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Nacon Revolution Pro 2 Controller für PS4 im Test: Tweaken satt

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Der Vorgänger ist noch gar nicht lange auf dem Markt, da bringt Nacon mit dem Revolution Pro 2 schon den Nachfolger des offiziell lizenzierten Pro-Controllers heraus. Wie viel Neues in der Revision des Gamepads steckt, das sich in erster Linie an professionelle Spieler richten soll, zeigt unser Test.

Der Nacon Revolution Pro 2 sieht dem ersten Modell zum Verwechseln ähnlich – nur wer genau hinsieht, wird merken, dass es sich um eine Neuauflage handelt. Trotzdem, Nacon bessert punktuell an Stellen nach, die das auch nötig haben. Andererseits sei vorweg gegriffen: für alle, die mit kompetitivem Spiel nur wenig am Hut haben und lediglich einen edlen Premium-Controller, wie das Xbox-Elite-Modell von Microsoft suchen, ist der Revolution Pro 2, wie schon der Vorgänger, nicht gedacht. Stattdessen kann das Pad allen, die ihre Steuerung in erster Linie im Wettbewerb gegen andere Spieler optimieren wollen, Vorteile verschaffen.

Das ist neu beim Nacon Revolution Pro 2

Die Verbesserungen beim Nachfolger sind im Grunde schnell aufgezählt: Es gibt einen zusätzlichen PC-Modus, der die Nutzung auch unter Windows erlaubt. Hierzu können sogar vier zusätzliche Profile in der Software erstellt werden. Die Shortcut-Tasten lassen sich nun im Standard-Modus auch während des Spielens neu belegen. Angeschlossen wird der kabelgebundene Controller neuerdings per USB-Typ-C und die Software, mit der Sticks, Tasten und Trigger individuell eingestellt werden können, ist ab Oktober 2017 auch für Mac erhältlich. Diese hat sich zwar optisch zur Vorgängerversion etwas verändert, bietet aber ansonsten in etwa die gleichen Funktionen wie schon beim Nacon Revolution Pro, lediglich Makros können nun nicht mehr programmiert werden.

Latenz oder Lizenz: Das Kabelproblem

Der Knackpunkt für viele PS4-Spieler: Per Bluetooth ist auch das neue Modell nicht zu betreiben. Nacon begründet dies nach wie vor mit dem Fokus auf Pro-Spieler, für die etwaiger Input-Lag durch eine Bluetooth-Verbindung vermindert werden soll. Selbst wenn dieser Faktor wirklich ausschlaggebend wäre: Könnte man das Gerät nicht für deutlich mehr PS4-Besitzer attraktiver machen, wenn man die Kabellos-Verbindung zumindest optional ermöglichen würde? Wer sich schon mit dem Drama um das mangelnde Zusammenspiel vieler Bluetooth-Headsets mit der PS4 beschäftigen musste, kann auch auf andere Gründe schließen: Sony ziert sich extrem, wenn es um die Freigabe ihrer Bluetooth-Protokolle an Dritthersteller geht – die Japaner schaffen es nämlich tatsächlich ziemlich gut, die Latenz zum Original-Controller gering zu halten. Nur herausgeben möchte man die entsprechenden Betriebsgeheimnisse nicht – was zwar verständlich, für den Kunden aber nicht immer angenehm ist. Noch dazu, weil Sony bisher keine Pläne hat, einen eigenen Premium-Controller auf den Markt zu bringen.

Fast wie vorher: Kein neues Design

Wem der Nacon Revolution Pro 2 nach dem Auspacken zu leicht vorkommt, der kann die haptische Wertigkeit und damit den Spielkomfort mit den sechs mitgelieferten Gewichten wieder nach Belieben variieren. Auch sonst gibt es kaum merkliche Veränderungen – bis auf den USB-Type-C-Anschluss für das obligatorische Kabel: Das Vorgängermodell wurde noch per Fünf-Pol-Schraubverschluss an das drei Meter lange Kabel angeschlossen. Nun kann theoretisch auch ein anderes USB-Kabel verwendet werden, allerdings hat Nacon den Anschluss am Controller so tief ins Gehäuse eingelassen, dass der Stecker schon entsprechend flach sein muss, um zu passen.

