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Alienware Area-51m im Test: Der Gaming-Laptop mit Desktop-Power

Der Alienware Area-51m ist ein Gaming-Laptop mit der Power eines Gaming-PCs.
Der Alienware Area-51m ist ein Gaming-Laptop mit der Power eines Gaming-PCs.

Der Alienware Area-51m sieht aus wie ein klassischer Gaming-Laptop. Im Inneren stecken allerdings ein Prozessor und eine RTX-Grafikkarte mit Desktop-Leistung und obendrein lassen sich beide Bauteile aufrüsten. Trotzdem war auch noch Platz für Tobii Eyetracking. Im Test verraten wir, was der Area-51m kann und für wen er sich lohnt.

Design und Verarbeitung: Schwerer Gaming-Laptop mit futuristischem Design

Während Gaming-Notebooks dieser Tage immer dünner und leichter werden, bleibt der Alienware Area-51m dem klassischem Look treu. Heißt: Er ist mit 4,2 Zentimetern relativ dick und wiegt 3,9 Kilogramm. Die zwei (!) Netzteile wiegen noch einmal 2,16 Kilogramm obendrauf. Angesichts der Tatsache, dass Prozessor und Grafikkarte mit Desktop-Leistung im Inneren unterkommen, halten sich Maße und Gewicht allerdings in Grenzen – es ist sogar eine beachtliche Ingenieursleistung von Dell, eine solche Power in einem klassischen Chassis untergebracht zu haben.

Die beiden Netzteile erhöhen das Gewicht noch zusätzlich. fullscreen
Die beiden Netzteile erhöhen das Gewicht noch zusätzlich.
Auch an der Unterseite strömt kühlende Luft aus dem Gehäuse. fullscreen
Auch an der Unterseite strömt kühlende Luft aus dem Gehäuse.
Die für jeden Button anpassbare RGB-Beleuchtung ist beim Zocken im Dunkeln praktisch. fullscreen
Die für jeden Button anpassbare RGB-Beleuchtung ist beim Zocken im Dunkeln praktisch.
Die beiden Netzteile erhöhen das Gewicht noch zusätzlich.
Auch an der Unterseite strömt kühlende Luft aus dem Gehäuse.
Die für jeden Button anpassbare RGB-Beleuchtung ist beim Zocken im Dunkeln praktisch.

Das Notebook lässt sich gleich als Alienware-Modell erkennen – schließlich wird man von einem leuchtenden Alienkopf oberhalb der Tastatur begrüßt und der "Alienware"-Schriftzug steht groß auf dem unteren Displayrahmen. Trotzdem gibt es im Vergleich zum Alienware 17 R5 erhebliche Design-Änderungen: So ist der Rahmen um das Display viel schmaler und auf der Rückseite des Gehäuses ist ein ovales Belüftungsgitter im Honigwaben-Stil angebracht.

Dank der Verarbeitung aus Magnesium ist das Gehäuse sehr robust. Letztlich hätte nur der Deckel noch etwas stabiler sein dürfen, wobei hier das knarzende Plastik an der Innenseite missfällt. Dank starkem Scharnier und fester Rückseite dürfte das aber kaum praktische Probleme bereiten.

Fazit: Die stabile Verarbeitung und das futuristische Design wissen zu überzeugen. Unterwegs kann das hohe Gewicht (vor allem inklusive der beiden Netzteile) ein Hindernis sein.

Technik und Ausstattung: High-End, aber ...

Wir haben vom Hersteller Dell ein Modell mit der bestmöglichen Ausstattung in der Farbe "Die dunkle Seite des Mondes" für den Test erhalten. Aktuell wird die Konfiguration für 4250 Euro verkauft. Das Modell bietet unter anderem den Desktop-Prozessor Intel Core i9-9900K, eine von Dell angepasste Nvidia RTX 2080, 32 GB Arbeitsspeicher, zwei 512 GB SSDs im Raid-Verbund und eine herkömmliche 1 TB große Festplatte. Die Ausstattung mit Anschlüssen braucht sich auch nicht zu verstecken:  Auf der linken Seite gibt es Thunderbolt 3 (40 GB/s), USB 3.0 Typ-A mit PowerShare, einen 3,5-mm-Mikrofonanschluss und einen 3,5-mm-Headsetport.

