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"FIFA 16" angespielt: Die PS4-Version im ersten Test

Anstoß: Wie schlägt sich FIFA 16 in unserem Test?
Anstoß: Wie schlägt sich FIFA 16 in unserem Test? (©Facebook/EA SPORTS FIFA 2015)

Das populäre Videogame "FIFA 16" geht in eine neue Runde. Wir haben das Fußballspiel angespielt und die Version für die PS4 einem ersten Test unterzogen. Ob "FIFA 16" die Erwartungen erfüllt?

Wer gerne Fußball an der heimischen Konsole oder auch am Computer zockt, kommt um die beliebte FIFA-Reihe kaum herum. Seit über zwei Jahrzehnten erscheint Jahr für Jahr ein neues Spiel – mal mehr mit, mal mit weniger Verbesserungen. "FIFA 16" bietet keine bahnbrechenden neuen Features, wurde aber an vielen Stellen im Vergleich zum Vorgänger "FIFA 15" noch weiter verbessert. Neben diversen Verbesserungen im Gameplay fallen zwei Dinge sofort ins Auge.

Erstmalig dürfen Damen mitkicken, EA hat insgesamt zwölf Frauen-Nationalmannschaften in das Spiel integriert. Und auch bei den Kommentatoren hat sich etwas getan: So nimmt der langjährige PES-Kommentator Wolff-Christoph Fuss neben Frank Buschmann den Platz in der Sprecherkabine ein. Doch lohnt sich der Kauf von "FIFA 16" überhaupt? Läuft das Spiel rund, ist das Gameplay wirklich verbessert worden? Anhand der PS4-Version von "FIFA 16" klären wir das in einem Test.

Selbst Neulinge finden sich in "FIFA 16" schnell zurecht

Zugegeben, meine letzte Erfahrung mit FIFA liegt schon ein paar Jahre zurück – damals noch auf der PlayStation 3. Das erste Mal mit FIFA in Berührung gekommen bin ich jedoch schon vor etwa 20 Jahren, noch auf der ersten Playstation. Wenn man "FIFA 16" jedoch das erste Mal startet, ist man gleich wieder im Fußballfieber, eine große Eingewöhnung ist nicht vonnöten.

Schließlich kommt das bewährte Spielprinzip, das jährlich viele Millionen Fans begeistert, wieder zum Einsatz. "FIFA 16" macht auch Anfängern den Einstieg in die virtuelle Fußballwelt besonders einfach: In sogenannten Skill-Trainings können spielend leicht die Fähigkeiten erlernt werden. Dribbeln, passen, schießen oder auch Verteidigung – die Anleitung kannst Du getrost beiseitelegen, dieser Modus vermittelt Dir alles Wichtige.

Präsentation und Atmosphäre gehören zur Spitzenklasse

Die Präsentation ist FIFA-typisch gewohnt gekonnt inszeniert, die Stadionatmosphäre grandios. Auch der Soundtrack weiß zu überzeugen – ein bunter Mix aus Pop, Elektro und Co. sorgt für die passende akustische Begleitung. Die Lizenz für bekannte Vereine, Stadien und Spieler ist seit jeher ein wichtiges Argument für die FIFA-Spiele. In "FIFA 16" sind es insgesamt 30 Ligen und mehr als 650 Vereine. Deutsche Spieler dürfen sich über die vollständige Lizenzierung der 1. und 2. Bundesliga freuen – die 3. Liga fehlt allerdings leider abermals. Das ist allerdings Jammern auf sehr hohem Niveau.

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Gameplay in FIFA 16 mit wenigen, aber sinnvollen Verbesserungen

Bereits mein erstes Offline-Spiel konnte ich mühelos mit 6:0 gewinnen – und das als Gelegenheitsspieler. Deshalb schlägt mir FIFA zugleich vor, die nächsthöhere Stufe zu wählen. Praktisch. Ein großer Kritikpunkt des Vorgängers war ein viel zu hohes Spieltempo. Das hat EA berücksichtigt und "FIFA 16" ein wenig langsamer gemacht. Vor dem Hintergrund einer möglichst realistischen Simulation empfinde ich das Tempo allerdings immer noch als recht hoch und actionreich – was das Spielvergnügen jedoch keineswegs trübt. Die sonstigen Gameplay-Änderungen sind indes nicht sonderlich revolutionär.

Bessere Defensive und "No Touch Dribbling"

EA selbst verspricht bessere Verteidigungsmöglichkeiten und mehr Kontrolle im Mittelfeld, besonders aufgefallen ist mir das allerdings nicht. Die Möglichkeit, harte Pässe an die Mitspieler zu bringen, habe ich in meinen Partien jedoch zu schätzen gelernt. Der Vergleich zu herkömmlich gespielten Pässen ist immens. Immerhin: Auch die Torhüter agieren jetzt noch besser und realistischer. Das bedeutet zwar nicht, dass sie schier unhaltbare Bälle mit Leichtigkeit abwehren. Aber immerhin ist das Einnetzen gefühlt etwas schwieriger geworden als in früheren Versionen.

