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"Batman: Arkham VR": Kurztrip nach Gotham im Test

"Batman: Arkham VR": Wie gut ist der Kurztrip nach Gotham wirklich?
"Batman: Arkham VR": Wie gut ist der Kurztrip nach Gotham wirklich? (©Youtube / Batman Arkham 2016)

In "Batman: Arkham VR" sieht der Spieler Gotham City erstmals selbst durch die Augen des Dunklen Ritters. Wir haben das Cape des Comic-Helden selbst übergestreift und das Spiel für PlayStation VR getestet.

Soviel vorweg: "Batman: Arkham VR" für die PlayStation VR ist eher ein Erlebnis als ein komplexes Game. Das Gefühl, wirklich im bekannten Spandex-Anzug von Bruce Wayne zu stecken, macht einen großen Teil der Faszination aus und veranschaulichte mir eindrucksvoll die Möglichkeiten und Grenzen von Virtual Reality auf der Konsole. Trotzdem, auch wenn man es schon nicht mehr hören kann: Das VR-Feeling muss man einfach selbst erlebt haben um zu begreifen, warum es so cool ist, minutenlang in der Batcave herumzustehen.

Handlung: Unabhängig von restlichen "Arkham"-Games

"Batman: Arkham VR" ist in erster Linie eine interaktive Story, durch die man Schritt für Schritt hindurchgeführt wird – darum wäre es unfair allzu viel zur Handlung zu verraten. Grob umschrieben handelt es sich um eine Detektivgeschichte, in der der Dunkle Ritter einen mysteriösen Fall um den Verbleib von Robin und Nightwing klären muss. Wer erwartet, dieses ungefähr 90 minütige Abenteuer in den Kanon der bisherigen Batman-Games von Rocksteady einordnen zu können, wird leider enttäuscht. Es handelt sich um eine eigenständige Story, die maximal einige kleine Referenzen zur Hauptreihe einbringt.

Gameplay: Wo ist die Action?

Der Schwerpunkt von "Batman: Arkham VR" liegt im Lösen von verschiedenen, eher einfachen Rätseln. Actionszenen gibt es so gut wie gar nicht, was mit den begrenzten Bewegungsmöglichkeiten zusammenhängt: In der Regeln steuern wir Batman von einem festen Punkt im Raum aus – in einigen Szenen können wir diesen auch wechseln, während dieser Bewegung sind jedoch keine Handlungen möglich, was Kämpfe so gut wie ausschließt. Die Spielmechanik der Rätsel entspricht größtenteils der von "Arkham City" und "Arkham Knight", fühlt sich aber durch Vitual Reality deutlich intensiver an. Beispielsweise nutzen wir Batmans Ausrüstung, um Körper im Leichenschauhaus zu scannen und Hinweise zu finden. Was in einem herkömmlichen Game eher Standard wäre, fühlt sich in virtueller Realität spannend und aufregend an. Die kurze Spieldauder lädt übrigens dazu ein, "Batman: Arkham VR" mehrfach durchzuzocken – es können verschiedene Spielfiguren freigespielt werden, die wir dann als Hologramme ansehen können.

"Wow-Effekt" aber begrenzte Interaktivität

Ja, "Batman: Arkham VR" lässt sich auch ohne Move Motion-Controller spielen – wer den DualShock-Controller benutzt, blendet aber einen Großteil des Erlebnisses aus. Die Immersion wird durch die Nutzung zweier Hände immens gesteigert, das Greifen nach Batarangs oder anderen Gadgets am Gürtel mit den eigenen Händen schafft, zusammen mit einem Blick in den virtuellen Spiegel, eine interessante Illusion. Allerdings merkt man schnell, dass "Batman: Arkham VR" nur sehr begrenzte Interaktivität bietet – Grappling Hook und Batarangs treffen so gut wie immer ins Ziel und durchdringen andere Spielfiguren genau so wie unsere Hände.

 Ohne Motion-Controller rauben die Buttons uns einen großen Teil der Immersion. fullscreen
Ohne Motion-Controller rauben die Buttons uns einen großen Teil der Immersion. (©Youtube / Thezeldamaster 2016)

Das wirkt schnell enttäuschend und auch das Motion Tracking der PlayStation VR wird im Laufe des Spiels hart auf die Probe gestellt. Gerade wenn man sich in einem Raum etwas ausgedehnter umschaut und dabei nur ansatzweise um die eigene Achse dreht, kommt die räumliche Positionierung, welche ausschließlich durch die Kamera und die LEDs am Headset erfolgt, zügig an ihre Grenzen. Hier sollte man unbedingt auf richtige Beleuchtung im Raum achten – gegen Ende des Spiels konnte ich Batmans Hände kaum noch richtig steuern und das Bild sprang teils unkontrolliert hin und her. Leider gab es in der getesteten Version auch nur begrenzte Möglichkeiten die Positionierung im Spielmenü zurückzusetzen. Grafisch sieht "Batman: Arkham VR" besser aus als viele andere PlayStation VR-Titel, was aber absolut kein Vergleich zu den bisherigen "Arkham"-Games ist. Hier müssen wir unsere Ansprüche an die limitierte Auflösung von Sonys neuem Headset anpassen.

Fazit: Da wäre mehr drin gewesen!

 Faszinierender Blick in den Spiegel: Du bist Batman. fullscreen
Faszinierender Blick in den Spiegel: Du bist Batman. (©Youtube / GameTube 2016)

Unterm Strich hatte ich großen Spaß dabei den Umhang anzulegen und Gotham selbst zu erleben. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit verfliegt allerdings ein Großteil der Faszination und es fällt auf, dass der Umfang von "Batman: Arkham VR" doch arg begrenzt ist. Hin und wieder kam es mir vor, als handele es sich lediglich um eine bessere Demo für PlayStation VR – gerade in Sachen Interaktivität stößt man schon nach wenigen Minuten an die Grenzen des Games. In der Batcave können wir beispielsweise ein Fahrzeug auswählen, mit dem wir zum nächsten Handlungsort reisen, die Fahrt im Batmobil wird dann allerdings komplett ausgeblendet und wir springen einfach in die neue Szene. Echte Batman-Fans werden die knapp 20 Euro für diesen kurzen Spaß allerdings trotzdem gut verkraften können und ihre Freude haben. Übrigens: Auch wenn viele Titel für PlayStation VR durchaus gut mit dem herkömmlichen Controller spielbar sind, "Batman: Arkham VR" sollte man unbedingt mit Motion-Controllern genießen, um so viel wie möglich aus dem Erlebnis herauszuholen.

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