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"Dragon Ball Z: Kakarot" im Test: Der Anime zum Nachspielen

Son Goku ist endlich wieder da!
Son Goku ist endlich wieder da!

Mit "Dragon Ball Z: Kakarot" versucht Entwickler CyberConnect2 bombastische Kämpfe mit Rollenspiel-Elementen zu verbinden. Ob dabei eine Wunderwaffe wie bei der Fusion von Son Goku und Vegeta herauskommt, erfährst Du hier im Test.

"Dragon Ball Z: Kakarot" dürfte der neue Heilige Gral für Freunde der Manga- bzw. Anime-Serie sein – zumindest was den Fan-Service betrifft. Nie zuvor waren so viele Charaktere aus dem "Dragon Ball"-Universum in einem Game vertreten und nie zuvor konntest Du so viele bekannte Orte aus dem Anime frei erkunden. Grundsätzlich ist die Mischung aus RPG und Fighting-Game also eine gute Idee. Leider wurde aber eine ganze Menge Potenzial liegen gelassen, doch dazu später. Erst einmal möchte ich ein wenig in meinen Kindheitserinnerungen schwelgen – denn darum geht's bei "Dragon Ball Z" doch eigentlich

Nostalgie pur: Das ist "Dragon Ball Z" zum Nachspielen!

Gamer, die damals den Anime geguckt haben, sind schon beim Starten von "Dragon Ball Z: Kakarot" von der ersten Sekunde an gehookt. Das Intro ist eine überarbeite Version des Titellieds "Cha-La Head Cha-La" – und wer da nicht sofort Lust auf die Suche nach den Dragon Balls hat oder sich auf eine ordentliche Keilerei freut, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Auch sonst wird Fan-Service großgeschrieben: Als Fan der ersten Stunde spiele ich natürlich mit der japanischen Sprachausgabe des Originals und es sind wirklich alle Sprecher aus der Serie dabei – wie geil ist das denn? Auf die ebenfalls sehr gute deutsche Synchronisation verzichtet das Spiel leider – wer kein Japanisch kann, dem bleibt nur Englisch. Immerhin Untertitel, Texte und Menüs gibt's auch auf Deutsch und in weiteren Sprachen.

Neben Son Goku alias Kakarot (Gokus Saiyajin-Geburtsname) sind natürlich eine ganze Menge Charaktere aus dem "Dragon Ball"-Universum am Start, wie zum Beispiel sein Rivale Vegeta, die Sprösslinge der beiden Saiyajins, Son Gokus Freunde Krillin und Bulma, die komplette Z-Kämpfertruppe und natürlich Kakarots Erzfeinde Freezer, Cell und Buu. Auch mit fast vergessenen Charaktere wie Nam, Launch oder dem Schwein Oolong gibt es ein Wiedersehen.

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Jungs, ich hab euch vermisst!

Getreu dem Anime umfasst "Dragon Ball Z: Kakarot" vier große Sagas: die Saiyajin-Saga, die Freezer-Saga, die Cell-Saga und die Buu-Saga. Du kannst also den kompletten Anime nachspielen – zumindest fast. Einige gestreckte Episoden wie Son Gokus Weg zu Meister Kaio auf dem Schlangenpfad wurden zum Glück aus dem Spiel gestrichen. Leider fehlen dadurch auch ein paar besonders lustige Ereignisse, wie Son Gokus Ausflug in die Hölle.

Dazu gibt's eine Enzyklopädie, die mit nützlichen Infos und Trivialitäten zu den Charakteren und der Welt von "Dragon Ball Z" nur so vollgestopft ist. Richtig genial finde ich die kleinen Anekdoten zu ikonischen Gegenständen aus der Serie, die überall in der Welt herumliegen. Wie ich mich gefreut habe, als ich den "markierten Stein" gefunden habe, den Son Goku und Krillin in ihrer Kindheit für den Herrn der Schildkröten suchen mussten! Wer seine Kindheitserinnerungen noch einmal aufleben lassen möchte, für den ist "Dragon Ball Z: Kakarot" auf jeden Fall ein echter Leckerbissen.

