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"Hunt: Showdown"-Alpha: So spannend ist Cryteks Survival-Shooter

Hat "Hunt: Showdown" das Zeug zum Multiplayer-Hit?
Hat "Hunt: Showdown" das Zeug zum Multiplayer-Hit?

Für seinen neuen Multiplayer-Shooter "Hunt: Showdown" veranstaltet Entwickler Crytek derzeit einen geschlossenen Alpha-Test. Wir haben mitgemacht und verraten im Preview, wie der Mix aus Survival-Horror und Monsterjagd funktioniert – und ob die Spielidee fesseln kann.

Im vergangenen Jahr gab Crytek erstmals einen Eindruck von dem neuen Spiel, an dem die "Crysis"-Macher und Verwalter der grafisch herausragenden CryEngine arbeiten. Schon damals klang "Hunt: Showdown" nach einem vielversprechenden Mix aus Survival, Koop-Shooter und kompetitivem Multiplayer.

Die Spieler gehen als Kopfgeldjäger in einer Fantasy-Version der sumpfigen US-Südstaaten-Bayous des späten 19. Jahrhunderts auf Monsterjagd: Allein oder im Zweier-Team muss ein mörderisches Biest – zum Beispiel eine Riesenspinne oder ein zäher Riesenzombie mit Schweinekopf – mithilfe von in der Spielwelt versteckten Hinweisen gefunden, mit Waffengewalt besiegt und dann mittels eines magischen Rituals in die Hölle verbannt werden. Anschließend geht's mit einem Beweisstück für die erfolgreiche Vernichtung zurück zum Auftraggeber und damit zur Belohnung. Theoretisch.

Vorsichtig taste ich mich mii meinem Jagdpartner durch die stimmungsvolle Welt von "Hunt: Showdown". fullscreen
Vorsichtig taste ich mich mii meinem Jagdpartner durch die stimmungsvolle Welt von "Hunt: Showdown".
Mithilfe der magischen "Dark Sight"-Fähigkeit zeigen Leuchtpunkte an, ... fullscreen
Mithilfe der magischen "Dark Sight"-Fähigkeit zeigen Leuchtpunkte an, ...
... wo Hinweise auf das Monster zu finden sind. fullscreen
... wo Hinweise auf das Monster zu finden sind.
Jeder Hinweis färbt einen Teil der Übersichtskarte grau ein. Dort steckt der Boss schon einmal nicht. fullscreen
Jeder Hinweis färbt einen Teil der Übersichtskarte grau ein. Dort steckt der Boss schon einmal nicht.
Vorsichtig taste ich mich mii meinem Jagdpartner durch die stimmungsvolle Welt von "Hunt: Showdown".
Mithilfe der magischen "Dark Sight"-Fähigkeit zeigen Leuchtpunkte an, ...
... wo Hinweise auf das Monster zu finden sind.
Jeder Hinweis färbt einen Teil der Übersichtskarte grau ein. Dort steckt der Boss schon einmal nicht.

Tödlicher Wettlauf um die Boss-Trophäe

Aber "Hunt: Showdown" hat einen Twist: Bis zu fünf Jäger oder Jäger-Teams (also bis zu 10 Spieler insgesamt) wollen in jeder Runde den gleichen Jagdauftrag erfüllen, aber es gibt nur ein Monster. Und wie das so ist, wenn bewaffnete Draufgänger um etwas konkurrieren, hagelt es bald blaue Bohnen, während alle versuchen, zuerst beim Bossgegner zu sein.

Wenn dann das Ritual für dessen Verbannung dann läuft, wird der Standort auch noch auf der Karte für alle Spieler markiert, die sich spätestens dann zum Ort des Geschehens – und des damit unausweichlichen Showdowns – begeben. Nur das Monster zu erlegen reicht also nicht – die Beute muss auch noch gegen die Kontrahenten verteidigt werden, die sie sich unter den Nagel reißen wollen.

(K)ein Job für Revolverhelden

In der aktuell laufenden Alpha-Phase ist eine frühe Version von "Hunt: Showdown" schon spielbar. Technisch ist hier zwar – verständlicherweise – noch einiges im Argen, Abstürze und Serverprobleme sind eher die Regel als die Ausnahme. Die besondere Dynamik und Atmosphäre des Games kommen aber schon gut rüber und lassen einige frühe Beobachtungen zu.

