welten, Galaxien oder Städten.
Mit VR-Headsets sollen Nutzer mitten im Geschehen stehen - in fremden Welten, Galaxien oder Städten. (©YouTube/HTC 2015)

Faszinierend und gruselig zugleich – Hollywood liefert regelmäßig Fantasien, wie Virtual Reality (VR) aussehen könnte: Auf der einen Seite das Holodeck aus der TV-Serie "Star Trek" und im Gegensatz dazu die Ausbeutung der Menschheit in der Matrix aus den gleichnamigen Filmen. Beide Male geht's um eine künstlich erschaffene Realität. Eben Virtual Reality.

Mit dem Schlagwort Virtual Reality werfen derzeit viele um sich, weil es hip und modern klingt. Aber im Grunde gibt es anfängliche Formen von VR schon sehr lange. Jetzt allerdings sind dank der Smartphone-Technik viele im Besitz von leistungsfähigen Mini-Computern, die der Entwicklung der VR einen mächtigen Schub verpassen dürften. Im PC-Bereich ist man mit den High-End-Brillen Oculus Rift und HTC Vive sogar noch ein Stück weiter.

1. Was ist Virtual Reality eigentlich?

Einfach übersetzt einfach virtuelle oder eben künstliche Realität. VR ist eine von Menschen meist mit Unterstützung von Computern geschaffene Realität, die zwar ganz oder teilweise so aussieht und so funktioniert, wie die "echte" Realität – die aber eben künstlich ist. Erste Ansätze für VR sind hochkomplexe Open-World-Computerspiele, wie etwa "Grand Theft Auto 5", in denen der Spieler frei durch die komplette Welt wandern kann. Aber: Das geht bislang nur zweidimensional per Bildschirm oder Fernseher und funktioniert dann eben in einem wichtigen Aspekt nicht so, wie die echte Realität, die man räumlich wahrnimmt.

2. Und was ist AR?

Augmented Reality ist eine Spezialform der VR, bei der es darum geht, die Realität zu ergänzen. Wenn etwa bei Sportübertragungen Linien oder Distanzen eingeblendet werden, dann ist das AR. Man sieht die neuen Elemente eben nur an einem Bildschirm, wo sie die Realität überlagern. Eine typische AR-Brille ist die HoloLens von Microsoft.

3. Was kann man mit VR machen?

Vor allem für Videospiele, aber auch in vielen anderen Bereichen gibt es viele Ansätze für die Nutzung von VR. Polizei und Militär üben Einsätze, Piloten werden am Flugsimulator – auch eine VR-Umgebung – trainiert und Mediziner können Operationen simulieren. Viele Anwendungen sind derzeit noch Spielerei, wo nur eine Achterbahnfahrt oder ein Dino-Zoo simuliert werden. Das ist faszinierend und lässt den Nutzer Szenarien erleben, die es so in der Realität nicht geben würde.

4. Wie funktioniert VR?

Es muss am Computer eine künstliche Umgebung erschaffen werden, die man mit der Realität möglichst verwechseln können sollte. Dazu braucht man erstens ein Programm, das Licht, Schatten und viele andere physikalische Gesetze so nachahmt, wie diese auch in der wirklichen Welt funktionieren. Dann muss man Gebäude und Gegenstände schaffen, die möglichst echt aussehen und Personen programmieren, die sich möglichst natürlich verhalten und auch bewegen. Das ganze ist sehr aufwändig und teuer und erfordert viele Mitarbeiter und große Rechenkapazitäten – je besser die Illusion werden soll.

Und um diese "neue Welt" dann eben nicht nur platt am Monitor wahrzunehmen, braucht man eine VR-Brille. Das ist ein Gerät, das stereoskopische Bilder darstellen kann, um einen räumlichen Eindruck darzustellen. Zudem muss es den Kopfbewegungen des Trägers folgen, wenn der sich umsieht, umdreht oder nach oben blickt. Ebenso muss dieses Gerät registrieren können. dass der Träger läuft, steht, oder sitzt. Denn je nach Position wird der Kamerawinkel verändert und so der Eindruck erzeugt, als würde man sich umschauen.