Der Nacon Revolution Pro 2 verfügt jetzt über einen USB-Typ-C-Anschluss. fullscreen
Der Nacon Revolution Pro 2 verfügt jetzt über einen USB-Typ-C-Anschluss.
Über Gewichte kann die Haptik des Controllers beliebig verändert werden. fullscreen
Über Gewichte kann die Haptik des Controllers beliebig verändert werden.
Die Einschübe befinden sich an den Flügeln des Nacon Revolution Pro 2. fullscreen
Die Einschübe befinden sich an den Flügeln des Nacon Revolution Pro 2.
Der Nacon Revolution Pro 2 verfügt jetzt über einen USB-Typ-C-Anschluss.
Über Gewichte kann die Haptik des Controllers beliebig verändert werden.
Die Einschübe befinden sich an den Flügeln des Nacon Revolution Pro 2.

Die Verarbeitung kann sich soweit sehen lassen und der Controller liegt gut in der Hand. Wieder hat man das Analogstick-Layout der Xbox-Steuergeräte übernommen, bei denen die Sticks nicht symmetrisch nebeneinander, sondern leicht versetzt angebracht sind. Beide Joysticks verfügen wieder über eine Amplitude von 46 Grad, wobei der linke Stick einen konkaven und der Rechte einen konvexen Kopf mit geriffeltem Rand hat. Gerade für Shooter, bei denen man rechts die Blickrichtung bestimmt, ist das durchaus nützlich. Auch gut: Die Hälse der Analogsticks sind aus Metall, was hoffentlich zur langfristigen Haltbarkeit beiträgt. 

Knöpfe und Tasten: Drückt sich gut

Auf der Unterseite des Nacon Revolution Pro 2 kann der Modus des Controllers umgeschaltet und ein entsprechendes Profil ausgewählt werden (dazu später mehr). Dazu kommen die Shortcut-Tasten, die mit den Mittelfingern bedient werden. Es handelt sich hier eigentlich um zwei flache Buttons, die jeweils in zwei Richtungen betätigt werden können und sich so mit vier Funktionen belegen lassen. Hier musste ich aber bereits nach etwa einer Woche feststellen, dass der Druckpunkt des öfter genutzten Knopfes sich im Vergleich mit der anderen Seite leicht abgenutzt anfühlt.

Die Tasten wirken groß und fassen sich gut an. fullscreen
Die Tasten wirken groß und fassen sich gut an.
Die Ansprechkurve der längeren Sticks ist gewöhnungsbedürftig. fullscreen
Die Ansprechkurve der längeren Sticks ist gewöhnungsbedürftig.
Auf der Unterseite stehen vier zusätzliche Knöpfe bereit, außerdem wechselt man hier durch die Modi. fullscreen
Auf der Unterseite stehen vier zusätzliche Knöpfe bereit, außerdem wechselt man hier durch die Modi.
Die Tasten wirken groß und fassen sich gut an.
Die Ansprechkurve der längeren Sticks ist gewöhnungsbedürftig.
Auf der Unterseite stehen vier zusätzliche Knöpfe bereit, außerdem wechselt man hier durch die Modi.

