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"Battlefield 1" im Gamescom-Test: Der neue Multiplayer-König

"Battlefield 1" versetzt den Spieler in den Ersten Weltkrieg.
"Battlefield 1" versetzt den Spieler in den Ersten Weltkrieg. (©Electronic Arts/Dice 2016)

Auf der Gamescom 2016 war in diesem Jahr "Battlefield 1" DAS Spiel mit den längsten Warteschlangen vor den Anspielstationen in den Messehallen. Um den kommenden Shooter von EA und Entwickler DICE ausprobieren zu können, standen die Fans teilweise bis zu acht Stunden an. TURN ON konnte die Map der Wüste Sinai zum Glück ohne Wartezeit Backstage antesten.

Drei neue Eliteklassen

Die Fans der Shooter-Reihe waren vor allem glücklich, dass der neue "Battlefield"-Teil nicht wie andere Spiele des Genres in der Zukunft spielen. "Battlefield 1" versetzt uns in die Zeit des 1. Weltkrieges zurück. Osmanische und deutsche Truppen liefern sich in unserer Demo einen Kampf gegen indische und britische Soldaten. Während sich am reinen Gameplay, also dem Abmetzeln der Feinde, nichts geändert hat, gibt es in den Spielmodi und dem ganzen Drumherum Neuigkeiten.

Da wären zum Beispiel die drei neuen Eliteklassen. Die bestehen aus Flammenwerfern, die mich in meiner Test-Session leider doch immer mal wieder überraschend gegrillt haben, Wachsoldaten, also gepanzerten Soldaten mit schweren Maschinenpistolen, und Panzerjägern, die aus der Ferne für Schaden sorgen. Die Wachsoldaten sind von vorne sehr schwer auszuschalten, so gut ist ihr Schutz. Doch gegen Gasgranaten sind sie nahezu machtlos, weil ihre Panzerung keinen Platz für eine Gasmaske bereithält. Auch sollen sie am Rücken ihre Schwachstellen haben. Die Panzerjäger haben ihren Namen verdient, denn sie kämpfen zum Beispiel mit dem Mauser 1918 T-Gewehr – eine der effektivsten Waffen gegen Fahrzeuge.

Neben den drei neuen Kämpfer-Klassen gibt es noch den Behemoth. Das ist auf der Sinai-Map ein Zug, dessen Wagen komplett aus schweren Waffen bestehen. Und gegen das Teil kann selbst das Mauser vom Panzerjäger nichts ausrichten. Blöd, denn der Zug ist sehr gefährlich und auch das größte von Spielern gesteuerte Vehikel, das es bei "Battlefield" je gab.

Battlefield 1 auf der Gamescom fullscreen
Battlefield 1 fullscreen
Battlefield 1 fullscreen
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Pferde sind etwas unhandlich

Sehr gut gefallen hat mir die neue Zerstörungsmacht der Frostbite-Engine. "Battlefield" war auch in der Vergangenheit schon dafür bekannt, seine Umgebung möglichst detailgetreu in seine Einzelteile zu zerlegen, doch bei "Battlefield 1" nimmt das ganze noch einmal eine bessere Form an. Gefühlt wird das Spiel auch immer schneller und schneller. Hier noch den Überblick zu behalten, rechtzeitig in Deckung zu gehen und trotzdem noch anzugreifen, ist vor allem auf der Konsole mit Controller anspruchsvoll. Besonders cool war deshalb das Erschaffen von Deckungen durch das dynamische Zerstörungsmodell der Engine. In der Wüste ist das ja nicht ganz so einfach mit der Deckung, also werfen wir eine Granate und hüpfen in den entstandenen Krater. Ansonsten lassen sich Häuserreste oder Schützengräben wie gewohnt mit Waffengewalt oder durch herumfahrende Panzer zerstören.

Zum ersten Mal gibt es auch Pferde als Fortbewegungsmittel in "Battlefield". Im ersten Moment haben mir diese richtig gut gefallen. Im Trailer gab es so eine lässige Szene, bei der ein Kämpfer auf dem Pferd reitet und von dessen Rücken mit seinem Säbel angreift. Doch beim Zocken stellten sich die Tiere als etwas nervig heraus. Sitzt niemand drauf, stehen sie meist im Weg herum – und beseitigen konnte man sie auch nicht. Das ist zwar schön für alle Tierschützer, reißt uns in "Battlefield 1" aber kurz aus der Atmosphäre heraus. Durch die Schnelligkeit des Spiels ist es leider schnell passiert, dass ich samt Pferd in einen Schützengraben falle, weil ich kurz nach hinten geguckt habe, und dann weder vor noch zurück kam, weil der Gaul feststeckt. Oder ich ritt eine Strecke geradeaus, dann kam eine Ruine und das Pferd hing zwischen den Trümmern irgendwie in der Klemme – absteigen war dann leider auch nicht mehr möglich und ich musste auf den Tod warten. Verbuchen wir das einfach einmal als Bug und hoffen, dass das dann im fertigen Spiel besser läuft.

Spannend wird bestimmt auch die Möglichkeit, dass ein Sandsturm aufziehen kann und uns komplett die Sicht vernebelt. Plötzlich ist die ganze Taktik dahin und wir müssen umplanen. Das bringt noch einmal frischen Wind in die Matches – oder eben neuen Sand.

Fazit: Grafisch prachtvoller Shooter

"Battlefield 1" sieht auf dem PC richtig gut aus. Lichtstimmung, Effekte, Texturen – hier passt einfach alles stimmig zusammen. Die Konsolen-Version ist nicht schlecht, kann aber mit dem PC-Standard in Sachen Auflösung und Framerate nicht mithalten. Bei so einem interessanten Titel ist also vollkommen nachvollziehbar, warum sich Fans für acht Stunden in die Schlange stellen, um den neuen Shooter von DICE anzutesten.

Die offene Beta zu "Battlefield 1" startet bereits am 31. August. Erscheinen wird das Spiel am 21. Oktober für Playstation 4, Xbox One und PC.

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