Die erste: Heimlichkeit ist Trumpf! Zwar sind die Jäger mit Schusswaffen, Granaten und anderem explosiven Knallerzeugs ausgerüstet. Unbedacht einsetzen sollte man dies aber nicht – sonst ist die Jagd schnell vorbei. Schon bei der Suche nach dem Monster muss man schließlich darauf achten, sich nicht von den Kontrahenten entdecken zu lassen.

In den Sümpfen lauert Gefahr an jeder Ecke – und zwar ... fullscreen
In den Sümpfen lauert Gefahr an jeder Ecke – und zwar ...
... zumeist in Gestalt von Zombies. fullscreen
... zumeist in Gestalt von Zombies.
Mit Flinten und Revolvern setze ich mich zur Wehr, aber die Munition ist knapp bemessen. fullscreen
Mit Flinten und Revolvern setze ich mich zur Wehr, aber die Munition ist knapp bemessen.
Wer nicht aufpasst, sieht die Welt schneller durch blutige Schlieren, als ihm lieb ist. fullscreen
Wer nicht aufpasst, sieht die Welt schneller durch blutige Schlieren, als ihm lieb ist.
"Hunt: Shwodown" geizt nicht mit dem Grusel- und Gore-Faktor. fullscreen
"Hunt: Shwodown" geizt nicht mit dem Grusel- und Gore-Faktor.
In den Sümpfen lauert Gefahr an jeder Ecke – und zwar ...
... zumeist in Gestalt von Zombies.
Mit Flinten und Revolvern setze ich mich zur Wehr, aber die Munition ist knapp bemessen.
Wer nicht aufpasst, sieht die Welt schneller durch blutige Schlieren, als ihm lieb ist.
"Hunt: Shwodown" geizt nicht mit dem Grusel- und Gore-Faktor.

Hinschauen lohnt sich, Hinhören erst recht

Also heißt es unauffällig und vor allem leise sein, doch das ist gar nicht mal so einfach. Die grafisch hinreißende Spielwelt wird nämlich nicht nur von dem Bossmonster bewohnt, sondern auch von den Lieblingsgegnern des Survival-Genres: Zombies. Die wanken träge durch die Gegend und sind oft leicht zu umgehen – manchmal aber auch nicht. Wenn einer der Untoten Fahrt aufnimmt und angreift, hilft dann eben doch nur ein gezielter (und über die ganze Karte hinweg hörbarer) Schuss aus dem Revolver. Aufgebrachte Hunde, Pferde und Krähenschwärme schlagen zusätzlich Alarm, wenn man sich ihnen nähert und verraten dadurch die Position. Und weil das Soundesign von "Hunt: Showdown" äußerst ausgefeilt ist und dreidimensionales Richtungshören ermöglicht, lässt sich manchmal schon anhand eines kleinen Fehltritts ein Gegenspieler entdecken und beseitigen.

Paranoia in den Voodoo-Sümpfen

Die zweite Beobachtung schließt ans Sounddesign direkt an: "Hunt: Showdown" ist vor allem dank seiner akustischen Gestaltung enorm spannend und stellenweise ganz schön gruselig. Besonders bei Nacht gerät die Pirsch durchs Sumpfgebiet zur Nervenprobe: Hat sich da hinten was bewegt? Springt mich gleich ein Zombie an? Sind das meine eigenen Schrittgeräusche oder folgt mir jemand? Bei der Jagd im Duo tut es noch gut, sich an einem freundlich gesinnten Mitspieler orientieren zu können. Allein auf weiter Flur entfaltet die Atmosphäre aber eine schaurige Paranoia. Vergleichbar ist das vielleicht ein bisschen mit dem "Du kannst jeden Moment tot sein"-Gefühl eines "PUBG"-Matches, ergänzt um Voodoo-Grusel in der schummrigen Atmosphäre einer tückischen Sumpflandschaft. Und wer die Riesenspinne erlegen will, die wieselflink über Decken und Wände huscht, kann sich dazu auf einige ordentliche Horror-Jumpscares gefasst machen.