Die RPG-Idee nicht zu Ende gedacht

Die Idee, die Welt von "Dragon Ball Z" in ein Rollenspiel zu verfrachten, ist nicht neu. 2002 zwei erschien mit "Dragon Ball Z: The Legacy of Goku" ein Action-RPG für den Game Boy Advance. Spielerisch war das Spiel aber kein Knaller und bis heute wagte sich niemand mehr an ein weiteres Rollenspiel im "Dragon Ball"-Universum heran. Und auch, wenn "Dragon Ball Z: Kakarot" diesmal deutlich besser ist, bleibt viel Potenzial leider ungenutzt.

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Eine "echte" Open World bietet "Dragon Ball Z: Kakarot" leider nicht.

Das fängt schon bei der Open World an, die in Wirklichkeit gar nicht so offen ist. Tatsächlich sind die verschiedenen Areale, die zugegebenermaßen riesig sind, nicht miteinander verbunden. Der Wechsel von einem Gebiet ins nächste erfolgt über eine Weltkarte und ist mit Ladezeiten verbunden. So kann ich zwar schnell zwischen allen Teilen der Welt umherreisen, aber die Ladezeiten reißen mich immer wieder aus dem Flow heraus.

Natürlich geht es in "Dragon Ball Z: Kakarot" hauptsächlich ums Kämpfen, Trainieren und darum stärker zu werden. Zwischen den Fights kannst Du Dir die Zeit aber auch mit allerlei Aktivitäten vertreiben, die leider belanglos bis absolut öde sind. Während es bei den Hauptquests nur darum geht, die Story voranzutreiben, darfst Du in Nebenquests Personen suchen, Gegenstände von A nach B tragen oder gegen Mobs kämpfen. Einfallsreich ist das Quest-Design nicht, aber wenigstens erzählen die Auftraggeber manchmal eine interessante Geschichte. Das Abklappern der Nebenquests lohnt dazu nicht einmal, denn in den Hauptquests wirst Du mit Erfahrungspunkten zugeschmissen.

Wer nicht questen will, kann Zutaten sammeln und damit Gerichte kochen, deren Verzehr kurzzeitig die Charakterwerte erhöhen. Außerdem möglich: auf die Jagd gehen, angeln, Z-Kugeln sammeln und damit neue Attacken lernen, oder mit sogenannten Seelenemblemen die Charakterwerte Deiner Kämpfer dauerhaft erhöhen. Hat man alles bereits deutlich besser umgesetzt in anderen RPGs gesehen.

Wer einfach nur Bock hat, die Welt von "Dragon Ball Z: Kakarot" zu erkunden, kann dabei immerhin richtig Spaß haben. Das Laufen und Herumfliegen macht dank der Superkräfte der Charaktere richtig Spaß. Mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit durch die Welt zu fliegen ist dank der Soundeffekte aus dem Anime ein echtes Highlight.

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Die Aktivitäten in "Dragon Ball Z: Kakarot" sind echt lahm, dafür macht es aber tierisch Spaß durch die Luft zu düsen.

Als Rollenspiel ist "Dragon Ball Z: Kakarot" trotzdem maximal Mittelmaß. Bleibt die Frage: Taugt es als Kampfspiel mehr? Aber hallo!

Der Spielspaß bei Kämpfen ist über 9000!

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Die Kämpfe in "Dragon Ball Z: Kakarot" sind immer ein echtes Effektfeuerwerk!

Den schwachen RPG-Part macht "Dragon Ball Z: Kakarot" locker mit richtig fetten Fights wieder wett. Hier darfst Du nicht nur mit Son Goku, sondern auch mit Son Gohan, Piccolo, Vegeta und Trunks den Schurken Freezer, Cell und Buu sowie ihren Lakaien so richtig aufs Fressbrett hauen. Sind die Gegner in der Überzahl oder besonders stark, kannst Du auf die Hilfe von Krillin, Tenshinhan, Chao-Zu und weiteren Unterstützungscharakteren zählen, die Du im Kampf dirigierst.

