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Acer Predator 17-Test: Ist ein Laptop der bessere Gaming-PC?

Mit dem Predator 17 bietet Acer einen der aktuell stärksten Gaming-Laptops an.
Mit dem Predator 17 bietet Acer einen der aktuell stärksten Gaming-Laptops an. (©TURN ON 2016)

Der Acer Predator 17 gehört zu den stärksten Gaming-Laptops, die aktuell erhältlich sind. Im Test sind wir der Frage nachgegangen, ob das kompakte Kraftpaket einem Tower-PC den Rang ablaufen kann.

Sega oder Nintendo? Xbox oder PlayStation? Für Konsolenspieler stellen sich seit jeher ganz grundsätzliche Fragen, die PC-Gamer lange Zeit nicht zu beantworten brauchten. Doch auch das hat sich geändert. Mittlerweile lautet die Frage oft genug: Brauche ich für PC-Spiele wirklich einen fetten Tower oder tut es auch ein Laptop?

Eine Laptop-Serie, die dafür infrage kommt, ist die Predator-Reihe von Acer, die vom Hersteller erst vor wenigen Wochen eine grundlegende Überarbeitung erfahren hat. Wir haben uns den aktuellen Acer Predator 17 G9-791 für einen Test geschnappt, um zu überprüfen, wie nahe der portable Computer dem perfekten Gaming-PC tatsächlich kommt.

Design: Ein intergalaktisches Schlachtschiff

Dezent geht definitiv anders: Spätestens seit Alienware in den 1990er Jahren die PC-Branche aufgemischt hat, ist es gute Tradition, dass Gaming-PCs ihre Leistung auch optisch nach außen tragen. Der Predator 17 macht da keine Ausnahme. Wo andere Computer optisch schlicht, ja geradezu zurückhaltend wirken, besticht der Laptop mit einer aggressiven Optik. Der Hersteller selbst spricht sogar davon, dass das Äußere einem intergalaktischen Schlachtschiff gleicht.

Das wuchtige Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff und besticht mit einer mattschwarzen gummierten Oberfläche, die Fingerabdrücke und Flecken leider magisch anzieht. Aufgehellt wird das ganze durch mehrere rote Lüftungsgitter und durch das ebenfalls rot beleuchtete Predator-Logo auf der Rückseite. Auch das Trackpad leuchtet im eingeschalteten Zustand rot, während die hervorragende Tastatur über eine mehrfarbige Hintergrundbeleuchtung verfügt.

Der Predator setzt auf marialisches Design. fullscreen
Der Predator setzt auf marialisches Design. (©TURN ON 2016)
Nicht schlank, aber trotzdem schick. fullscreen
Nicht schlank, aber trotzdem schick. (©TURN ON 2016)
Das Predator-Logo auf der Rückseite ist beleuchtet. fullscreen
Das Predator-Logo auf der Rückseite ist beleuchtet. (©TURN ON 2016)

Insgesamt ist die Verarbeitung des Laptops hervorragend und das Gehäuse wirkt unheimlich robust. Allerdings äußert sich das auch im Gewicht von stolzen 4,1 Kilogramm. Damit ist der Predator 17 selbst unter Gaming-Laptops ein absolutes Schwergewicht.

Ausstattung: Wie ein großer PC

Insgesamt bietet Acer derzeit fünf verschiedene Ausstattungsvarianten für das Predator 17 an. Wir haben uns für ein Spitzenmodell mit Intel Core i7-6700HQ-Prozessor entschieden. Dieser taktet mit 2,6 GHz und wird von 16 GB DDR4 RAM an Arbeitsspeicher unterstützt. Als Grafikkarte kommt eine Nvidia GeForce GTX 980M mit 4 GB dediziertem Speicher zum Einsatz, wobei es sich um einen der leistungsfähigsten Chips handelt, der aktuell für mobile Rechner angeboten wird. Befeuert wird damit ein 17-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. An Speicher bietet der PC eine SSD mit 256 GB und zusätzlich eine herkömmliche Festplatte mit einem Fassungsvermögen von 1 TB.

