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Hands-On: Diese 5 Dinge machen "For Honor" zum Top-Titel

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For Honor.jpg (©Ubisoft 2016)

Mit "For Honor" will Ubisoft den Schwertkampf Multiplayer-fähig machen: Beim Closed-Alpha-Test konnten wir schon einige Runden mit dem neuen Hack-and-Slash-Game auf der PS4 drehen – diese fünf Dinge gefallen uns an dem neuen Schwertkampf-Spiel ganz besonders.

Ist "For Honor" wirklich etwas Neues oder handelt es sich bei Ubisofts Schwertkampf-Simulation einfach um eine Mischung aus "Dark Souls"-PvP und den Games der "Soul Calibur"-Reihe? Erste Demos und Bilder machten das Spiel zu einem der beliebtesten Titel der Gamescom 2016 – beim Closed-Alpha-Test konnten wir uns nun auch selbst ein Bild vom "For Honor"-Multiplayer auf der PlayStation 4 machen. Fünf Features gefallen uns dabei besonders gut!

1. Multiplayer-Schlachten im Dominion-Mode

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Im Dominion-Modus ist man mitten in der Schlacht. (©Youtube / Cycu1 2016)

Zur Auswahl standen im Alpha-Test neben dem Duell-Modus, oder dem 2 vs. 2-Duell vor allem der 4 vs. 4-Dominion-Modus, eine Multiplayer-Schlacht mitsamt NPC-Soldaten. Dieser bildet das Herzstück von "For Honor" und gibt dem Game fast einen leichten MOBA-Touch. Die Soldaten verschieben durch Kämpfe mit den gegnerischen Truppen eigenständig die Frontlinie, sind je nach Eingreifen der Spieler dabei jedoch mehr oder weniger erfolgreich. Beide Parteien kämpfen im Dominion-Mode um zwei Kontrollpunkte und zusätzlich um die Vorherrschaft an der Frontlinie. Für jeden Erfolg gibt es Punkte. Sobald ein Team alle Kontrollpunkte dominiert, müssen die Gegner es schaffen, ohne Respawn auszukommen, um das Blatt noch zu wenden. Trotz der übersichtlichen Maps wogen die Schlachten hier hin und her und bieten so ein tolles Spielerlebnis. In Sachen Balancing scheint "For Honor" in dieser Hinsicht bereits gut eingestellt, auch wenn die AI-Spieler, mit denen die Teams gegebenenfalls aufgefüllt werden, deutlich leichter zu schlagen sind und auch schon mal an einem Mauervorsprung hängen blieben.

2. Stehe ich richtig? Das neue Kampfsystem

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Die eigene Block- oder Schlagrichtung wird im Kampf eingeblendet. (©Youtube / Cycu1 2016)

Gekämpft wird Mann gegen Mann: Ubisoft hat hierzu ein besonderes Kampfsystem entwickelt, welches in erster Linie die Kombination einer von drei Block- oder Schlagrichtungen (linker Stick) mit entsprechenden Aktionen voraussetzt. Hieben des Gegners müssen wir also möglichst einen Block in die gleiche Richtung entgegensetzen, um Schaden zu vermeiden. Zusätzlich gibt es noch Ausweich- und Bodycheck-Manöver, um den Gegner zu stören oder zu Boden zu werfen. Sämtliche Aktionen leeren die Ausdaueranzeige, welche wiederum die Effektivität der Tätigkeiten bestimmt. Man kann also nicht einfach planlos drauflos schlagen, sondern muss strategisch mit seiner Kraft haushalten, dies verschafft den Kämpfen eine gewisse Tiefe. Wenn es schlecht läuft, hilft nur die Flucht zu einem der Kontrollpunkte. Hier lädt der Spieler dann automatisch seine Gesundheit auf. Allerdings ist bei dieser Spielmechanik noch etwas Fein-Tuning nötig, da es kaum eine Chance gibt, Spieler einzuholen, die Fersengeld geben – was von vielen Teilnehmern des "For Honor"-Alpha-Tests schamlos ausgenutzt wurde.

Im Duell- und besonders im 2 vs. 2-Modus lässt sich das Kampfsystem wirklich komplett ausreizen, was die Wichtigkeit der Koop-Elemente von "For Honor" aufzeigt. Wird nämlich ein Team-Mitglied erledigt, hat man es ganz schnell mit mehreren Gegnern auf einmal zu tun und das ist nur sehr selten von Erfolg gekrönt. Im Eifer des Gefechts die richtige Blockrichtung zu erwischen, ist bei einem Gegner schon schwer genug, bei mehreren wird dies so gut wie unmöglich. Tatsächlich ist das Kampfsystem etwas gewöhnungsbedürftig und kann vor allem anfangs recht frustrierend sein. Schnelle Reflexe und ein gutes Auge sind nötig, um die nächste Aktion des Gegners ansatzweise vorauszuahnen.