Linke Seite: Thunderbolt 3, USB 3.0 Typ-A, 3,5-mm-Mikrofonanschluss und 3,5-mm-Headsetport. fullscreen
Linke Seite: Thunderbolt 3, USB 3.0 Typ-A, 3,5-mm-Mikrofonanschluss und 3,5-mm-Headsetport.

Rechts sind zwei USB 3.0 Typ-A angebracht und auf der Rückseite wird noch einmal richtig geklotzt: HDMI 2.0, Mini-DisplayPort 1.4, LAN-Anschluss, Grafikverstärker und zwei Netzanschlüsse. Trotzdem vermissen wir etwas, nämlich einen SD-Kartenanschluss sowie einen Fingerabdrucksensor bei der Tastatur für den bequemen Windows-Login.

Der Grafikverstärker-Port funktioniert nur mit dem "Alienware Grafikverstärker", der rund 190 Euro kostet. Dabei handelt es sich um ein externes Gehäuse für normale Desktop-Grafikkarten. So lässt sich der Laptop zukünftig mit mehr Grafikpower versorgen, wobei aber nicht das volle Potenzial der Desktop-Karten über den Anschluss ausgeschöpft werden kann.

Rückseite: HDMI 2.0, Mini-DisplayPort 1.4, LAN-Anschluss, Grafikverstärker und Netzanschlüsse fullscreen
Rückseite: HDMI 2.0, Mini-DisplayPort 1.4, LAN-Anschluss, Grafikverstärker und Netzanschlüsse
Rechte Seite: Zwei mal USB 3.0-A. fullscreen
Rechte Seite: Zwei mal USB 3.0-A.
Rückseite: HDMI 2.0, Mini-DisplayPort 1.4, LAN-Anschluss, Grafikverstärker und Netzanschlüsse
Rechte Seite: Zwei mal USB 3.0-A.

Immerhin gibt es dafür eine weitere Möglichkeit für ein zukünftiges Grafik-Upgrade: Die im Laptop verbaute Nvidia-Grafikkarte soll der Nutzer künftig durch ein neues Modell, etwa einen Nachfolger der RTX 2080, austauschen können. Dafür müssen die Dell-Ingenieure allerdings in der Lage und bereit sein, die RTX 3080 (oder wie auch immer sie heißen mag) auf das spezifische Format zu schrumpfen. Ob das geschehen wird, steht in den Sternen.

Der Desktop-Prozessor kann auf jeden Fall ausgetauscht werden, ein neuer Chip muss allerdings mit dem Sockel 1151 kompatibel sein. Es ist unwahrscheinlich, dass deutlich schnellerer Prozessor als der Intel Core i9-9900K noch für den Mainboard-Sockel erscheinen wird. Allerdings kann der Austausch eine gute Option für alle sein, die sich ein Modell des Alienware Area-51m mit einem schwächeren Prozessor gekauft haben.

Dank Tobii-Infrarotkameras weiß der Laptop, wo der Nutzer hinsieht. fullscreen
Dank Tobii-Infrarotkameras weiß der Laptop, wo der Nutzer hinsieht.

Unter dem Display ist ein Tobii-Eyetracking-Modul verbaut. Dabei handelt es sich um Infrarotkameras, die den Blick des Nutzers verfolgen. Theoretisch ersetzen die Augen in bestimmten Anwendungen dann die Maus und in Spielen schaut die Spielfigur dorthin, wohin auch der Spieler blickt. In der Software Tobii Experience wurde der Tracker im Test erkannt und so ließ sich Windows teils mit den Augen steuern. Allerdings erkannte der für Spiele benötigte Tobii Game Hub das im Laptop verbaute Modul nicht. Wie gut das Eyetracking in Spielen funktioniert, können wir daher leider nicht sagen.

Fazit: Der Laptop bietet die Technik eines guten Desktop-Gaming-PCs sowie eine umfassende Anschluss-Ausstattung mit nur kleinen Lücken. Was die Aufrüstbarkeit von CPU und GPU bringt, muss aber erst die Zukunft zeigen. Das Eyetracking funktionierte wegen eines Treiberproblems bei uns nicht in Spielen.

Display und Sound: Fürs Zocken optimiert

Der Area-51m setzt auf ein 17,3 Zoll großes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung und 144-Hz-Bildwiederholrate. Zwar klingen 1920 x 1080 Pixel nicht nach einer hohen Auflösung, bei Laptops sieht das Bild damit aber durchaus scharf aus. Da die Grafikkarte stark genug ist, um entsprechend hohe Framerates zu liefern, wirkt die Darstellung von Games sehr flüssig. Auch ist das Display mit rund 300 Nits hell genug, nur der Kontrast hätte noch etwas höher ausfallen dürfen.