Auch, wenn es das Tutorial zunächst nicht vermuten lässt, ist das Kampfsystem weniger komplex als gedacht. Über den Nahkampf musst Du Dir gar keine großen Gedanken machen, denn Du brauchst nur einen Button, um ellenlange Nahkampfkombos zu entfesseln. Weiterhin kannst Du kleine Energiekugeln abfeuern, Dein Ki (die Energie für Super-Attacken) aufladen, blocken und ausweichen. Zusätzlich kannst Du auch noch Spezial-Moves einsetzen. Dazu zählen spektakuläre Ki-Blasts wie das Kamehameha, Son Gohans Masenko oder Vegetas Galick Gun. Und natürlich können sich alle spielbaren Saiyajins auch in den legendären Super-Saiyajin verwandeln und ihre Kampfkraft signifikant erhöhen.

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Die Gegner, die Dich auf der Weltkarte angreifen, sind meistens kein Problem.
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Duell der Brüder: Kakarot gegen Radditz.
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Das Abfeuern eines Kame-Hame-Has macht jedes Mal aufs Neue Spaß.
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Der Kampf zwischen Son Goku und Vegeta ist ein absolutes Highlight.
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Gemeinsam sind wir stark: Son Gohan und Krillin nehmen Jees in die Zange.
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Die große Herausforderung in den Kämpfen ist, alle genannten Elemente zu kombinieren, und schnell auf die Aktionen des Gegners zu reagieren. Das macht die Kämpfe durchaus anspruchsvoll. Leuchten Gegner rot auf,  führen sie beispielsweise verheerende Spezialangriffe aus, die richtig viel Lebenspunkte kosten, wenn sie treffen. Die große Kunst in den Fights ist es, zur korrekten Zeit zu blocken oder auszuweichen, in ruhigen Momenten das Ki aufzuladen, das sich durch den Einsatz von Spezialangriffen sehr schnell leert, und Nahkampfangriffe mit Spezialattacken zu fetten Kombos zu kombinieren.

Nach den Kämpfen wirst Du dann immer mit ein paar coolen Cutscenes belohnt, die die Story weiter erzählen. Das kennen Fans zwar alles schon aus der Serie, aber ich fiebere trotzdem jedes Mal wieder mit. Der Moment als Son Goku sich zum ersten Mal in einen Super-Saiyajin verwandelt – Gänsehaut!

Fazit: Fusion missglückt – aber immerhin ein gutes Kampfspiel

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Vegetto, die Fusion aus Son Goku und Vegeta, harmoniert perfekt, die Fusion von Rollenspiel und Fighting-Game leider nicht.

Leider ist auch in "Dragon Ball Z: Kakarot" die Mischung aus RPG und Fighting-Game kein voller Erfolg. An den Kämpfen gibt es nichts auszusetzen, die knallen richtig gut. Aber die RPG-Elemente bremsen den Spielspaß zwischendurch unnötig aus, sodass viele Spieler sich wohl nur durch die Hauptquest zocken werden, in der ein heißer Fight dem nächsten folgt.

Das ist schade, denn die komplexe Welt von "Dragon Ball Z" eignet sich eigentlich perfekt für ein Rollenspiel. Und gute Ansätze sind ja da, nur wurden die Ideen nicht zu Ende gedacht. "Dragon Ball"-Fans dürften großzügig über diese Schwächen hinwegsehen und sich über einen echten Nostalgierausch freuen. Gamer, die mit "Dragon Ball" bisher nichts am Hut hatten, wird das Spiel nicht überzeugen können. Für Fans ist "Dragon Ball Z: Kakarot" aber ein absolutes Muss und das trotz gröberer Schnitzer bisher beste "Dragon Ball"-Spiel.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Hübscher Cel-Shading-Look - alle RPG-Elemente ausbaufähig
+ Original Synchronsprecher - keine echte Open World
+ Spektakuläre Kämpfe - keine deutsche Sprachausgabe
+ Sehr nah am Anime
+ Es gibt viel in der Welt zu entdecken

 

Dragon Ball Z: Kakarot
Dragon Ball Z: Kakarot
  • Datenblatt
  • Release-Datum
    17.01.2020
  • Genre
    Rollenspiel/Fighting
  • Plattform
    PS4, Xbox One, PC
  • Publisher
    Bandai Namco
  • Entwickler
    CyberConnect 2
  • USK
    12
TURN ON Score:
3,7von 5
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