Bemerkenswert: "For Honor" ist definitiv kein Arcade-Titel, trotzdem scheint das Game sich vorzüglich für ein kurzes Spiel zwischendurch zu eignen. Kaum ein Dominion-Match dauert viel länger als eine Viertelstunde, Duelle und 2 vs. 2-Matches gehen noch schneller über die Bühne. Die Maps sind alle sehr übersichtlich gehalten, trotzdem schafft es das Spiel, aus dem kompakten Gameplay heraus eine Menge Spannung aufzubauen. Schnell erwischt man sich dabei, noch eine Runde anzuhängen, obwohl man eigentlich aufhören wollte.

3. Eine Prise Crafting: "For Honor" bietet nette RPG-Elemente

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Einzelne Ausrüstungsgegenstände können modifiziert werden. (©Youtube / GhostRobo 2016)

Auf den ersten Blick scheinen sich die spielbaren Figuren eher kosmetisch voneinander zu unterscheiden. Tatsächlich haben die verschiedenen Krieger der jeweiligen Fraktionen allerdings stark ausgeprägte Vor- und Nachteile. Diese äußern sich vor allem in der Combo-Geschwindigkeit oder den Blockeigenschaften. Hier hilft es, sich im Duell-Modus mit den Stärken und Schwächen der Figuren auseinanderzusetzen. Im Tutorial wurde im Test leider kaum darauf eingegangen. Der Orochi, ein mächtiger Samurai, muss seine Blockrichtung nach jedem Treffer zum Beispiel immer wieder neu ausrichten. Der Berserker der Vikinger hat dagegen nur eine sehr limitierte Reichweite, kann dafür aber fast endlose Combos platzieren.

Nach jeder Schlacht werden dann nicht nur XPs verteilt, sondern auch vereinzelte Items, mit denen man seinen Krieger ausstatten kann. Rüstungsgegenstände oder Waffenteile können zerlegt oder aufgewertet werden, jeder Ausrüstungsgegenstand verfügt über eine Handvoll Werte, die verbessert werden können. Auch das Äußere der verschiedenen Krieger kann vielseitig angepasst werden und jeder Spieler kreiert sein eigenes Siegel, man kann auf dem Schlachtfeld also seine persönliche Note hinterlassen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern der im "For Honor"-Alpha-Test nicht enthaltene Singleplayer-Modus sich auf die Spielfiguren auswirkt.

4. Spezialfähigkeiten werden im Matchverlauf freigeschaltet

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In der unteren linken Ecke zeigt die Leiste bereits freigeschaltete Fähigkeiten an. (©Youtube / Brooklyn Skill Tree 2016)

Im Stile von "Call of Duty" werden im Verlauf des Dominion-Matches bis zu vier vorher ausgewählte Spezialfähigkeiten der Spielfigur freigeschaltet. Je nachdem, wie gut wir uns anstellen, füllt sich eine Leiste, die nach und nach diese Specials freischaltet. Im Schlachtverlauf können diese Hilfen tatsächlich zu echten Gamebreakern werden, mit denen allerdings klug gehaushaltet werden muss: In einem knappen "For Honor"-Zweikampf kann man so mithilfe einer Rauchbombe im letzten Moment Verwirrung stiften und dem finalen Schlag des Gegners entwischen. Wahlweise kann man auch einen Banner inmitten der Schlacht platzieren, welches die eigenen Einheiten heilt und damit den Durchbruch zum Sieg ermöglicht. Jede Fähigkeit hat eine bestimmte Aufladezeit und lässt sich im Charakter-Menü sogar noch weiter upgraden.

5. Sieht gut aus, jedoch kein PS4 Pro-Upgrade geplant

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Die Maps sehen vor allem im Regen wirklich toll aus. (©Youtube / DSPGaming 2016)

Optisch ist der Titel bereits im Alpha-Status ein Leckerbissen. Das wilde Schlachtgetümmel in verwüsteten Burgen und brennenden Trümmern schafft eine aufregende Atmosphäre. Die detaillierten Spielfiguren verfügen über flüssige und lebensechte Animationen und sogar die NPCs im Dominion-Modus sehen so gut aus, dass man sie im Getümmel leicht mit den Hauptcharakteren des Spiels verwechselt und sich per L2-Tastendruck erstmal zum nächsten Gegner orientieren muss. Leider ist für die PlayStation 4 Pro bisher kein HDR-4K-Modus von "For Honor" angekündigt, die gesteigerten Fähigkeiten der Konsole sollen die Grafik laut Ubisoft aber trotzdem stark aufwerten.

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