Die oberen Tasten des Controllers wirken auf den ersten Blick fast schon klobig groß, das hat allerdings durchaus Sinn. Im Spiel ist die Größe der Knöpfe hilfreich, sei es beim schnellen Waffenwechsel in Shootern wie "Destiny 2" oder bei komplexen Pass-Kombos in "PES 2018" – Druckpunkt und Größe geben ein gutes Spielgefühl und sind im direkten Vergleich mit dem DualShock 4 eine Verbesserung. Ähnlich ist es bei den großflächigen Schultertasten, wobei mir persönlich bei den oberen beiden, L1 und R1, der Rahmen außen etwas zu weit vorsteht. So liegen meine Zeigefinger meist nicht auf dem Button, sondern eher auf dem Controller-Rand auf – was andere Nutzer aber eventuell gerade gut finden. Die unteren Schultertasten, L2 und R2, leisten einen angenehm starken Druckwiderstand und verfügen über einen langen Weg, ohne sich dabei billig anzufühlen. Per Software kann die Totzone der Trigger nach belieben verkürzt werden.

Anstelle der Standard-Richtungstasten des Originals verfügt der Nacon Revolution Pro 2 über ein 8-Wege-Steuerkreuz, was bei Kampfspielen wie "Street Fighter V" oder "Mortal Kombat" präzisere Steuerung ermöglichen soll. Auf Wunsch kann man per Software auch auf die traditionellen 4-Wege umschalten, die Haptik ist gut und durch die glatte Oberfläche im Gegensatz zum DualShock 4 auch schonender für den gestressten Daumen.

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An der Unterseite des Nacon Revolution Pro 2 werden die Zusatz-Features des Controllers gesteuert.

Der Controller bietet drei Modi, die mit einem Schiebeknopf auf der Unterseite gewechselt werden können: Den PS4-Pro-Control-Modus, den PS4-Advanced-Modus und den neuen PC-Modus. Im ersten Modus können die Shortcut-Tasten an der Unterseite des Nacon Revolution Pro 2 während des Spielens durch langes Drücken der Profil-Taste neu belegt werden, immerhin eine praktische Neuerung. Der zweite Modus dagegen gewährt Zugriff auf die maximal vier Profile, die in der Software umfangreich editiert werden können. Im PC-Modus kann der Nacon Revolution Pro 2 nun per XInput-Protokoll auch am Windows-Computer betrieben werden.

Modi & Software: Wie viel Anpassung braucht der Gamer?

Für normale Nutzer erschließt es sich auf den ersten Blick nicht unbedingt, wieso die vielen Anpassungsmöglichkeiten, die der Nacon Revolution Pro 2 bietet, nützlich sein sollen. Beschäftigt man sich allerdings etwas mit den Möglichkeiten, lassen sich schnell einige Vorteile ausmachen: Nachdem ich etwa die Sprung-Taste auf die entsprechenden Shortcut-Tasten auf der rechten Unterseite gemappt habe, möchte ich mich zukünftig bei Shootern nur ungern wieder umgewöhnen müssen. Schließlich kann ich so springen, ohne dabei den Daumen vom rechten Stick nehmen zu müssen – in "Destiny 2" hat mich das schon von so manchem Respawn gerettet. Ob das schon als Cheaten bezeichnet werden kann, sei dahingestellt. Mehrere Tastendrücke gleichzeitig sind mit dem Controller nicht einstellbar – etwa ein hoher Pass in den Lauf bei "FIFA 18". Der Einfluss auf die Fairness ist hier also begrenzt.

Wer die Ansprechkurve der Sticks verändert, wird öfters herumprobieren müssen. fullscreen
Wer die Ansprechkurve der Sticks verändert, wird öfters herumprobieren müssen.
Zwar sind keine Makros mehr möglich, dafür lassen sich sämtliche Tasten beliebig belegen. fullscreen
Zwar sind keine Makros mehr möglich, dafür lassen sich sämtliche Tasten beliebig belegen.
Die zusätzlichen Buttons an der Unterseite können auch im laufenden Spiel angepasst werden. fullscreen
Die zusätzlichen Buttons an der Unterseite können auch im laufenden Spiel angepasst werden.
Kurz antippen und Feuer: Die Totzonen der Schultertasten sind anpassbar. fullscreen
Kurz antippen und Feuer: Die Totzonen der Schultertasten sind anpassbar.
Wer die Ansprechkurve der Sticks verändert, wird öfters herumprobieren müssen.
Zwar sind keine Makros mehr möglich, dafür lassen sich sämtliche Tasten beliebig belegen.
Die zusätzlichen Buttons an der Unterseite können auch im laufenden Spiel angepasst werden.
Kurz antippen und Feuer: Die Totzonen der Schultertasten sind anpassbar.

