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"Concrete Genie" im Test: Halb Malbuch, halb liebenswerte Geschichte

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"Concrete Genie": Erschaffe ein Farbenmeer!

Vom zauberhaften PS4-Exklusivspiel "Concrete Genie" hast Du bisher noch nicht viel gehört? Das will ich ändern! Im Test erkläre ich, warum die Entwickler von Pixel Opus mit ihrem Adventure eine echte Perle erschaffen haben und warum es genau die richtige Länge hat.

Ein Pinselstrich und die tote Wand vor mir erblüht in lebendigen Farben: Eine Wiese erhebt sich aus dem Boden und bunte Blumen ranken über den kalten Zement. Mein gezeichneter Dschinn springt glücklich über den neu wachsenden Rasen und quittiert mein Kunstwerk mit einem Feuerwerk aus roten Herzen.

Ash, der Held in "Concrete Genie", umgibt sich lieber mit Fantasiewesen als mit anderen Kindern, die ihn ohnehin nur demütigen und quälen. Er entflieht der grauen Realität der verwaisten Hafenstadt Denska in die bunten Seiten seines Malbuchs und schafft es so, die Welt zu verändern. Als Spieler steuere ich Ash und helfe ihm dabei, dem grauen Ort wieder Farbe zu geben.

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Mobbing ist ein Thema in "Concrete Genie" – ohne Holzhammer.

Seine Gegner sind – zumindest anfangs – keine Fantasiewesen. Eine Clique aus fiesen Kindern drangsaliert Ash, während er das ehemals idyllische Städtchen wieder so bunt gestalten will, wie er es von früher kennt. Sie beschimpfen ihn, bewerfen ihn und jagen ihn, sobald sie ihn in den Gassen entdecken. Die bedrückte Stimmung von Ash ist in "Concrete Genie" spürbar, und die bunten Bilder, mit denen er diese Dunkelheit vertreibt, wirken vor diesem Hintergrund um so bunter. Erst später im Spiel tritt das Böse dann auch in Form schauriger Dämonen auf, die mit Farbe bekämpft werden muss.

Gameplay: Action-Adventure mit kreativer Ader

Im Klartext ist das neue Spiel von Pixel Opus ein Action-Adventure: Ich steuere Ash durch Denska, laufe, springe, klettere und löse Umgebungsrätsel, um in neue Abschnitte zu gelangen. Dabei helfen mir farbenfrohe Dschinns, die ich mit einem magischen Pinsel auf Wände male und dann zum Leben erwecke. Ab einem Punkt später im Spiel verändert sich das Gameplay auch noch merklich – für meinen Geschmack beruft sich "Concrete Genie" dann zwar etwas zu sehr auf gewöhnliche Action-Adventure-Traditionen, bietet dafür aber Abwechslung.

Malen ist das zentrale Gameplay-Element von "Concrete Genie": Bereiche schließe ich ab, indem ich Mauern mit Bildern von Pflanzen, Landschaften, Regenbögen oder Vogelschwärmen verziere und so erloschene Glühlampen wieder zum leuchten bringe. Ich wähle aus einer Sammlung aus verschiedenen Illustrationen – neue Motive können in der Spielwelt in Form von Seiten gefunden werden, die aus dem Malbuch von Ash gerissen wurden.

Ab und zu wünschen sich die freundlichen Dschinns bestimmte Malereien von Ash. Als Belohnung füllen sie den Zauberpinsel dann mit magischer Farbe, die ich benötige, um bestimmte Bereiche von dunklen Wurzeln zu befreien. Außerdem helfen sie als Gegenleistung bei Rätseln, versorgen Stromkästen mit Energie, blasen Kisten aus dem Weg oder verbrennen Hindernisse.

Zum Malen bewege ich ganz einfach den PS4-Controller in die gewünschte Richtung, die Position wird dann an der Wand vor Ash ganz automatisch erkannt. Bei gedrückter Schultertaste ziehe ich das Motiv dann über die Mauer, auf der es wächst, bis ich die Taste loslasse. Das klingt komplizierter als es ist – "Concrete Genie" ermöglicht es aber alternativ auch, den rechten Analogstick für die Zeichensteuerung zu nutzen.

Auch talentfreie Spieler werden in "Concrete Genie" zu Künstlern

Künstlerische Begabung ist zum Glück keine Voraussetzung, um mit "Concrete Genie" Spaß zu haben. Die Entwickler von Pixel Opus haben Jahre damit verbracht, ein System zu erschaffen, dass zugänglich, aber nicht zu einfach ist. Jeder Spieler soll das Gefühl haben, ein Künstler zu sein und mit seinen Pinselstrichen etwas eigenes zu erschaffen. Trotz der vorgegebenen Motive machen die lebendigen Bilder im Spiel den Eindruck völlig individuelle Kunstwerke zu sein.

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Im Spiel können viele neue Motive zum Malen freigeschaltet werden.

Alles an "Concrete Genie" wirkt wohl dosiert. Das Spiel ist nicht besonders lang, der Durschnitts-Spieler sollte es in etwa zehn Stunden beenden können. Das ungewöhnliche Spielprinzip fühlt sich dann gerade noch interessant genug an, um nicht repetitiv zu wirken. Auch die sensible Story zum Thema Mobbing endet in einem guten Gefühl, ohne dabei den moralischen Holzhammer auszupacken. Mit etwa 30 Euro wirkt auch der Preis von "Concrete Genie" wohl dosiert – inklusive VR-Modi ein durchaus angemessener Betrag.

Fazit: Überraschungs-Hit mit guten Ideen

"Concrete Genie" ist ein kleiner Geheimtipp unter den PS4-Exklusivspielen. Die triste Welt von Denska wieder mit buntem Leben zu füllen, fühlt sich dank der intuitiven Steuerung einfach gut an. Das gesamte Artwork des Spiels ist bezaubernd und die schöne Geschichte wird zwanglos erzählt. Klar, es ist ein kurzes Game mit einem begrenztem Grad an Herausforderung. Aber ich bin sicher: bei höherer Spieldauer hätte sich das Gameplay von "Concrete Genie" dann doch abgenutzt.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
+ Schöne Story - Wird im späteren Verlauf zum "gewöhnlichen" Action-Spiel
+ Kreatives Gameplay - HDR wird nicht genutzt
+ Preis-Leistung

 

Concrete Genie
Concrete Genie
  • Datenblatt
  • Release-Datum
    9. Oktober 2019
  • Genre
    Actionspiel
  • Plattform
    PS4
  • Publisher
    Sony Interactive Entertainment
  • Entwickler
    Pixel Opus
  • USK
    12
TURN ON Score:
4,6von 5
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