Fast so wichtig wie die inneren Werte sind bei einem Computer bekanntlich die Äußerlichkeiten – also die Anschlüsse. Hier sammelt Acer schon einmal einen großen Pluspunkt, indem der Hersteller alle Anschlüsse an den beiden Gehäuseseiten im hinteren Bereich platziert, sodass sich problemlos eine Maus neben dem Laptop führen lässt, ohne dass dabei ein Kabel in die Quere kommt. Insgesamt bietet der Predator 17 die folgenden Anschlüsse in Schnittstellen:

Links: 2 x USB 3.0, Kopfhörer- und Mikrofon sowie SD-Karte. fullscreen
Links: 2 x USB 3.0, Kopfhörer- und Mikrofon sowie SD-Karte. (©TURN ON 2016)
Rechts: 2 x USB 3.0, 1 x USB 3.1, HDMI, Displayport. fullscreen
Rechts: 2 x USB 3.0, 1 x USB 3.1, HDMI, Displayport. (©TURN ON 2016)
  • 4 x USB 3.0
  • 1 x USB 3.1 inklusive Thunderbolt
  • 1 x HDMI
  • 1 x Displayport
  • 1 x Ethernet-Anschluss
  • 1 x Kopfhörer
  • 1 x Mikrofon
  • 1 x SD-Karte
  • 1 DVD-Brenner

Vorteile des Gaming-Laptops

Mobiles Kraftpaket: Für etwa 99 Prozent der Gamer dürfte der Acer Predator 17 alles mitbringen, was diese brauchen. Dank des schnellen Prozessors und der Grafikkarte übertrifft der PC für nahezu alle aktuellen Spiele die empfohlenen Hardwareanforderungen der Entwickler. Spiele laufen deshalb nicht nur auf dem Laptop, sondern sehen auch noch gut aus. Ein Großteil der aktuellen Games lässt sich sogar mit sehr hohen Details und Effekten flüssig spielen. Insgesamt bekommt man mit dem Predator 17 und der GTX 980M eine Kombination, die auf Jahre hinaus konkurrenzfähig sein dürfte, wenn es um neue Spiele geht.

 Die Verarbeitung des Rechners lässt keine Wünsche offen. fullscreen
Die Verarbeitung des Rechners lässt keine Wünsche offen. (©TURN ON 2016)

Portabler Gaming-PC: Seien wir mal ehrlich: PC-Gamer – und da zähle ich mich selbst mit dazu – sind meistens Einzelkämpfer und zocken ihre Spiele am Tower im stillen Kämmerlein. Echte Konversation mit anderen Spielern gibt es meist nur via Chat. Ein Laptop wie der Predator 17 bietet hier mehr Freiheiten, denn obwohl der Rechner mit seinen 4,1 Kilogramm nicht unbedingt als mobil gelten kann, ist er doch portabel und lässt sich zu gemeinsamen Spiele-Sessions mitnehmen.

Platzsparende Alternative: Wohl kein anderes Gerät bietet die Möglichkeit, so viel Rechenleistung auf so wenig Platz unterzubringen, wie ein Gaming-Laptop. Gerade für Leute, die ihren Schreibtisch nicht dauerhaft mit einem Tower und einem großen Monitor vollpacken wollen, ist ein Gaming-Laptop deshalb eine sinnvolle Alternative. Ja, der Predator 17 ist ziemlich wuchtig, aber für eine Gaming-Maschine mit diesen Spezifikationen trotzdem verdammt platzsparend.

Nachteile des Gaming-Laptops

Nicht so stark wie ein Tower: Ganz egal, wie stark ein Laptop auch ist, so wird er dennoch nie mit einem Tower-PC mithalten können. Das liegt allein schon an der Kühlung, die für hochleistungsfähige Prozessoren und Grafikkarten nötig ist. Da die wirklich großen Kühler in einem Laptop-Gehäuse keinen Platz haben, müssen natürlich auch die Rechenchips eine Nummer kleiner ausfallen. Leistungstechnisch klafft somit immer noch eine Lücke zwischen Gaming-Laptop und Gaming-Desktop.