Das Display ist hell und bietet eine schnelle Reaktionszeit. fullscreen
Das Display ist hell und bietet eine schnelle Reaktionszeit.

Der Bildschirm deckt den sRGB-Farbraum ab, aber auf Besonderheiten wie einen weiten Farbraum oder echten HDR-Support (wird nur Software-seitig unterstützt) muss man verzichten. Das ist bei Gaming-Laptops zur Zeit noch die Regel. Die Stereolautsprecher klingen auch ohne Subwoofer voll und dynamisch und sie werden laut genug, um den Lüfter zu übertönen. Dieser dreht beim Zocken zwar hörbar auf, klingt aber wenig aufdringlich und erinnert im Klang an eine Klimaanlage. Am Sound via Klinkenanschluss gibt es nichts zu bemängeln.

Fazit: Das 144-Hz-Display und die lauten Stereolautsprecher sind fürs Gaming eine sehr gute Wahl.

Leistung: Ein Gaming-PC im Notebook-Kleid

Die von Dell angepasste RTX 2080 erreicht ziemlich genau die Leistung der entsprechenden Desktop-Grafikkarte. "Rise of the Tomb Raider" kommt bei maximierten Settings und 2 x SSAA im Schnitt auf ungefähr 80 FPS, "Shadow of the Tomb Raider" schafft bei "Ultrahoch", SMAAT 2 x sowie Raytracing Ultra immerhin 70 FPS. Wer die Einstellungen nicht ganz auf Anschlag dreht, kann auch bei fordernden Games die 144 Hz des Displays ausnutzen.

"A Plague Tale: Innocence" läuft in hohen Einstellungen sehr flott und ist sogar auf externen Monitoren flüssig in 4K-Auflösung spielbar. fullscreen
"A Plague Tale: Innocence" läuft in hohen Einstellungen sehr flott und ist sogar auf externen Monitoren flüssig in 4K-Auflösung spielbar.

Bei "Jurassic World Evolution" gelingt das selbst mit Ultra-Einstellungen sehr gut, hier wird eine Framerate von 110 FPS erreicht. Flüssiges Scrollen durch den Dinopark ist da garantiert.

Schließlich haben wir den Rechner noch an einen 4K-HDR-Monitor angeschlossen. Das rattenreiche Mittelalter-Abenteuer "A Plague Tale: Innocence" packt der Rechner bei 4K und Ultra-Settings mit 45 FPS. "Shadow of the Tomb Raider erklimmt mit hohen Einstellungen, 4K und HDR ganze 55 FPS.

Mit aktuellen Spielen wie "Monster Hunter: World" hat der Alienware überhaupt keine Probleme. fullscreen
Mit aktuellen Spielen wie "Monster Hunter: World" hat der Alienware überhaupt keine Probleme.

Der superschnelle Prozessor ist da natürlich kein Flaschenhals. Wer in Full HD spielt, sollte also die nächsten Jahre erst einmal ausgesorgt haben. Ärgerlich allerdings: Die Akkulaufzeit beträgt selbst beim WLAN-Surfen nur um die 2 Stunden. Man kann zwar auch im Akku-Modus mal ein Spiel anwerfen, aber um die volle Leistung abzurufen und ein Weilchen zocken zu können, braucht man die beiden Netzteile.

Fazit: Die Leistung befindet sich tatsächlich auf dem Niveau eines Gaming-Rechners. Dafür muss man allerdings die beiden Netzteile anschließen, denn die Akkulaufzeit fällt kurz aus.

Fazit: Genial für eine kleine Zielgruppe

Der Alienware Area-51m ist insgesamt ein hervorragender Gaming-Laptop, der einen Gaming-PC ersetzt. "Thin & Light" kann man dabei natürlich vergessen, das Notebook ist groß und schwer. Die Frage ist nur, warum man sich statt des Laptops nicht einen günstigeren Gaming-PC kaufen sollte. Es gibt zwar durchaus eine Zielgruppe für mobiles High-End-Gaming, aber die ist nicht allzu groß.