"FIFA 16" eher Simulation als Arcade

Mit dem Feature "No Touch Dribbling" kannst Du Ballkünstler wie Messi oder Ronaldo nachahmen und Dribblings ganz ohne Ballberührung antäuschen. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut – die individuellen Fähigkeiten des Kickers tragen maßgeblich zum Erfolg bei. Alles in allem ist "FIFA 16" mittlerweile deutlich mehr Simulation als Arcade, wenngleich die Macher von einer waschechten Fußballsimulation noch immer etwas entfernt sind. Dafür ist das Tempo einfach noch zu hoch, zu viele gefährliche Torszenen innerhalb kurzer Zeit sind nach wie vor an der Tagesordnung.

"FIFA 16" bietet diverse Spielmodi für nahezu jeden Geschmack

FIFA 16 bietet sowohl on- als auch offline viele interessante Spielmodi, für jeden Zocker sollte hier das Passende zu finden sein. Karrieremodus, Ultimate Team und packende Onlineduelle sind nur einige Beispiele für die Vielfalt in "FIFA 16". Im Onlinebereich kann gar eine Saison gespielt werden – mit Deiner Mannschaft kannst Du sogar auf- und absteigen und Pokale gewinnen. Zudem gibt es spezielle Events wie die virtuelle Bundesliga oder den FIFA World Cup, die für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen.

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Onlinemodus in "FIFA 16" mit Suchtfaktor

Der Onlinemodus funktionierte im Test hervorragend, Spielpartner waren schnell gefunden und Ruckler die absolute Ausnahme. Das System versucht, einen passenden Gegner anhand der Sternebewertung und Liga zu finden. Das funktionierte im Test ganz ordentlich. Gleichzeitig sorgt es aber auch dafür, dass Partien wie Barcelona gegen Barcelona keine Seltenheit sind. Alles in allem ist der Onlinemodus – neben Ultimate Team – sicher das Herzstück von "FIFA 16" und sorgt für viele tolle Begegnungen. Dank spezieller Events und motivierender Rangliste dürfte es nie langweilig werden.

Wolff-Christop Fuss & Frank Buschmann kommentieren jetzt

Mit "FIFA 16" dürfen die Spieler ein neues Kommentatoren-Duo begrüßen. Frank Buschmann bleibt weiterhin an Bord, neben ihm begleitet jetzt der ehemalige "Pro Evolution Soccer"-Kommentator Wolff-Christoph Fuss das Spielgeschehenen. Durch die Neuaufnahmen werden die Partien in "FIFA 16" jetzt deutlich abwechslungsreicher und auch treffender kommentiert. Gefühlt sind die Phrasen weniger geworden, die Analysen treffender. Zwar gibt es auch hier den ein oder anderen Ausrutscher. So werden vereinzelt immer noch knappe Torchancen beschrieben, selbst wenn der Ball deutlich das Tor verfehlt. Aber das sind Ausnahmen, insgesamt wirkt die Kommentierung deutlich stimmiger als in früheren Versionen. Dieser frische Wind tut dem Spiel sichtbar gut.

Frauenfußball zwar in "FIFA 16" integriert, aber kein Highlight

Erstmals in der FIFA-Geschichte können auch Frauen-Nationalmannschaften gegeneinander antreten – insgesamt zwölf Stück an der Zahl, darunter natürlich auch die deutsche Nationalmannschaft. Die verfügbaren Spielmodi für die Fußball spielenden Damen sind allerdings limitiert. Nur ausgewählte Turniere dürfen die Frauen bestreiten, der große Rest bleibt den männlichen Pendants vorbehalten.

Vor diesem Hintergrund mag die Integration sicher löblich sein, im normalen Spielalltag dürfte der Modus allerdings wohl so nicht allzu häufig genutzt werden. Es bleibt vielmehr ein nettes Gimmick, das allerdings niemanden vom Hocker reißen dürfte. Von lieblos mag ich an dieser Stelle gewiss nicht sprechen, aber ihre volle Energie haben die Kanadier sicher nicht investiert. Vielleicht aber erhofft sich EA durch die Unterstützung des Frauenfußballs eine Erweiterung der Käuferschicht?

Fazit: Keine Revolution – aber sehr viel Spaß

"FIFA 16" macht vieles richtig. Wer auf Original-Lizenzen nicht verzichten kann und Stadionatmosphäre sowie packende Inszenierung schätzt, ist bei dem Spiel goldrichtig. Die alljährliche Update-Politik von EA kann man verteufeln oder auch nicht. Aber sie haben es geschafft, ein gutes Spiel noch besser zu machen. Das Rad wird zwar nicht neu erfunden, aber das ist auch nicht notwendig. Schließlich bekommen Fußballfans mit "FIFA 16" ein Spiel, das einfach Spaß macht.

Das Gameplay wurde punktuell verbessert, das neue Kommentatoren-Duo sorgt für frischen Wind. Die Integration des Frauenfußballs hat bereits im Vorfeld für einiges Aufsehen gesorgt, bleibt letztendlich aber hinter den Erwartungen zurück. Kurzum: Jeder fußballbegeisterte Spieler macht mit dem Kauf von "FIFA 16" nichts falsch. Über all die Jahre ist die Serie immer weiter gereift und präsentiert sich realistischer denn je. "FIFA 16" kann man getrost jedem Fußballfan ans Herz legen – langer Spielspaß dürfte garantiert sein.

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