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"Sniper: Ghost Warrior 3" im Test: Immer am Abzug

"Sniper: Ghost Warrior 3" erscheint am 25. April.
"Sniper: Ghost Warrior 3" erscheint am 25. April.

Vorne das Kanonenfutter, hinten die Experten an den Gewehren: Entwickler City Interactive schickt den dritten Teil seiner Scharfschützen-Action ins Rennen um die Taktik-Shooter-Krone. Wir haben "Sniper: Ghost Warrior 3" in unserem Test mit Kimme und Korn ins Visier genommen.

Dieses Mal hat die Schießerei einen stärkeren menschlichen Anstrich bekommen. Das Spiel startet mit einer Mission an der russisch-ukrainischen Grenze. Der US-amerikanische Soldat Jon North und sein Bruder Robert sollen alte Biowaffen beseitigen, ehe diese in falsche Hände fallen. Das an sich einfache Routineunterfangen wird aber gestört: Ein Mann namens Vasilisk mischt sich in die Mission ein und nimmt die beiden Scharfschützen gefangen. Einen Zeitsprung später wird klar: Jon hat überlebt, doch Robert bleibt verschollen.

Zwei Jahre danach ist Jon in Georgien im Einsatz. Inzwischen Elitekämpfer, soll er dabei helfen, aufständische Separatisten in dem Land unter Kontrolle zu bringen. Diese sind ungewöhnlich stark und gut mit Waffen ausgerüstet, bekommen also irgendwoher finanzielle Unterstützung. Aber Jon hat auch ein eigenes Ziel: Ihm ist zu Ohren gekommen, dass sich sein Bruder in dem Gebiet aufhalten soll. Damit wird diese Mission auch zum persönlichen Auftrag für North.

Mit ruhiger Hand und viel Fingerspitzgenfühl

Seit dem letztem Teil der Serie, "Sniper: Ghost Warrior 2" von 2013, hat die in dem Spiel abgebildete taktische Militärführung deutliche Sprünge gemacht, die jetzt auch hier zu finden sind. Bei der Fernschießerei sind erstmals Drohnen einsetzbar. Die losgelassenen Kundschafter sind eine nützliche Hilfe beim Sondieren des Terrains und lassen Jon Feinde als Ziele markieren. Zudem sind weitere Gimmicks für das fliegende Auge freischaltbar, etwa eine Thermokamera oder das Hacken von störenden Sicherheitskameras.

Ist die Lage erst mal gecheckt und das Missionsziel klar, geht es ans Ausschalten. Gegenüber dem Vorgänger wurden die viel kritisierten und zahlreichen Zielhilfen allerdings reduziert. Allerdings muss man sagen: Sonderlich überkompliziert wird das Snipen nicht gemacht. Einige Justierungen lassen sich vornehmen, dann kann es schon losgehen und wie gewohnt aus der Egoperspektive anvisiert und ausgeschaltet werden. Das geht auch gut von der Hand und lässt sich selbst mit Konsolen-Controllern gut erledigen.

Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
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Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".

Die Kugelkamera kommt hier auch bei besonders gelungenen Schüssen zum Einsatz und inszeniert Deine besten Kills filmreif. Allerdings fällt hier auch besonders auf, dass auf der technischen Seite "Sniper: Ghost Warrior 3" nur Mittelmaß liefert. Viele der Texturen sind matschig oder zu einfach gehalten, die Charaktermodelle höchstens okay anzusehen. Besonders schlimm ist die deutsche Synchronisation geraten, die manchmal mit eigenartiger Betonung in unfreiwillige Komik abdriftet.

Gut, dass die Story hier sowieso höchst sekundär ist. Es geht um die Missionen, und auch hier beugt sich der Taktik-Shooter einem aktuellen Game-Trend: Erstmals in der Serie lassen sich die Aufträge und auch Nebenmissionen in einer offenen Welt auswählen. Im sogenannten Scout Mode lassen sich alternative Wege auskundschaften, das Verhören der Feinde eröffnet ebenfalls neue Wege zum Ziel. Derweil lassen sich auch neue Gewehre sammeln und Zivilisten rettest Du ebenfalls in den erforschbaren Arealen. Dank des modernen Settings ist das Equipment auch auf dem aktuellen Stand der Technik – eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Weltkriegsszenarien.

Eine offene Welt voller Ziele

In den verteilten und zu entdeckenden Safe Houses kannst Du dann auch neue Munition herstellen oder schlafen, um zum richtigen Zeitpunkt auf Nachtmission zu gehen. Zudem sind dies auch Schnellreisepunkte, damit nicht immer das Auto bemüht werden muss. Einmal angekommen, lohnt es sich immer, erst mal nach alternativen Wegen zu suchen. Die bekannte "Adleraugefunktion" aus Spielen wie der "Assassin's Creed"-Reihe gibt es natürlich auch hier: Mit geschärften Sinnen werden Vorsprünge und andere Geheimnisse sichtbar gemacht. Das ist sinnvoll, denn natürlich geht es beim Kampf als Scharfschütze um lautlose und verdeckte Kills. Der Griff zum Sturmgewehr ist eher die Ausnahme und nicht zu empfehlen. Dank verschiedener Munitionstypen kannst Du Dich auch auf das jeweilige Terrain einstellen und Wege freischießen.

Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
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Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
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Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3". fullscreen
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
Screenshot aus "Sniper: Ghost Warrior 3".
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Der Anspruch der Entwickler war es bei dieser Episode vor allem, eine gute Mittellösung zu schaffen: Ein Spiel, das sowohl Sniper-Experten begeistert, als auch Neulinge mit ins Boot holt. Das ist auch größtenteils gelungen, denn es hat auch als Gelegenheitsspieler von Shootern seinen Reiz, die Ziele nacheinander und lautlos auszuschalten. Was den Spielverlauf bremst, ist der trotz offener Welt mit der Zeit dann doch etwas monotone Ablauf, der zudem auch von recht langen Ladezeiten unterbrochen wird. Die Story ist trotz des löblichen Versuchs mit der Bruderthematik zu beliebig und hält nicht wirklich bei der Stange.

"Sniper: Ghost Warrior 3"-Fazit

Dank präziser Steuerung, neuem Equipment wie den Drohnen und motivierenden Missionen macht "Sniper: Ghost Warrior 3" eine an sich gute Figur und vieles gegenüber dem vier Jahre alten Vorgänger besser. Der taktische Shooter hat aber leider seine technischen Schwächen und deutliche Mankos in der Präsentation. Wer auf Story und neue Grafikmaßstäbe verzichten kann, kommt hier aber bestimmt auf seine Kosten.

Sniper: Ghost Warrior 3
Sniper: Ghost Warrior 3
  • Datenblatt
  • Release-Datum
    25.04.2017
  • Genre
    Ego-Shooter
  • Entwickler
    CI Games
  • Publisher
    CI Games
  • Plattformen
    PC, PS4, Xbox One
TURN ON Score:
3,0von 5
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