Wer auch auf Reisen die volle Gaming-Power genießen möchte, ist mit dem Alienware Area-51m an der richtigen Adresse. fullscreen
Wer auch auf Reisen die volle Gaming-Power genießen möchte, ist mit dem Alienware Area-51m an der richtigen Adresse.

Wer viel reist und unterwegs nicht auf die volle Gaming-Power verzichten möchte, ist beim Area-51m perfekt aufgehoben. Da gehen die Nächte im Hotel im Nu vorüber. Auch, wer Zuhause nicht viel Platz hat für Rechner, Monitor und Co., kann mit dem Alienware glücklich werden.

Schade, wenn auch typisch für die sogenannten "Desktop Replacement"-Laptops, ist vor allem die kurze Akkulaufzeit. Wer das Notebook etwa im Zug zum Arbeiten nutzen will, muss sich beeilen. Das Treiberproblem unseres Testgeräts mit dem Tobii Eyetracking ist ärgerlich, dürfte sich aber softwareseitig beheben lassen.

Letztlich ist der Alienware Area-51m zwar nur etwas für eine kleine Zielgruppe, doch die wird sich ein Loch in den Zockerbauch freuen. Unser Modell mit Maximalausstattung verkauft Dell derzeit für 4.250 Euro. Es klingt vielleicht nicht danach, aber für die gebotene Leistung und im Konkurrenzvergleich ist das durchaus ein angemessener, sogar guter Preis. Einfachere Konfigurationen beginnen bereits bei 2.200 Euro.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Desktop-Leistung

+ Gute Anschlussvielfalt

+ 144-Hz-Display

+ Gute Verarbeitung

+ Futuristisches Design

- Kein SD-Kartenleser und Fingerabdrucksanner

- Groß und schwer, auch dank zwei Netzteilen

- Display etwas kontrastarm

- Tobii Eyetracking hat in Spielen nicht funktioniert (Treiber-Probleme)

- Kurze Akkulaufzeit

Alienware Area-51m: Die Alternativen

Der Alienware Area-51m ist eine sehr spezielle Art von Gaming-Laptop: ein Desktop-Replacement mit austauschbarem Prozessor und austauschbarer Grafikkarte. Trotzdem gibt es einige Konkurrenten: Der Schenker XMG Ultra 17 bietet ebenso einen wechselbaren i9-9900K und eine austauschbare RTX 2080 im MXM-Format, allerdings in der schwächeren Notebook-Variante.

Dasselbe gilt für den Eurocom Sky X7C. Die beiden Konkurrenten sind bei vergleichbarer Ausstattung etwas teuer, schwerer und haben eine geringere Grafikleistung. Somit ist der Alienware Area-51m derzeit der beste Vertreter seiner seltenen Art.

Das sagt Andreas:
Schade, dass der Einsatz des Tobii Eytracking in Games nicht geklappt hat. Ob das nur ein Gimmick ist oder ob es die Immersion erhöht, hätte mich interessiert. Hast Du Erfahrungen mit dem Feature in Spielen sammeln können?
Alienware Area-51m
Alienware Area-51m
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Gaming-Laptop
  • Preis (Handel)
    4250 Euro
  • Release
    Januar 2019
  • Farben
    Schwarz
  • Lieferumfang
    Alienware Area-51m, 2 x Netzteil, Unterlagen
  • Display-Größe
    17,3 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    1920 x 1080 Pixel, IPS, 144 Hz
  • Prozessor
    Intel Core i9-9900K
  • Arbeitsspeicher
    32 GB DDR4-RAM
  • Speicherkapazität
    1 TB M.2 PCIe (2 x 512 GB RAID 0)
  • Betriebssystem
    Windows 10
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Grafikverstärker-Port, 2 x Netzanschluss, 1 x Thunderbolt 3 (40 MB/s), 1 x 2,5 Gb/s LAN, 2 x USB 3.1, 1 x USB 3.1 mit PowerShare, 1 x HDMI 2.0, 1 x Mini-Displayport 1.4, 1 x Mikrofonanschluss, 1 x Headsetport
  • Konnektivität
    ac-WLAN (Killer Wireless 1550 2x2 AC), Bluetooth 5.0
  • Akkukapazität
    80 Wh
  • Besondere Merkmale
    144 Hz, Tobii Eyetracking, RGB-Tastatur
TURN ON Score:
4,5von 5
  • Akkuleistung
    1,5
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,5
  • Hardware
    5,0
  • Ausstattung
    4,0
  • Klang
    4,5
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