Dazu kommt, dass ich als Jäger in "Hunt: Showdown" zwar einigermaßen gut bewaffnet, aber trotzdem weit entfernt von einem Dasein als Shooter-Superheld bin. Ich kann vergiftet werden oder in Brand geraten, bei Nahkampfangriffen verliere ich Ausdauer, meine Munition ist knapp bemessen und hilfreiches Loot gibt es – im Unterschied zu den meisten anderen Survival-Games – auch kaum. Folglich habe ich den zäheren Zombies, anderen Spielern und natürlich den Boss-Monstern in Sachen Lebensenergie kräftemäßig nicht viel entgegenzusetzen und muss auf List und Tücke bauen. Selbst das Schießen ist alles andere als eine Machtdemonstration: Das Fadenkreuz meines Gewehrs ist so breit, dass präzises Zielen auf größere Entfernungen kaum möglich ist. Dafür fühlt sich jeder Treffer aber auch verdammt gut an.

Zombies gibt es in verschiedenen Ausführungen – vom eher harmlosen mutierten Feldarbeiter ... fullscreen
Zombies gibt es in verschiedenen Ausführungen – vom eher harmlosen mutierten Feldarbeiter ...
... bis hin zu groteskeren Wesen. fullscreen
... bis hin zu groteskeren Wesen.
Wer in "Hunt: Showdown" Feuer fängt, verliert dauerhaft Lebensenergie. Autsch! fullscreen
Wer in "Hunt: Showdown" Feuer fängt, verliert dauerhaft Lebensenergie. Autsch!
Am Ende einer Runde werden – je nach Jagderfolg – Geld und Erfahrung verteilt. fullscreen
Am Ende einer Runde werden – je nach Jagderfolg – Geld und Erfahrung verteilt.
Zombies gibt es in verschiedenen Ausführungen – vom eher harmlosen mutierten Feldarbeiter ...
... bis hin zu groteskeren Wesen.
Wer in "Hunt: Showdown" Feuer fängt, verliert dauerhaft Lebensenergie. Autsch!
Am Ende einer Runde werden – je nach Jagderfolg – Geld und Erfahrung verteilt.

Permadeath: Wer stirbt, bleibt tot

Um das Survival-Paket rund zu machen, schwebt über allem stets das Damoklesschwert namens Permadeath: Wenn ich meinen rekrutierten Jäger heil durch ein Match bringe, kann ich ihn aufleveln und mit stärkerem Equipment ausstatten. Stirbt er aber, ist er komplett verloren – mit allem Fortschritt und mitsamt all seiner Ausrüstung. Der Einfluss dieses gestalterischen Kunstgriffs auf das Gameplay lässt sich in der Alpha noch gar nicht final bestimmen, denn hier werden immer mal wieder alle Spielstände gelöscht. Wenn die Spieler aber erst einmal gezwungen werden, vorsichtig zu sein, um ihren hochgelevelten Charakter nicht zu gefährden, hat "Hunt: Showdown" das Zeug zum hochspannenden Psychothriller.

Fazit: "Hunt: Showdown" hat den Spannungsbogen raus

Letztlich ist es diese Spannung, die "Hunt: Showdown" zu einem Spiel mit viel Potenzial macht. Das fantastische Sounddesign, die oft unberechenbaren Zombies, die fies in Szene gesetzten Monster und natürlich die konkurrierenden Jäger schaffen ein spannendes Szenario ständiger Bedrohung. Weil ein Match nicht nur durch klassisches Jagen, sondern eben auch durch das Überfallen anderer Spieler gewonnen werden kann, ergeben sich außerdem viele taktische Optionen. Tatsächlich muss Crytek fast ein bisschen aufpassen, dass es genug Anreize gibt, das Monster auch wirklich zu erlegen – und es nicht viel lukrativer ist, einfach darauf zu warten, dass jemand anderes die Drecksarbeit macht.

Ein Sorgenkind ist zurzeit noch die Optimierung, denn die Grafik der CryEngine ist zwar stimmig und verdammt schick, aber eben auch technisch sehr anspruchsvoll. Auch das Matchmaking dauert – noch – viel zu lange. Aber das sind eben die Abstriche, die in einer Alpha zu machen sind. Wenn Crytek das Feedback nutzt, um hier Hand anzulegen, könnte "Hunt: Showdown" sich zu einem Lieblingsspiel von Wettbewerbs-Naturen mausern, die einer ordentlichen Gänsehaut nicht abgeneigt sind.

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