 An die Leistung eines Towers kommt der Predator 17 nicht ganz heran. fullscreen
An die Leistung eines Towers kommt der Predator 17 nicht ganz heran. (©TURN ON 2016)

Ziemlich laut: Trotz allem ist die Hardware-Ausstattung des Predator 17 natürlich absolut beeindruckend und die Kühler fallen ziemlich imposant aus. Das bedeutet allerdings auch, dass der Rechner unter Vollast schon ziemlich laut werden kann. Da sich der Laptop auf dem Tisch und nicht wie ein Tower darunter befindet, kann diese Lautstärke schon einmal stören. Leider legt der Lüfter des Acer-PC im Alltag öfter los, als man denken möchte.

Aufrüsten ist schwierig: Ein weiterer Nachteil von Laptops ist die eingeschränkte Möglichkeit, den Rechner aufzurüsten. So lassen sich Prozessor und Grafikkarte beim Predator 17 nachträglich praktisch überhaupt nicht wechseln. Immerhin spendiert Acer dem Gerät aber eine Wartungsklappe, über die sich Festplatten und Arbeitsspeicher austauschen beziehungsweise erweitern lassen.

Fazit: Für wen eignet sich ein Gaming-Laptop?

Mit dem Predator 17 richtet sich Acer an eine ganz bestimmte Käuferschicht, die sich eben nicht einen schweren Tower ins Wohn- oder Arbeitszimmer stellen will oder kann. Außerdem bringt ein mobiles Gerät natürlich immer dann Vorteile, wenn es darum geht, den Computer zu transportieren. Das ist – ganz gleich ob in den eigenen vier Wänden oder außer Haus – mit einem Tower-Rechner nur sehr eingeschränkt und umständlich möglich. Dafür, dass der Acer Predator 17 diese Vorteile bietet, ist er ein sehr durchdachter, hochwertiger PC und für einen Laptop zudem extrem leistungsfähig. Tatsächlich bekommt der geneigte PC-Gamer ein potentes System, das mit allen aktuellen Spielen fertig wird und das zudem auch in den kommenden Jahren so ziemlich alles schlucken dürfte, was die Spieleentwickler ihm vorsetzen.

Der Predator 17 ist der Beweis, dass Gaming-Laptops in den vergangenen Jahren gegenüber Gaming-Desktops unheimlich aufgeholt haben. Kein Wunder, dass die Systeme für immer mehr Käufer zu einer Alternative werden. Bis auf das Gewicht, das beim Predator 17 noch höher ausfällt als bei den meisten Konkurrenzmodellen, gibt es dabei wenig, das gegen den Acer-PC spricht.

Allerdings ist es auch eine Wahrheit, dass ein großer Tower-PC – vor allem für den doch recht happigen Preis von 1699 Euro – letztlich immer noch leistungsfähiger ist und zudem den Vorteil der umfassenden Auslastbarkeit mit sich bringt. Diesen Kompromiss müssen Gamer, die sich für einen Laptop entscheiden, einfach in Kauf nehmen.

Meinung des Autors
Macht ein Gaming-Laptop Sinn? Für mich auf jeden Fall, denn ich selbst zocke seit Jahren auf dem Laptop und habe auch viele Bekannte, die diese Variante wählen. Mein aktuelles Modell kann allerdings nicht mit dem Predator 17 mithalten. Mit diesem liefert Acer ein wahres Kraftpaket in Notebook-Form ab. Klar, ganz an die Leistung eine High-End-Desktops kommt der Laptop nicht heran, für alle aktuellen Games reicht es jedoch trotzdem locker. Somit wäre der Predator 17 in der von uns getesteten Variante für mich eine echte Alternative zum großen Tower. Allerdings muss ich mich als Laptop-Gamer eben auch mit den Kompromissen arrangieren, die mit der kompakten Bauweise verbunden sind. Die bleiben auch beim Acer-Modell bestehen.
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