Komplexer wird es da schon bei der individuellen Konfiguration der Analogsticks im PS4-Advanced-Modus. Die ungewohnt hohe Amplitude hat bei mir schnell zum Wunsch geführt, die Ansprechkurve des Sticks zu verändern. Vor allem wenn es bei Shootern um genaues Zielen bei minimalen Bewegungen des Daumens ging, musste ich hier öfters ausprobieren und nachjustieren. Letztlich benötigte ich eine möglichst kleine Totzone in der Mitte des Sticks, dann einen verhältnismäßig großen Bereich, in dem der Stick auf eher wenig Bewegung reagiert und eine weitere Zone, in der er dann volle Kraft in die entsprechende Richtung zieht. Denn ich muss entweder genau zielen oder mich schnell umschauen können. All dies lässt sich in der Software am PC (nein, direkt auf der PS4 ist das nicht möglich) beliebig konfigurieren und in einem der vier Profile speichern.

Nichts für Schönwetter-Gamer: Der Nacon Revolution Pro 2

Diese Profile lassen sich dann nicht nur auf den eigenen Controller laden, sondern auch online teilen, wo es bereits viele Profile zum Download gibt. Für mich persönlich schade: Die Mac-Version der Software ist erst ab Oktober erhältlich, Unterschiede zur PC-Version konnten wir also nicht testen. Zum Spielen unter MacOS soll der Nacon Revolution Pro 2 allerdings nicht nutzbar sein. Ebenso wenig geeignet ist der Controller für PlayStation-VR-Spiele (keine Lichtleiste vorn) und wie beim Vorgänger lässt sich die Konsole auch nicht über den Controller einschalten. Zudem ist die Sprachchat-Qualität über die integrierte Buchse etwas schwächer als beim DualShock 4.

Mit dem Headset-Anschluss gibt es vereinzelt Probleme. fullscreen
Mit dem Headset-Anschluss gibt es vereinzelt Probleme.
Gewöhnungsbedürftig aber gut: Knöpfe und Analogsticks. fullscreen
Gewöhnungsbedürftig aber gut: Knöpfe und Analogsticks.
Mit dem Headset-Anschluss gibt es vereinzelt Probleme.
Gewöhnungsbedürftig aber gut: Knöpfe und Analogsticks.

Wer also auf die kabellose Verbindung verzichten kann, hat durch den Nacon Revolution Pro 2 doch ein paar Vorteile – sogar gegenüber den teuren Scuf-Controllern, die bisher keine Einstellung der Ansprechkurve der Sticks ermöglichen (dafür aber kabellos nutzbar sind). Der recht hohe Preis von etwa 130 Euro wird nun aber zumindest durch die Möglichkeit gerechtfertigt, den Controller auch am PC zu verwenden. Wer das nicht braucht, kann auch überlegen, ob ihm der erste Revolution Pro genügt, der nun für um die 100 Euro erhältlich ist. Wer wiederum kein kompetitiver Gamer ist, sondern stattdessen einfach einen hochwertigeren Controller mit mehr Komfort für seine PS4 sucht, wird allerdings auch beim Nacon Revolution Pro 2 nicht fündig.

Nacon Revolution Pro 2 Controller
Nacon Revolution Pro 2 Controller
  • Datenblatt
  • Kabellänge
    3 m
  • Unterstützte Plattformen
    PlayStation 4, PC
  • Signalübertragung
    kabelgebunden
  • Anschlüsse
    1x 3.5 mm Klinke
  • Maße (B x H x T)
    160 x 60 x 110 mm
TURN ON Score:
4,0von 5
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