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Achtung, Platzhirsche: "Heroes of the Storm"-Beta im Test

In "Heroes of the Storm" geht es ständig heiß her.
In "Heroes of the Storm" geht es ständig heiß her. (©Facebook/Heroes of the Storm 2015)

Die Platzhirsche "League of Legends" und "Dota 2" bestimmen das MOBA-Genre ("Multiplayer Online Battle Arena"). Noch. Blizzard schickt mit "Heroes of the Storm" die einsteigerfreundliche Variante des momentan schwer angesagten Spielprinzips ins Rennen. Wir haben die Beta-Version ausführlich angespielt.

Mit "Heroes of the Storm" vereint Blizzard seine verschiedenen Spieleuniversen – "Diablo", "Starcraft" und "Warcraft" – und bringt diese in dem Gewand eines MOBA zusammen. Allerdings ist Blizzards neues Baby kein klassischer Vertreter dieses Spielegenres – sondern ein "Hero Brawler".

Hinter der Abkürzung MOBA verbirgt sich das Genre "Multiplayer Online Battle Arena", also eine Unterart der Echtzeitstrategie. Zwei Teams, die aus verschiedenen Einheiten und Figuren bestehen, kämpfen um die Vorherrschaft in einem fest definierten Spielgebiet. Fällt die gegnerische Basis, hat man gewonnen – so einfach ist das. "Heroes of the Storm" macht das Ganze jetzt sogar noch einfacher und weicht daher in einigen Punkten von dem klassischen Spielprinzip ab.

Methode Blizzard: Alles vereinfachen

"Heroes of the Storm" bricht mit einigen ehernen Regeln des MOBA-Genres. Es gibt keine Erfahrungspunkte für einzelne Helden mehr, sondern nur für das gesamte Team. Heißt: Es spielt keine Rolle, welche Figur den entscheidenden letzten Treffer gelandet hat – alle Teammitglieder leveln gleichmäßig auf. Was für alte MOBA-Hasen witzlos ist, erleichtert Anfängern den Einstieg ungemein.

Bei Konkurrenztiteln tritt doch häufig der Fall ein, dass Anfänger mit dem Mikromanagement ihrer Helden schnell überfordert sind. Und ganz subjektiv sorgt diese Entschlackung auch für ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl: Wenn sich jede Figur auf dem Bildschirm gleichzeitig über einen Stufenaufstieg freut, fühlt man sich ganz automatisch als Teil eines homogenen Teams. Daher bezeichnet Blizzard das Spiel auch gerne als "Team Brawler"

Eine weitere Abweichung: In "Heroes of the Storm" gibt es auch keine Items mehr. Während sich Gamer in "League of Legends" und "Dota 2" mit Dutzenden von Gegenständen ausrüsten können, verzichtet der Blizzard-Konkurrent auf kleinteiliges Kramen im Inventar. Auch das schmeckt altgedienten MOBA-Experten nicht. Ihnen ist der Spielablauf bei "Heroes of the Storm" einfach zu simpel – sie monieren die fehlende taktische Tiefe. Das ist natürlich Geschmackssache. Aber auch Kritiker müssen zugeben: Bei keinem anderen Spiel dieser Art ist die Einstiegsschwelle so niedrig wie bei Blizzards Titel. Das ist aber kein "Verrat" am Genre, sondern eine willkommene Öffnung gegenüber interessierten Frischlingen.

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You'll never level up alone: Stufenaufstiege gelten für das gesamte Team. (©Blizzard/Turn ON 2015)

Abwechslung durch verschiedene Maps und Aufgaben

"Heroes of the Storm" ist aber nicht nur leichter zugänglich, sondern auch abwechslungsreicher als die anderen genannten Spiele. Schon deswegen, weil es verschiedene Maps gibt! Und die sind, typisch Blizzard, allesamt schön bunt und detailverliebt gestaltet. In den Drachengärten etwa bestimmen zwei mächtige Steinstatuen das Bild. In den schaurigen Geisterminen treiben Untote ihr Unwesen, und in der Schwarzherzbucht hat der gleichnamige Pirat sein Lager aufgeschlagen. Gegen eine Gebühr von einigen Goldmünzen feuert er ein paar saftige Kanonensalven auf die Befestigungsanlagen des Gegners.

Und damit wären wir beim nächsten Unterscheid zu "League of Legends" und "Dota 2": In "Heroes of the Storm" gibt es in jeder Arena verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Das bereits angesprochene Münzensammeln für Schwarzherz etwa oder das Erwecken der versteinerten Drachen in den Gärten. Wer die Bonus-Aufgaben erfüllt, verschafft sich oftmals spielentscheidende Vorteile. Dabei ist es ganz dem Spieler überlassen, ob und wie er diese Aufgaben angeht – zwingend notwendig sind sie nämlich nicht. Aber sie lockern das Spielgeschehen doch deutlich auf und reizen zum Experimentieren – hole ich mir erneut Hilfe vom Geisterpiraten oder nutze ich den Blutrausch meiner Verbündeten und werfe mich achtlos ins nächste Gefecht...?

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Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen untote Geisterpiraten mit Schatztruhen sein... (©Blizzard/TURN ON 2015)

Dank Rotationsprinzip alle Helden kennenlernen

In "Heroes of the Storm" treffen Helden und Schurken aus den Blizzard-Reihen "World of Warcraft", "StarCraft" und "Diablo" aufeinander. Das ist nicht nur ein kleines Geschenk an langjährige Fans der Serien, es sorgt auch für viel Varianz in der Wahl der Lieblingsfigur: Soll es lieber der kernige Barbar Uther oder die flinke Panda-Dame Li Li sein? Eine regelmäßige Heldenrotation seitens des Herstellers sorgt dafür, dass Spieler jeden Charakter mal ausprobieren können.

Apropos Charakter: Mit dem Erreichen von Level 5 hat man alle Sonderfähigkeiten für eine Spielfigur freigespielt, weitere Level-Ups sind dann nur noch kosmetisch. Außerdem verdient man mit jeder gewonnenen Schlacht Gold, für das sich weitere Spielfiguren oder andere Gimmicks wie etwa Reittiere kaufen lassen. Die "Liga", in der Matches weltweit bewertet werden, steht sogar erst ab Level 30 zur Verfügung.

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Kleine Probleme in der Beta

"Heroes of the Storm" befindet sich momentan in der Beta-Phase, wird also noch ausführlich getestet. Beim Probespiel lief noch nicht alles ganz rund: Manche Ladezeiten schienen ein wenig zu lang, gelegentlich trat ein störendes Ruckeln auf und manche Satzfetzen schalteten spontan in einen  ziemlich nervigen Endlos-Loop. Bis zum Release werden diese Technikmacken aber garantiert behoben. Wann der sein wird? Tja – dazu schweigt Blizzard noch eisern.

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