5. Welche VR-Brillen gibt es?

Derzeit sind wenige Modelle auf dem Markt und einige in Arbeit. Nur wenige Brillen haben eigene Bildschirme, in die meisten Modelle muss man ein Smartphone einlegen, das dann sowohl als Bildschirm, wie auch als Sensor für die Kopfbewegungen fungiert. Kaufen kann man derzeit beispielsweise:

Samsung Gear VR fullscreen
Vroggles ist eine neue und billige VR-Brille aus Pappe nach dem Vorbid des Google Cardboard. fullscreen
Durovis Dive fullscreen

In diese Modelle wie die Gear VR von Samsung setzt man sein Smartphone ein, und dessen Bildschirm wird durch eine entsprechende Software  in zwei stereoskopisch verschobene Hälften aufgeteilt. Der große Vorteil der Brillen ohne Bildschirm ist, dass sie keine teure Elektronik benötigen. Nachteil ist die Optik, die erstens vom jeweiligen Smartphone abhängig ist und zweitens durch einfach Linsen angepasst werden muss. Und wer es ganz einfach und schnell will, bestellt sich für ein Paar Euro einen Bausatz von Google Cardboard.

In Arbeit oder Planung sind beispielsweise folgende Brillen:

Minecraft per HoloLens spielen fullscreen
Project Morpheus fullscreen
Oculus Rift fullscreen
HTC_Vive_04 fullscreen

Eine ganz andere Preiskategorie sind die VR-Brillen, die aktuell für den PC verfügbar sind. So kostet die Oculus Rift ohne Versand aktuell satte 699 Euro. Dafür liefert die Brille aber auch ein viel intensiveres VR-Erlebnis als die Varianten für das Smartphone und lässt den Träger deutlich intensiver in die virtuellen Welten eintauchen.  Noch besser klappt das mit der HTC Vive, die dank Tracking-Sensoren sogar das Bewegen des Trägers in einem virtuellen Raum ermöglicht. Preislich ist die Brille von HTC mit 899 Euro allerdings auch noch teurer.

6. Welche Programme gibt es?

Bislang viele "Spaß- und Demonstrationsprogramme", mit denen die Entwickler die Fähigkeiten von VR zeigen wollen, für Smartphone-VR-Brillen verfügbar. Diese Apps kann man in der Regel kostenlos im jeweiligen Store herunterladen und die zum Teil verblüffenden Effekte ausprobieren. Im Angebot sind Achterbahnfahrten, riesige Schaukeln, Mercedes hat einen einfachen Rennsimulator, und es gibt viele andere kleine und größere Spielereien – sicher an die hundert mittlerweile. von denen aber etliche auch ziemlich nutzlos sind.

Für Oculus Rift und HTC Vive gibt es hingegen schon eine ganze Palette von Spielen - richtigen PC-Spielen. Diese lassen den Gamer das Spielgeschehen aus der Mittendrin-Perspektive erleben. Die besten Launch-Titel für die Oculus Rift findest Du in unserer Übersicht.

7. Geht es mit jedem Smartphone?

Nein, definitiv nicht. Schon bei einfachen VR-Programmen machen schwächere Modelle wie das iPhone 5 oder vergleichbare Geräte schnell schlapp. Es ruckelt, die Ladezeiten sind lang und die VR macht absolut keinen Spaß. Wer VR mit eigenen Augen sehen will, braucht daher ein geeignetes leistungsfähiges Smartphone. Ein Apple iPhone 6 oder ein Samsung Galaxy S6 sollten es also schon sein.

8. Wie wird die Entwicklung weitergehen?

Mit der HTC Vive und auch der Oculus Rift hat die VR-Technik einen gigantischen Sprung gemacht. Das Holodeck aus Star Trek - mit der Vive ist es bereits Realität. Allerdings haben beide Brillen auch noch Schwächen, insbesondere wenn es um das Bewegen im Raum geht. Zudem ist die Darstellung selbst mit einem Hochleistungsrechner immer noch nicht ganz flüssig. Hier dürfte sich in den kommenden Jahren jedoch noch einiges tun.

Schon jetzt setzen zahlreiche große Firmen auf die VR-Technologie. Das Namensregister aus Google, Samsung, Facebook, HTC, Valve und Microsoft liest sich wie das Who is who der Tech-Branche. Sony will zudem im Oktober 2016 mit der PlayStation VR eine Brille auf den markt bringen, die mit der PS4 funktionieren soll. Dank des relativ günstigen Preises von 399 Euro könnte diese eine große Zielgruppe erreichen.

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